Fünf Fragen nach dem Ausscheiden

Pep-Zukunft, Götze, Umbruch: Wie geht es beim FCB weiter?

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Der FC Bayern steht nach dieser Saison vor einem personellen Umbruch.

München - Nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Champions League gegen den FC Barcelona steht dem FC Bayern ein Umbruch bevor. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Was passiert mit Trainer Pep Guardiola?

Der 44-Jährige hat sein klares Bekenntnis von Montag auch nach dem Halbfinal-Aus gegen den FC Barcelona wiederholt. „Wir werden es nächstes Jahr noch mal angehen“, sagte Guardiola. Zuvor hatte er in der Kabine alle Spieler um sich geschart, sich bei ihnen für die nun (so gut wie) beendete Saison mit der 25. Meisterschaft bedankt - und eingeschworen auf eine Großtat 2016? Eins ist klar: Die Ära Guardiola wird, wenn sie denn wie von vielen erwartet in einem Jahr endet, nach dem Abschneiden in der Champions League beurteilt werden. Dass er den Henkelpott bislang nicht nach München holte, lag auch an dem ein oder anderen Fehler seinerseits.

Kommt jetzt der große personelle Umbruch?

Die Entscheidungsträger beim FC Bayern sind offensichtlich davon überzeugt, dass diese Mannschaft noch ein gutes Jahr im Kreuz hat. Das heißt nicht, dass sie nicht um zwei, drei Top-Stars ergänzt wird. Bei der Kaderplanung steht der Klub vor seiner vielleicht größten Herausforderung: Gestattet er Guardiola („Thiago oder nix! `) erneut, einen oder mehrere Wunschspieler zu verpflichten, macht er sich von einem Trainer abhängig, der in zwölf Monaten womöglich weg ist. Die Runderneuerung nach den erwarteten Abschieden von Spielern wie Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso (beide Vertrag bis 2016) muss der FC Bayern unabhängig vom Mann auf der Bank bewerkstelligen. Notwendig ist sie.

War die Saison dennoch ein Erfolg?

Das Zeichen der Bayern-Fans am Dienstagabend in der Arena war eindeutig: Ja, wir sind auch mal `nur“ mit der Meisterschaft zufrieden - und trotzdem „stolz auf unser Team, hallelujah!“ Ohne Topspieler wie Arjen Robben, Franck Ribery oder David Alaba und angesichts der nach Verletzungen schwachen Form von Stützen wie Kapitän Philipp Lahm war das Aus kein Schock. Die Bayern sind dieser Tage auch Opfer des eigenen Erfolgs der vergangenen Jahre. Seit 2010 standen die Münchner dreimal im Champions-League-Endspiel und weitere zweimal im Halbfinale - der Titel wird da (fast) zur Pflicht, ein Scheitern schnell zum Fiasko erklärt. Doch das ist es nicht, auch nicht beim von Siegen verwöhnten FC Ruhmreich.

Was wird aus Mario Götze?

„Mario Götze hat Vertrag, warum soll es keine Zukunft geben?“, fragte Sportvorstand Matthias Sammer am Dienstag bei Sky. Doch derselbe Sammer hatte im vergangenen Sommer auch gesagt: „Mario steht hier bei uns alles offen, aber er muss jetzt auch durch das Stahlbad durch, das habe ich ihm schon oft gesagt.“ Aus dem „oft“ dürfte inzwischen ein „zu oft“ geworden sein. Zu oft, ohne dass sich etwas Wesentliches getan hätte bei Götze. Guardiolas Geduld mit dem Wunderkind scheint jedenfalls aufgebraucht. Wenn es im Saison-Schlussspurt darauf ankam, verzichtete er auf den WM-Helden. Auch wenn Götze mit 22 Jahren noch immer sehr jung ist: Er muss sich steigern, wenn er nicht endgültig verzichtbar werden möchte.

Wie sehr braucht der FC Bayern jetzt Uli Hoeneß?

Dringend, sagen viele. Schon der „Fall Müller-Wohlfahrt“, in der sich Guardiolas ganze Macht exemplarisch zeigte, hätte sich so mit einem Präsidenten Hoeneß nicht abgespielt, sagen Kenner des Klubs. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge oder Sammer haben in den Augen mancher Experten nicht das Profil, den FC Bayern durch stürmischere Zeiten zu steuern. Wenn der Umbruch 2016 ansteht, könnte Hoeneß wieder auf freiem Fuß sein. Freunde des FC Bayern dürften hoffen, dass er sich dann wieder stärker einbringt als nur im Nachwuchsbereich.

sid

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