Weltfußballer 2014

Früher "koan Neuer": Jetzt drückt van Gaal ihm die Daumen

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Wird Manuel Neuer Weltfußballer 2014? Louis van Gaal drückt einem Deutschen die Daumen. In Frage kommt dann wohl der Bayern- und DFB-Keeper.

München - Wie sich die Zeiten ändern: 2011 war Louis van Gaal schuld an den "koan Neuer"-Schildern. Jetzt drückt er dem Bayern-Keeper die Daumen für die Wahl zum Weltfußballer - jedenfalls indirekt. 

Der frühere Bayern-Trainer Louis Van Gaal wünscht sich, dass der Goldene Ball für den Weltfußballer an einen deutschen Nationalspieler geht. „Ich glaube, sie werden ihn Cristiano oder Messi geben“, sagte der Teammanager des englischen Spitzenklubs Manchester United der Marca: „Aber wenn es darum geht, dass ein Spieler etwas gewinnen muss, ist der WM-Titel der wichtigste. Darum hoffe ich, dass ein deutscher Spieler gewinnt, sie haben es verdient.“

Da van Gaal ein ausgewiesener Fußballexperte ist, darf man ihm unterstellen, dass ihm klar sein muss, dass der Titel - falls ein Deutscher gewählt wird - wohl an Manuel Neuer gehen würde. Das ist unter Experten so ziemlich Konsens. Denn: Die anderen Weltmeister-Kandidaten Thomas Müller, Mario Götze und Bastian Schweinsteiger zeigten - im Gegensatz zu Neuer - keine konstant hohe Leistung. Vor allem während der WM in Brasilien.

Aktuell befürworten Ex-Bayern-Keeper Oliver Kahn und Mannschaftskollege Xabi Alonso eine Auszeichnung Neuers mit dem Titel des Weltfußballers 2014. Sollte ein deutscher Spieler die Ehrung holen, scheint also klar zu sein, wer dann zum Zug kommt.

Ironie der Geschichte: Van Gaal drückt Neuer die Daumen

Dass van Gaal Manuel Neuer nun indirekt die Daumen drückt, kann man als Ironie der Geschichte sehen. Denn: Als die Münchner Ultras Anfang des Jahres 2011 Front gegen eine Verpflichtung des damaligen Schalke Keepers machten (immerhin war der früher auch in der Schalker Ultra-Szene unterwegs), goss van Gaal jede Menge Öl ins Feuer: Und zwar durch die Personalie Thomas Kraft. Als die Bayern-Ultras Schilder mit der Forderung "Koan Neuer" hochhielten, wollte van Gaal Kraft als starken Mann im Bayern-Tor aufbauen und halten. Der Niederländer setzte damals Hans-Jörg Butt auf die Bank.

"Koan Neuer" forderte im März 2011 auch Bayern-"Superfan" Matthäus "Hias" Hammerl. Bild vergrößern

Die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wollten aber lieber Nationaltorwart Neuer nach München holen. In ihrem Buch "Hoeneß - die Biografie" schrieben die Bayern-Experten Patrick Strasser und Günter Klein: "Thomas Kraft wurde, ohne es zu merken, von Louis van Gaal im Machtkampf mit Hoeneß instrumentalisiert." Und so analysieren sie im Buch die damalige Situation: "Dummerweise jedoch spielte die Aufstellung von van Gaal der Anti-Neuer-Fraktion in die Karten. Diese unterstützte Thomas Kraft als bayerische Lösung - und hatte den immer noch beliebten Trainer auf ihrer Seite."

Bekanntlich setzten sich letzten Endes die Bayern-Bosse durch. Uli Hoeneß haute van Gaal die Personalie Kraft nach dessen Rauswurf auch um die Ohren. Mit Thomas Kraft habe "die ganze Scheiße angefangen", sagte der damalige Bayern-Präsident auf der Pressekonferenz im April 2011, bei der die Trennung von van Gaal verkündet wurde.

Thomas Kraft wechselte zum Saisonende 2010/2011 zu Hertha BSC nach Berlin, wo er noch bis 2015 unter Vertrag steht. Ein Thema für die Nationalmannschaft war er seither nicht. Wogegen Weltmeister Manuel Neuer heute die klare Nummer Eins im Tor der DFB-Elf ist. Man darf den Bayern-Bossen wohl nachträglich bescheinigen, im Jahr 2011 auf das richtige Pferd gesetzt zu haben.

fro

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