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Verstorben geglaubter Vater von Lucas und Theo Hernandez wieder aufgetaucht

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Von: Hanna Raif

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Lucas Hernandez (r.) und sein Bruder Theo erwarten jeweils Nachwuchs.
Lucas Hernandez (r.) und sein Bruder Theo spielen zusammen für die Équipe Tricolore. ©  Insidefoto/imago-images

Bayern-Star Lucas Hernandez und sein Bruder Theo kämpfen in der französischen Nationalelf um einen Platz – das wahre Drama jedoch gibt es in ihrer Familie um ihren Vater.

München - Glaubt man allem, was man da in den letzten Tagen lesen konnte, wird am Dienstag, wenn die französische Nationalmannschaft bei der WM 2022 gegen Australien in Katar die Mission Titelverteidigung startet, irgendwo in Frankreich ein sehr trauriger Mann sitzen. Sein Name ist Jean-François Hernandez, er ist 53 Jahre alt, war einst selbst ein passabler Fußballer. Aber er erträgt kaum, was er da auf dem Rasen sehen wird: Lucas und Theo, seine beiden Söhne, im Nationaldress. Ein Land jubelt ihnen zu, und er selbst ist so nah – und doch so fern. (WM-Spielplan)

Verstorben geglaubter Vater von Lucas und Theo Hernandez wieder aufgetaucht

„Die Spiele schaut er sich alleine an, weil er von Anfang bis Ende fast weint“, sagte Hernandez’ Tochter Lauris über ihn. „Sehr schwer“ sei es für ihren Vater, die ganze Situation, die vergangenen 18 Jahre, die Gefühle zwischen Trauer, Wut, Stolz und Sehnsucht. Seit 2004, seitdem Jean-François die Familie verlassen hat, als Lucas acht und Theo sieben Jahre alt waren, hat er keinen Kontakt zu seinen Söhnen gehabt. Und Lucas, bis heute der teuerste Einkauf des FC Bayern, hat schon mehrfach betont, dass dieses einschneidende Ereignis, diese Nacht-und-Nebel-Aktion ihn bis heute prägt.

Die Recherchen von France Football haben den Fall nun neu beleuchtet – und Vater Hernandez ausfindig gemacht. Verstorben, wie gemutmaßt, ist der nicht, vielmehr soll er sich nach rund 15 Jahren auf der thailändischen Ferieninsel Koh Samui wieder in Frankreich, genauer: in der Nähe von Bordeaux, befinden. Zu Wort kommt der ehemalige Verteidiger nicht, dafür aber Lauris, die Halbschwester von Lucas und Theo, sowie zwei Schwestern und ein Cousin von Jean-François. Die übereinstimmende Darstellung: Seine Ex-Partnerin Laurence Py, Mutter seiner Söhne, sei schuld an der Misere, habe ihm den Kontakt verboten.

Lucas hatte das Verhältnis als „irreparabel“ bezeichnet

Es steht Aussage gegen Aussage, wie so oft in einem Partnerschaftsstreit. Und obwohl all das so lange her ist, darf man davon ausgehen, dass das Thema die Hernandez-Brüder auch bei der WM begleiten wird. Die Familie ist wieder da, und auch wenn Papa Hernandez laut Lauris „nicht als Opportunist“ gesehen werden möchte – „Geld ist uns egal“ –, stellte sie klar: „Wir wollen sie nur wiedersehen – vor allem mein Papa.“

Lucas hatte das Verhältnis als „irreparabel“ bezeichnet. Sollte er aber in der Startelf von Didier ­Deschamps einen Platz finden, weiß er ab sofort, dass sein Vater ihm immer zusieht. Er verfolgt jeden Pass, jede Grätsche, jedes Tor – und das familieninterne Duell, das der Nationaltrainer auf der linken Abwehrseite ausgerufen hat. Weil die Innenverteidigung namhaft belegt ist, kam Lucas schon bei der WM 2018 und der EURO im vergangenen Jahr außen zum Einsatz. Und weil sich sein jüngerer Bruder Theo beim AC Mailand zu einem der besten Linksverteidiger der Welt entwickelt hat, macht der ihm seinen Platz nun ernsthaft streitig.

Egal, wer spielt: Bei Jean-François werden die Tränen fließen – so oder so. Hanna Raif

Informationen zu allen Teams der WM 2022 finden Sie hier.

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