Vielfältige Auswirkungen

Finanz-Fairplay: Das bedeutet es für die Bayern

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UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino.

München - Die UEFA modifiziert ihr Financial Faiplay, die Auswirkungen dürften vielfältig sein – und auch verstärkt den Weg für Investoren in die Klubs ebnen. Warum spricht der FC Bayern dennoch von einer guten Lösung?

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge erklärte zuletzt: „Die überarbeitete Ausgabe entspricht den Grundsätzen vollkommen, entwickelt das System weiter und stärkt diese Grundsätze.“ Wie passt das zusammen? Immerhin ist der deutsche Vorzeigeklub in erster Linie benachteiligt, wenn Klubs wie Paris SG oder Manchester City begünstigt durch Investorengelder in großem Stile auf dem Transfermarkt auftrumpfen. Der Punkt ist: In dieser Richtung öffnet die UEFA mit ihrer Modifizierung keineswegs neue Türen. Und auch von einer Aufweichung des Finanzregel-Systems bis hin zu seiner schleichenden Abschaffung, wie einige Experten mutmaßten, kann nicht die Rede sein.

Die tz gibt einen Überblick

Das bedeutet die Modifikation! Klar ist und klar bleibt: Vereine dürfen auf lange Sicht nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Das ist der grobe Grundsatz von Financial Fairplay. Dabei gilt: Wenn Klubs dagegen verstoßen, werden sie bestraft. Bisher gab es zudem ein so genanntes Settlement Agreement, in dem der europäische Fußballverband dem betreffenden Verein aufträgt, wie er wieder auf einen grünen Zweig kommt. Das kann durch eine Senkung der Gehaltskosten passieren, durch die Erschließung neuer Einnahmequellen usw. Neu ist nun, dass die UEFA ein Instrumentarium erschaffen hat, wie man von Vornherein die finanzielle Schieflage verhindern will.

Das so genannte Voluntary Agreement, ist, wie der Name sagt, der freiwillige Gang der Vereine unter die Obhut des Verbands. Interessant ist diese Option für Klubs, denen es tendenziell immer schlechter geht und die eine künftige Kollision mit den Regeln des Financial Fairplay vermeiden wollen. Außerdem richtet es sich an Vereine, die einen neuen Eigentümer bekommen und die Frage beantworten müssen: Wie kommen wir nicht in Konflikt mit dem Kontrollsystem?

Neue Chance für Investoren

In der Folge legt die UEFA aus der Erfahrung und Entwicklung des Klubs der letzten Jahre ein realistisches Szenario zugrunde für die weitere Planung. Bedeutet: Die Ziele werden nicht zu hoch gesteckt. Somit soll ein vernünftiges Wirtschaften erreicht werden – ganz im Sinne des Verbandes und einer Vielzahl der europäischen Klubs, inklusive des FC Bayern.

Was nicht unerwähnt bleiben darf: Natürlich eröffnet die UEFA damit weiteren Investoren die Möglichkeit, sich in Vereinen finanziell zu engagieren. Allerdings soll dies nun von Beginn an im vertretbaren Rahmen passieren. Der Hintergedanke: Auch kleine, ambitionierte Vereine, haben durch die Regeländerung eine realistische Chance auf dauerhaften Erfolg im internationalen Vergleich. Allerdings gilt auch hier: Anderen Vereinen, die ein Engagement von Investoren ausschließen und auf ihre seriöses Wirtschaften verweisen, gefällt diese Maßnahme nicht.

mic

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