tz-Interview

FCK-Boss Kuntz: "Guardiola? Ich denke an Bakero!"

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Kaiserslautern-Boss Stefan Kuntz.

München - Abschenken oder ernst nehmen? Auch Kaiserslautern ist zwischen Liga-Alltag und DFB-Pokal hin- und hergerissen, wenn auch etwas anders als der FC Bayern. Im tz-Interview erklärt FCK-Vorstandsboss Stefan Kuntz, wie man die Partie einschätzt.

Herr Kuntz, was haben Sie nach dem 0:3 des FC Bayern am letzten Spieltag gegen Dortmund gedacht?

Kuntz: Ich habe mir nichts dabei gedacht, was Auswirkungen auf unser Spiel hätte. Denn die Aussage der Bayern war schon sehr klar in die Richtung, dass sie die Bundesliga ein wenig abschenken. Das Ergebnis hatte für mich nur mit der Einstellung zu tun.

Sie haben nicht gedacht: Juhu, die können zu Hause verlieren!?

Kuntz: Nee, das nicht.

Wissen Sie, wann der FCK das letzte Mal hier gewonnen hat?

Kuntz: In der Saison 1997/98.

Genauer am 2. August 1997, 1:0. Und wissen Sie noch, was Ende Oktober 1991 war?

Kuntz: Ja, das kann man als Lauterer nicht vergessen.

Damals schalteten Sie in der CL um ein Haar Barcelona aus. Sie spielten u. a. gegen Pep.

Kuntz: Das stimmt. Um ehrlich zu sein, denke ich dabei aber mehr an Bakero oder Koe­man. Ich habe nun aber auch mal nachgeschaut, ob ich noch ein Trikot von damals habe.

Und dann hätten Sie es noch mal von Pep Guardiola unterschreiben lassen?

Kuntz: Nein. Ich hatte eher daran gedacht, dass er eins von mir haben möchte (lacht).

Kurntz fordert Heimrecht für Zweitligisten

Der FCK von damals spielte mit viel Leidenschaft. Ist das auch gegen die Bayern der Schlüssel?

Kuntz: Die Leidenschaft werden wir sicher haben. Dazu brauchen wir eine hohe Laufbereitschaft, guten Teamgeist. Der Coach wird sich da taktisch richtig was einfallen lassen. Und dann wird sich zeigen, ob der Reiz, sich mit den besten Spielern Europas messen zu dürfen, eher beflügelt oder ängstlich macht.

Würde es gegen diesen FC Bayern einen Unterschied machen, wenn der FCK zu Hause spielt?

Kuntz: Für unsere Fans auf jeden Fall. Wirtschaftlich ist durch die Größe des Stadions beim FC Bayern die Einnahme sogar höher, aber mir ging es bei meiner Aussage kurz nach der Auslosung vor allem darum, dass wir unseren Fans die großen Namen des Fußball gern in unserem Wohnzimmer präsentiert hätten.

Sie hatten gefordert, unterklassigen Vereinen im Pokal stets das Heimrecht zu geben.

Kuntz: Das war ein Vorschlag von mir, den es zu überdenken gilt. Das hätte besonderen Reiz, zudem hätte man als Zweitligist daheim gegen einen Bundesligisten auch eine größere Gewinnchance. Es ist ein Denkanstoß, an dem ich festhalte.

Welches Spiel in dieser Woche ist für Sie das wichtigere? Gegen den FCB, oder am Sonntag gegen den FSV Frankfurt?

Kuntz: Frankfurt.

Nach dem Sieg im Viertelfinale folgten drei Pleiten gegen Aue, Aalen, Cottbus. Hat der Erfolg etwas damit zu tun?

Kuntz: Wenn Sie mir suggerieren möchten, dass ich froh wäre, wenn wir gegen die Bayern verlieren und die nächsten Spiele gewinnen würden – dann würde ich mich darauf einlassen! Aber diese Niederlagen hatten schon andere Gründe. Das hatte nichts mit dem Sieg gegen Leverkusen zutun.

Gebe es nun gegen den FC Bayern überhaupt ein Ergebnis, das Sie tief enttäuschen würde?

Kuntz: Wenn Ihre Folge-Frage lautet: Was ist, wenn es 10:0 ausgeht?, dann gibt es das. Im Moment freue ich mich einfach, weil viele Leute zuschauen, die nicht so eng mit dem FCK verbunden sind. Einfach, weil es das Halbfinale des DFB-Pokals ist, und auch weil der FC Bayern spielt. Und da hat unsere Mannschaft eine gute Chance, sich als Team zu präsentieren. Jeder kann da ganz egoistisch denken: Jetzt zeige ich Fußball-Deutschland, dass der Abstand zwischen mir und Ribéry gar nicht so groß ist!

Interview: M. Knippenkötter

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