Interview in den USA

Franz: Darum stürzt Bayern nach der WM nicht ab

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Franz Beckenbauer im exklusiven Interview mit fcb.tv.

Portland - Franz Beckenbauer hält einen Absturz des FC Bayern in der Bundesliga nach der WM 2014 für ausgeschlossen. Warum, das erklärt er einem in den USA geführten Interview.

Nach dem WM-Titel 1974 schmierte der FC Bayern in der Bundesliga sauber ab. Am Ende der Nach-WM-Saison reichte es nur zu einem blamablen zehnten Tabellenplatz. Einen ähnlichen Durchhänger des Vereins nach dem WM-Titel 2014 hält Bayern-Ehrenpräsident  Beckenbauer für höchst unwahrscheinlich.  

In einem exklusiven Interview für fcb.tv während der USA-Reise des FC Bayern meint Beckenbauer: "Wir hatten damals – nicht nur bei Bayern, sondern bei allen Vereinen – kleine Kader. Wir waren 14, 15 Profis. Der Rest war Amateure. Wenn Du da mal einen Ausfall hattest von drei, vier Spielern, dann musstest Du mit der halben Amateurmannschaft spielen." Nach dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister und des WM-Titels 1974 seien die Leistungsträger müde und angeschlagen aus dem Urlaub gekommen. "Aber darauf hat der Gegner natürlich keine Rücksicht genommen. Vor allem Kickers Offenbach. Ich kann mich noch gut erinnern: Der Aufsteiger hat uns gleich 6:0 geschlagen beim ersten Bundesliga-Spiel."

Aber in diesem Fall werde sich die Geschichte nicht wiederholen, vermutet der Kaiser: "So was passiert heute nicht mehr. Weil Du eine Breite von 30 Spielern hast, wo jeder jeden ersetzen kann. Das ist eine ganz andere Situation wie damals."

Außerdem meint Beckenbauer: Das WM-Siegtor von Mario Götze könne für den 22-jährigen Bayern-Profi Segen und Fluch zugleich sein: "Da gibt ihm Jogi Löw die Chance, sich in die Geschichtsbücher einzutragen, indem er das entscheidende Tor macht. Also das muss ihm Aufschub geben. Auf der anderen Seite ist das natürlich auch eine Verpflichtung. Er ist jetzt in aller Munde. Man schaut besonders auf ihn."

USA-Reise des FC Bayern für Beckenbauer absolut richtig

Die USA-Reise der Bayern wertet Beckenbauer in puncto Marketing als Schritt in die richtige Richtung: "Sie haben den Namen und sie haben die Reputation. Aber wenn ich was will, wenn ich was verkaufen will, dann muss ich hin. Dann kann ich nicht von den Amerikanern verlangen, dass sie nach München kommen oder dass sie nach Deutschland kommen. Dann muss ich präsent sein. Und das machen sie jetzt."

An die Stadt Portland, wo der FC Bayern am Mittwoch ein Testspiel gegen eine MLS-Auswahl bestreitet, hat der frühere US-Legionär Beckenbauer übrigens allerbeste Erinnerungen. "Vor 37 Jahren haben wir hier die erste amerikanische Meisterschaft gewonnen. Ich hab ja 77 bei Cosmos New York angefangen. Und in dem Jahr sind wir gleich Meister geworden. Und das Endspiel war hier in Portland gegen Seattle Sounders mit Bobby Moore und Mike England. Wirklich sehr gut. Das Ergebnis war auch dementsprechend knapp. 2:1 haben wir das Spiel gewonnen und sind dann amerikanischer Meister geworden."

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fro

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