"Hart aber Felix"

Magath kritisiert Bayern-Gegner in der Bundesliga

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Felix Magath.

München - Für die tz analysiert unser Kolumnist Felix Magath (62) immer montags die Lage im deutschen ­Fußball. Unter dem Motto Hart aber Felix betrachtet der Meistertrainer die Liga und die DFB-Elf durch seine Brille und zeigt auf, welche Teams und Spieler in Schwierigkeiten kommen und wer auf ­Erfolgsserien hoffen kann.

Glückwunsch an den FC Bayern! 1000 Siege in 1714 Liga-Partien, zehn Start-Erfolge am Stück, 33 Treffer – alles beeindruckende Zahlen! Aber woher rührt diese Dominanz? Was begünstigt diese schon beängstigende Vormachtstellung, warum gibt es keine anderen Mannschaften, die den Bayern Paroli bieten können?

Natürlich verfügen die Bayern über die größten wirtschaftlichen Möglichkeiten und dies spiegelt sich in den Ergebnissen Woche für Woche deutlich wider. Es wurde versäumt, dem Ungleichgewicht, das unter anderem durch die Champions League in die europäischen Ligen getragen wurde, rechtzeitig entgegenzuwirken. Die Konkurrenzfähigkeit in der Bundesliga ist schon länger nicht mehr gegeben. Besuche in der Allianz Arena bringen immer die gleichen Ergebnisse. Die einzige spannende Frage lautet dort nur: Wann fällt das erste Tor?

Dass die Vereine in der Bundesliga aber inzwischen kollektiv die weiße Fahne hissen, wenn es gegen den FC Bayern geht, darf nicht sein!

Vorweg eins: Ich halte viel von der Arbeit von Peter Stöger und habe ihn für seine Leistungen mit dem 1. FC Köln schon mehrmals gelobt. Aber seinen Ansatz an diesem Samstag kann ich nicht nachvollziehen. Der Sinn eines Fußballspiels besteht nicht nur darin, Gegentore zu verhindern, sondern auch, Tore zu erzielen! Wie beim 1. FC Köln an diesem Samstag ist zu beobachten, dass die Bayern-Gegner schon in der Ausrichtung und Aufstellung das klare Signal aussenden, mit viel Glück die Niederlage in Grenzen halten zu wollen. Nicht mal mehr ein Unentschieden scheint das Ziel.

Beim letzten Auswärtsspiel auf Schalke hatte eine mutigere und offensivere Kölner Ausrichtung noch Erfolg gehabt – am Ende gab’s einen 3:0-Auswärtssieg.

Auch Bremen hatte sich unlängst schon vor dem Spiel gegen München ergeben. Die Aussage von Manager Thomas Eichin, dass Trainer Viktor Skripnik auch nach einem 0:12 (!) im Amt bleiben würde, war das völlig falsche Signal an die Spieler.

Dieses ungenügende Anspruchsdenken im direkten Duell mit den Bayern birgt auch Gefahren für das gesamte Niveau der Bundesliga. Minimalziele erzeugen schon Zufriedenheit.

Da lobe ich mir – wie vergangene Woche an gleicher Stelle schon einmal erwähnt – die Einstellung und das Selbstverständnis eines Stefan Effenberg. Er fordert und fördert absoluten Siegeswillen. So einer täte der Bundesliga auch gut.

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