Warum er doch Bayern treu blieb

Ribéry verrät: Wechsel war schon vorbereitet

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Franck Ribéry im Champions-League-Halbfinale 2014 gegen Real Madrid am Ball.

München - Franck Ribéry stand vor einigen Jahren vor einem Wechsel zu Real Madrid. Nur wegen "geiler Gespräche" blieb er dann doch in München.

Heute wäre das undenkbar, aber in der Vergangenheit stand Franck Ribéry bereits vor einem vorzeitigen Abschied vom FC Bayern. Das verriet der Franzose im Interview mit der Sport Bild. Es geht um das Jahr 2009 mit dem damaligen Trainer Louis van Gaal. Ribéry spricht von einer schwierigen Situation: "Nicht nur, weil ich mit van Gaal nicht sonderlich gut auskam. Auch, weil mich auf einmal alle Klubs wollten: Juventus, Inter Mailand, Chelsea, Manchester City, Real Madrid, der FC Barcelona. Ich war noch jünger. Für mich war das ein Schock."

Der 31-Jährige gibt zu, dass damals bereits alles für den Wechsel nach Madrid vorbereitet war. Die Gespräche waren weit fortgeschritten. Der Grund, dass dieser Wechsel nicht zustande kam, waren Gespräche mit Karl-Heinz Rummennige und Uli Hoeneß, die Ribéry beide als "Männer von Klasse" bezeichnet. Es seien "geile Gespräche" gewesen. "Barcelona hat Messi, wir haben dich, Franck", sollen sie gesagt haben. "Ich habe hier alles durchgemacht. Erfolge und harte Zeiten. Der FC Bayern und ich sind wie ein Ehepaar. Hier bin ich zu einem Mann geworden. Und der Verein ist heute auf einer Ebene mit Real und Barca."

Rückblick: Die Double-Saison der Bayern

Nach der Triple-Saison unter Jupp Heynckes tritt Pep Guardiola das schwere Erbe beim FC Bayern an. Von dem spanischen Star-Trainer wird nichts Geringeres als die Verteidigung aller Titel erwartet. Keine leichte Aufgabe. © picture alliance / dpa
Damit dieses Vorhaben gelingt, braucht Guardiola Spieler, die seine Vorstellung von Fußball teilen. Mit dem Satz "Thiago oder nix" bewegt er die Bayern-Verantworlichen dazu, den 23-Jährigen Spanier vom FC Barcelona zu verpflichten. Ein gelungener Transfer, wie sich im Laufe der Saison herausstellt. © picture alliance / dpa
Und auch der erste Titel lässt nicht lange auf sich warten. Die Bayern starten mit einer Revanche für das verlorene "Finale dahoam" gegen den FC Chelsea in die Saison. Beim Supercup in Prag schlägt man die "Blues" nach Elfmeterschießen 5:4. © picture alliance / dpa
In der Bundesliga spielen die Bayern eine überragende Hinrunde. Ein Highlight war unter anderem der 3:0-Sieg in Dortmund, bei dem ausgerechnet Ex-Borusse Mario Götze das 1:0 erzielte. Insgesamt sicherte sich der FC Bayern mit sechzehn Siegen und einem Remis die Herbstmeisterschaft. © picture alliance / dpa
Auch die Champions-League-Gruppenphase bereitet den Münchnern keine großen Schwierigkeiten. Der 3:1-Auswärtssieg bei Manchester City ist der Beleg für das funktionierende Guardiola-System. Die Citizens haben dem Tiki-Taka der Bayern nichts entgegenzusetzen. Als Gruppensieger zieht der FCB souverän ins Achtelfinale ein. © picture alliance / dpa
Bevor sich die Guardiola-Elf in die Winterpause verabschiedet, steht die Club-WM in Marokko an. Mit Siegen über Guangzhou Evergrande FC und Raja Casablanca sichert sich der FC Bayern den Weltpokal. © picture alliance / dpa
Gut erholt präsentieren sich die Bayern in der Bundesliga-Rückrunde. Die Münchner eilen von Sieg zu Sieg und von Rekord zu Rekord. Das 3:1 gegen Hertha BSC Berlin am 27. Spieltag sichert dem FC Bayern die früheste Meisterschaft aller Zeiten. Bereits im März sind die Münchner für die Konkurrenz aus Dortmund und Gelsenkirchen nicht mehr einholbar. Das gab es noch nie in der Geschichte der Bundesliga. © picture alliance / dpa
Ein paar Wochen später unterliegen die Bayern mit einer B-Elf 0:1 gegen den FC Augsburg. Die erste Pleite nach 53 Spielen ohne Niederlage. Zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren wieder ein Spiel in der bundesliga verloren. Doch Rekorde spielen für Pep keine Rolle, die Meisterschaft ist für ihn entschieden. Deswegen schont er seine Stars und rotiert die Startelf regelmäßig durcheinander. © picture alliance / dpa
Zwei Wochen nach der gewonnenen Meisterschaft schaltet der FC Bayern im Viertelfinale der Champions League Manchester United aus. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt haben die Münchner den Rhythmus in der Bundesliga verloren. Auch gegen ManU liegt man 0:1 hinten, dreht die Partie aber durch das schnelle Ausgleichstor. © picture alliance / dpa
Der fehlende Rhythmus macht sich vor allem im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid bemerkbar. Die 0:4-Pleite vor heimischen Publikum ist der bitterste Moment der Saison. Der Traum als erste Mannschaft den Titel in der Königsklassezu verteidigen ist geplatzt. Und plötzlich steht Pep Guardiola und sein Spiel-System in der Kritik. © picture alliance / dpa
Doch die Bayern erholen sich von dem Schock, schlagen nach dem CL-Aus den HSV mit 4:1 und bringen die Bundesliga-Saison zu einem versöhnlichen Ende.  © picture alliance / dpa
Nach dem letzten Spiel (ein 1:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart) nimmt Bayern-Kapitän Philip Lahm die Meisterschale in Empfang. Die Freude über den "wichtigsten Titel" der Saison ist natürlich riesig. © picture alliance / dpa
Die traditionelle Bierdusche darf bei den Meisterfeierlichkeiten natürlich nicht fehlen. Daniel van Buyten weiht Pep Guardiola in diese Bayern-Tradition ein. © picture alliance / dpa
Eine Niederlage im Pokalfinale gegen den großen Konkurrenten Borussia Dortmund hätte den Bayern die Saison trotz des Meistertitels verdorben. Aber nicht mit Arjen Robben. Der Holländer erzielt in der Verlängerung das wichtige 1:0 für den FCB. Thomas Müller legt kurz vor Schluss das 2:0 nach. Dadurch feiern die Münchner das 10. Double der Vereinsgeschichte!  © picture alliance / dpa
Und Pep Guardiola krönt seine erste Spielzeit als Bayern-Coach mit dem vierten Titel. Kein Wunder, dass er von der kompletten Mannschaft ausgelassen gefeiert wird. © picture alliance / dpa

Ein Jahr zuvor baggerte der FC Chelsea an Ribéry. Doch den ließ Bayern abblitzen, stellte sich sofort quer. "Das hat mich beeindruckt", gibt Ribéry zu. Die aufgerufenen Ablösesummen von bis zu 80 Millionen Euro und die vielen Interessenten hätten ihn verwirrt, wie der Franzose zugibt.

Das alles ist Schnee von gestern. Franck Ribéry möchte seine Karriere in München beenden, denn auch seine Familie hat sich in die Stadt verliebt.

fw

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