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Beckenbauer im tz-Interview

Kaiser: "BVB besteht ja nicht nur aus Reus"

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Franz Beckenbauer.

München - Der Fußball-Kaiser ist mal wieder im Dauereinsatz, als Botschafter für die Laureus-Stiftung war er gerade erst wieder als Laudator gefragt – und natürlich ist das auch seine Meinung zur Lage des FC Bayern und der DFB-Elf.

Die tz sprach mit ihm über Bastian Schweinsteiger, Marco Reus und einen, den der Rekordmeister gerade sehr vermisst.

Herr Beckenbauer, Berlin ist im Gala- und Sportfieber, Sie haben beim Laureus-Medienpreis selbst eine Trophäe überreicht. Hatten Sie denn auch Zeit, den Film unserer Nationalmannschaft anzuschauen?

Beckenbauer: Nein, leider noch nicht. Aber das werde ich ganz sicher noch machen.

Wäre es nicht schön, wenn es auch von 1974 so einen Film gäbe? Was würde man da sehen?

Beckenbauer: Gott sei Dank gibt es den nicht! Wir hatten ja damals ein paar mehr Freiheiten als die Spieler heute, und diese Freiheiten haben wir auch ausgenutzt. Das dürfte man im Film gar nicht zeigen. Wir haben da wirklich unseren Spaß gehabt! Das wäre heute gar nicht mehr möglich. Sobald du heute irgendwo hingehst, wirst du sofort fotografiert, jeder hat ja dieses Teufelszeug (zeigt auf ein Smartphone, Anm. der Red.). Du hast keine Chance, etwas zu machen. Da war es bei uns noch einfacher, vielleicht auch schöner.

Wie schwer war es dann nach diesem schönen Ereignis, sich wieder auf die sportlichen Aufgaben zu konzentrieren?

Beckenbauer: Schwer, aber das ist halt so. Mit dem FC Bayern sind wir in dem Jahr ja auch noch Europapokalsieger geworden, Deutscher Meister und eben noch sieben Spieler Weltmeister. Und dann gehst du in die neue Saison ohne eine richtige Vorbereitung. Zudem hatten wir nicht so einen großen Kader, mussten das mit Amateurspielern kompensieren. Ich glaube, wir sind dann auch nur Zehnter geworden. Es ging nur, sich auf einzelne Spiele zu konzentrieren, so konnten wir noch den Europapokal gewinnen. Auf lange Sicht aber klappte es nicht.

"Gegner noch motivierter"

Wie haben Sie das mit der Nationalmannschaft empfunden? Jogi Löw hat derzeit seine Probleme.

Beckenbauer: Ja, aber das liegt auch an etwas anderem, an das sich die Mannschaft gewöhnen muss: Man spielt jetzt nicht mehr gegen Deutschland, man spielt gegen den Weltmeister! Der Gegner ist noch motivierter, da muss man sich drauf einstellen. Hinzu kommt, dass Jogi Löw viele Verletzte hat. Und die, die da sind, sind noch nicht richtig in Form.

Ein verletzter Weltmeister ist Bastian Schweinsteiger. Glauben Sie, dass es bei der derzeitigen Stärke des FC Bayern schwierig wird für ihn, wieder ins Team zu finden?

Beckenbauer: Das glaube ich nicht. Es hängt aber davon ab, wie er die Zeit jetzt genutzt hat. Im Endspiel bei der WM ist er über die Leistungsgrenze hinausgegangen, das hat der Körper ihm danach gezeigt. Er brauchte die Regeneration, die hat er gehabt in den letzten Monaten. Mehr als die anderen!

Die Mannschaft hat sich inzwischen auch ohne ihn sehr gut eingespielt.

Beckenbauer: Ja, einfach ist das nicht für ihn. Aber Basti ist sehr flexibel und ein so guter Spieler, dass er das überwinden wird. Ich bin überzeugt, dass er noch gebraucht wird!

Bei einem anderen geht es derzeit fast täglich darum, ob er beim FC Bayern gebraucht wird: Marco Reus. Wie sehen Sie dieses Gezeter? Tut der Spieler Ihnen sogar leid?

Beckenbauer: Nein, es gibt ja nichts Schöneres, als wenn man als Spieler im Blickpunkt steht. Wenn man so um ihn diskutiert, heißt das ja, dass er Extraklasse sein muss. Und das ist er auch!

Wäre Dortmund endgültig abgehängt, wenn er den Verein verlässt?

Beckenbauer: Dortmund besteht ja nicht nur aus Marco Reus. Da sind noch andere da. Aber keine Frage, er ist ein wichtiger Spieler!

Wie schwer wiegt für den FC Bayern der Ausfall von David Alaba?

Beckenbauer: Er hat sich zum Stammspieler entwickelt, und in dieser Mannschaft ist das schwer! Man kann nicht sagen, ohne Alaba geht’s nicht. Es geht natürlich. Aber er wird sicherlich vermisst! Man muss nur sehen, mit welchem Spaß er zuletzt wieder mit Franck Ribéry zusammen gespielt hat.

Interview: mic, lop

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