Stimmen zur Bayern-Dominanz

Franz: "Kein Mensch spricht mehr von Robben oder Ribéry"

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Bayern-Franz Beckenbauer.

München - "Kein Mensch spricht mehr von einem Robben oder einem Ribéry", meint Franz Beckenbauer nach dem Sieg des FC Bayern gegen Borussia Dortmund. Die Stimmen zur Bayern-Dominanz.

Es wäre eine eher ungewöhnliche Liebe, aber wer weiß denn schon, was in Fußballerköpfen vor sich geht: Zum Beispiel in denen von Mario Götze und Pep Guardiola – wird das vielleicht doch noch eine Liebesgeschichte? Sky-Experte Lothar Matthäus, sozusagen der Chefromantiker der Expertenbranche, erklärte vor dem Spiel das Verhältnis zwischen Trainern und Spielern so: „Ich brauch dich, ich mag dich, ich lieb dich wie meinen Sohn – so etwas braucht ein Spieler.“ Tja, und dann ließ doch tatsächlich Pep schon wieder Götze von Beginn an spielen, dieser machte sein erstes Saisontor und kommt immer besser in Tritt. Wer hätte das zuletzt gedacht? Franz Beckenbauer sicher nicht, der Götze in der letzten Saison ja noch verbal demontiert hatte. Diesmal lobte er ihn – zumindest ein bisschen: „Mario muss seinen Körper einsetzen, das hat er heute gezeigt, das hat er versucht, er ist stabiler geworden.“

Dass aus diesem Herzensgschichterl zwischen Pep und Mario nicht mehr als eine Randnotiz wurde, lag natürlich an der übrigen Konstellation: Bayern zerfieselt den BVB wie ein Wiesnhendl, dabei schießt Robert Lewandowski schon wieder zwei Tore, genau wie Thomas Müller, der danach in die Kamera lachte und sagte: „Ja, das läuft.“

Und wenn es läuft bei Bayern, dann gerät auch ein BVB derartig unter die Räder, wie das wohl auch Paul Breitner, immerhin die personifizierte breite Bayernbrust, vorm Spiel nicht vermutet hätte: „Wenn ich sehe, wer da aufläuft, dann muss ich sagen: Dortmunds Mannschaft ist ja nach wie vor allererste Sahne in Europa.“ Aber eben in entscheidenden Dingen noch ein großes Stück entfernt von der Klasse der Bayern. Was die – neben ihrem fußballerischen Können – auszeichnet, beschrieb Breitner so. „Es ist ein unglaubliches Selbstvertrauen, ein Wissen, das in der Mannschaft drin ist, dass sie sich noch jeden Gegner zurechtgerichtet hat. Irgendwann wird sie das Spiel immer in den Griff bekommen, um es am Ende auch gewinnen zu können.“ Wie recht Breitner damit hatte. 20 Minuten war Dortmund dominant, aber dann…

Ja dann – gratulierte eben halb Deutschland den Bayern zur Meisterschaft, was Franz Beckenbauer aber nicht so gerne hörte. „Es sind doch noch 26 Spiele bis zum Ende“, sagte er. Aber was er danach sagte, das ging doch eher in Richtung Lasst-uns-schon-mal-den-Schampus kaltstellen: „Die Bayern sind gefestigter als im letzten Jahr. Kein Mensch spricht mehr von einem Robben oder einem Ribéry – die Bayern sind besser geworden. Und dann ist da eine Begeisterung in der Mannschaft! Das schaut schon sehr gut aus.“

So sehen es die einen. Die anderen, wie der Ex-Dortmunder Steffen Freund, sahen es so: „Dieses Spiel hat alle ­schockiert.“ Und so konnte Thomas Tuchel auf die Frage, ob denn irgendwer in der Bundesliga die Bayern stoppen kann, nur eine ehrliche Antwort geben: „Nein, natürlich nicht.“

Bilder: FC Bayern München führt Borussia Dortmund vor

FC Bayern München führt Borussia Dortmund vor: Drei Mal Note 1

tz

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