Kolumne "Hart aber Felix"

Magath: Warum holt der FC Bayern nicht Hummels?

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Für die tz analysiert unser Kolumnist Felix Magath (62) immer in der Montagsausgabe die Lage im deutschen Fußball. Unter dem Motto Hart aber Felix betrachtet der Meistertrainer die Liga und die DFB-Elf durch seine Brille und zeigt auf, welche Teams und Spieler in Schwierigkeiten kommen und wer auf Erfolgsserien hoffen kann.

München - In "Hart aber Felix" blickt Kolumnist Magath auf das erste Bundesliga-Wochenende des Jahres zurück - und schaut auch auf die Situation des FC Bayern nach der Boateng-Verletzung.

Die Winterpause ist zwar vorbei, doch wie sich zeigte, sind die Vereine noch nicht wieder komplett im Wettkampfmodus. Überzeugt hat mich eigentlich nur die Dortmunder Leistung in Mönchengladbach. Der Rest vom Auftakt war ein bisschen zäh. Der Start nach einer Pause auf fremdem Platz fällt oft einfacher – und die große Anzahl an Auswärtssiegen am Wochenende belegt dies auch. Für den 1. FC Köln sowie Hannover 96 waren die Heimpleiten zum Rückrundenauftakt doch herbe Enttäuschungen!

Dass die Bayern nicht gleich am ersten Spieltag wieder Vollgas geben würden, war zu erwarten. Für den Top-Favoriten kommt es darauf an, in den entscheidenden Duellen in den kommenden Monaten auf den Punkt bereit zu sein. Da zählt zum Auftakt in Hamburg nur das Ergebnis. Doch der knappe Sieg wird die Bayern-Verantwortlichen nicht begeistert in die Zukunft schauen lassen. Und dies nicht nur wegen der Verletzung von Boateng. Sein Ausfall ist sicher ein Verlust. Mit Javi Martinez und Holger Badstuber stehen aber zwei Spieler bereit und im Münchner Kader ist für mich jeder Spieler im Notfall ersetzbar – mit Ausnahme von Manuel Neuer. Er macht den Unterschied aus.

Sollten die Münchner doch noch auf dem Transfermarkt aktiv werden, warum dann nicht bei Mats Hummels? Der Dortmunder, immerhin ein gestandener Nationalspieler, wäre durch die Europa-League-Teilnahme in der Champions League spielberechtigt. Außerdem könnte er sofort helfen und benötigt keine große Eingewöhnungszeit. Viele andere Spieler erfüllen diese Kriterien nicht.

Viel interessanter finde ich die Diskussionen um den bevorstehenden Abschied von Pep Guardiola. Viele Experten, vor allem aber die Bayern-Oberen und -Spieler, haben zuletzt schon mantrahaft betont, dass der FC Bayern auch mit Jupp Heynckes, dessen Abschied lange vor Saisonende feststand, 2013 das Triple gewonnen habe. Zweifel, die Trainer-Personalie könnte den großen Zielen im Wege stehen, sollen zerstreut werden. Ob man aber diese Parallele so einfach ziehen kann, darf zumindest hinterfragt werden. Zum einen war die Situation damals so, dass die Mannschaft in der Saison zuvor alle drei Titel verpasst hatte. Da wollten alle etwas gutmachen. Außerdem wussten die Spieler, dass es die letzte Saison in der Karriere ihres Trainers war und sie konnten ihm so einen rauschenden Abschied in den Ruhestand schenken. Bei Pep Guardiola ist die Situation eine andere. Er bevorzugt eine neue Herausforderung. Eine Nachricht, die die Spieler, wie man hört, sogar nur über die Medien statt vom Trainer persönlich erfuhren.

Das Saisonziel für Guardiola und die Bayern ist und bleibt der Champions League-Sieg. Wenn die Bayern dort ausscheiden, ist es verfehlt. Natürlich würde es auch dann keinen vorzeitigen Abschied von Guardiola geben, den Meistertitel gewinnt Bayern sowieso. Allerdings ist das nicht der Anspruch des teuersten Bayern-Kaders der Vereinsgeschichte.

Felix Magath

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