Sommerabgänge im Leistungscheck

Götze, Dorsch, & Co.: So schlagen sich die Abgänge der Bayern-Amateure bisher: Teil I

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Mit Felix Götze, Niklas Dorsch und Adrian Fein verließen drei vielverprechende Talente den Verein. 

Obwohl der FC Bayern in Zukunft mehr auf eigene Talente setzen will, verließen einige Rohdiamaten der Amateure im Sommer den Rekordmeister. Wir zeigen euch wie sie sich bisher bei ihren neuen Vereinen durchsetzen konnten. 

Schon länger ist bekannt, dass der FC Bayern München in Zukunft verstärkt auf Nachwuchsspieler aus der eigenen Jugend setzen möchte. Diese Ambition wurde auch durch den Bau des Nachwuchsleistungs-zentrums „FC Bayern Campus“ unterstrichen. Nun hat Präsident Uli Hoeneß mit einer Aussage dieses Ziel erneut bekräftigt: "Ich bin ganz sicher, dass wir in spätestens drei Jahren ein, zwei Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum haben, die am Samstag Stammspieler sind". 

Auch die Reserve der Bayern entwickelt sich in diese Richtung. Zwar möchten die FC Bayern Amateure von der Regionalliga Bayern in die Dritte Liga aufsteigen, das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Entwicklung der Youngsters. Trotzdem betonte Uli Hoeneß, dass für Talente der Sprung zu den Profis des Rekordmeisters „extrem schwierig“ ist. Infolgedessen verließen im Sommer erneut zahlreiche Nachwuchsspieler die Bayern-Amateure, um bei anderen Vereinen den nächsten Schritt in Richtung Profifußball zu gehen. Im Folgenden präsentieren wir euch diese Spieler und zeigen ihre Entwicklung seit dem Wechsel. 

Torwart: 

Leo Weinkauf:

Im Sommer 2015 kam der Torwart aus der Jugend des SV Werder Bremens zum Rekordmeister. Letzte Saison lief Weinkauf 16 Mal für die Amateure des FC Bayern München auf. Da mit Christian Früchtl und Ron-Thorben Hoffmann bereits zwei hochtalentierte Neuer-Nachfolger auf dem Sprung sind, entschied sich Weinkauf bereits Ende März für einen Wechsel zum Bundesligisten Hannover 96. Dort hat der 22-Jährige nun wohl bessere Chancen auf Profieinsätze. Weinkauf ist dort dritter Torwart und kam in dieser Saison sogar bereits elfmal zum Einsatz, allerdings nur in der Regionalliga Nord für die Zweite Mannschaft. 

Abwehr:

Thomas Isherwood:

Der Innenverteidiger wurde 2015 als große Abwehr-Hoffnung vom schwedischen Klub IF Bromma verpflichtet. Trotz vielversprechender Anlagen konnte sich der Schwede beim Deutschen Rekordmeister nie richtig durchsetzen, geschweige denn als Nachfolger für Hummels und Boateng empfehlen. Letzte Saison kam der U-Nationalspieler 18 Mal in der Regionalliga zum Einsatz. Im Sommer wechselte der 1,96-Hüne nun ablösefrei nach England in die dritte Liga zu Bradford City. Dort kommt der 20-Jährige wettbewerbsübergreifend aber bisher nur auf drei Pflichtspiel-Einsätze. 

Alexander Gschwend:

Seit seiner Jugend spielte der Innenverteidiger für den Nachwuchs des Rekordmeisters. Wegen eines Kreuzbandrisses und einer langwierigen Sehnenverletzung konnte Gschwend in den letzten beiden Jahren allerdings nur 16 Minuten für die Amateure auflaufen. Im Sommer entschied sich der 21-Jährige dafür, seiner Karriere eine neue Richtung zu geben und wechselte in die USA. Dort kickt Gschwend inzwischen für das Young Harris College und überzeugt dort als Stammspieler.

Felix Götze:

Der jüngere Bruder von WM-Siegtorschütze Mario Götze wechselte mit seinem Bruder 2014 aus dem Nachwuchs von Borussia Dortmund an die Isar. Aber erst als er vom Flügelspieler zum Innenverteidiger umgeschult wurde, konnte er bei den Bayern glänzen. Letzte Saison kam der 20-Jährige auf 19 Regionalliga-einsätze, in denen er sogar drei Treffer erzielte. Weil es aber, trotz eines Profivertrags, zu keinen Auftritten bei den Profis reichte, wechselte Götze nun im Sommer zu den Profis des FC Augsburg und unterschrieb dort einen langfristigen Vertrag bis 2022. Bei den Fuggerstädtern kommt der gebürtige Dortmunder nach seinem Wechsel schon auf vier Bundesligaspiele und auf einen DFB-Pokal-Einsatz. In der Liga konnte Götze sogar schon seine Torgefahr unter Beweis stellen und einen Treffer markieren - ausgerechnet zum Ausgleich gegen seinen Ex-Verein. Zum Lohn wurde Götze nun erneut in die Deutsche U20-Nationalmannschaft einberufen. 

Mittelfeld

Valentin Micheli:

Micheli kam 2012 vom Stadtrivalen TSV 1860 München zum Bayern Nachwuchs und entwickelte sich dort als hoffnungsvolles Talent. Doch auf dem Sprung in die Regionalliga-Mannschaft riss sich der zentrale Mittelfeldfeldspieler das Kreuzband. Nach seiner Wiedergenesung folgte aber sofort der nächste Karriererückschlag für den 21-Jährigen: Ein erneuter Riss des Kreuzbandes, weshalb er in den letzten beiden Jahren nur auf 25 Minuten in zwei Spielen in der Regionalliga kam. Nun sollte im Sommer beim Ligarivalen Wacker Burghausen der Neuanfang gelingen. Trotz dreier Einsätze entschied sich Micheli jetzt aber überraschend dazu, seine Fußballkarriere erst einmal zu pausieren. 

Adrian Fein:

Adrian Fein gilt als enorm vielversprechendes Talent in den Reihen des FC Bayern Münchens. Mit sieben Jahren kam Fein, wie auch Valentin Micheli, von den Löwen zum Rekordmeister und durchlief seitdem alle Jugendmannschaften der Bayern, sowie mehrere Auswahlteams der Deutschen Nationalmannschaft. Obwohl das Ziel der Amateure der Aufstieg in die Dritte Liga ist, entschied sich der FCB dazu, U23-Stammspieler und Mittelfeldtalent Fein bis Sommer 2019 in die Zweite Liga an Jahn Regensburg zu verleihen. Dort kommt der 19-Jährige bisher auf vier Ligaeinsätze, zuletzt gegen Greuther Fürth sogar von Beginn an. Als Leistungsbestätigung wurde der Sechser für die kommende Länderspielreise der Deutschen U20-Nationalmannschaft nominiert. 

Niklas Dorsch:

Der gebürtige Lichtenfelser wechselte im Sommer 2012 vom 1.FC Nürnberg in die Jugend des FC Bayern. 2015 wurde der zentrale Mittelfeldspieler mit 17 Jahren von der U17 zu den Amateuren hochgezogen. Nach  dem Comeback von einem Wadenbeinbruch, den er sich bei der U17-EM zuzog, avancierte Dorsch bei der U23 sofort zum Stammspieler. Intern machte sich die Führungsetage der Bayern schon Hoffnungen auf einen neuen Toni Kroos, Dorschs Vorbild. Obwohl sich Dorsch zum absoluten Leistungsträger in der U23 entwickelte und auch Stammgast im Training der Profis war, feierte er erst zum Ende der letzten Saison im Spiel gegen Eintracht Frankfurt sein Bundesliga-Debüt. In seinem einzigen Bundesligaspiel konnte der damalige Kapitän der Amateure sogleich überzeugen und den 1:0-Führungstreffer erzielen. Trotzdem entschied sich der junge Franke, aus mangelnder Zukunftsperspektive beim Rekordmeister, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Stattdessen wechselte der 20-Jährige, trotz Angebote von namhaften Erstligisten, zum 1.FC Heidenheim. Beim Zweitligisten ist Dorsch nun das wohl hoffnungsvollste Talent und aufgrund starker Leistungen auf Anhieb Stammspieler geworden. Zuletzt gelang ihm im Spiel gegen Union Berlin auch seine erste Torvorlage. Wie auch sein früherer Mittelfeld-Partner Adrian Fein, wurde Dorsch nun für die U20-Nationalmannschaft Deutschlands einberufen. 

Text: Alexander Nikel

 


 

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