USA setzen auf Bayern-Talent

Fußball-Wunder Julian Green

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Julian Green im Trainingslager der USA.

München - Für Julian Green vom FC Bayern ist tatsächlich der WM-Traum in Erfüllung gegangen: Er wurde von US-Coach Jürgen Klinsmann nominiert. Jetzt bleibt abzuwarten, welche Rolle der 18-Jährige in Brasilien spielen wird.

Jürgen Klinsmann hatte einige revolutionäre Ideen, als er 2008 zu den Bayern kam. Er brachte einen ziemlich merkwürdigen Betreuerstab mit, ließ ein paar Buddha-Figuren auf der Geschäftsstelle aufstellen und im Winter noch Landon Donovan nachverpflichten. Der US-Stürmer sollte es mit Luca Toni, Miroslav Klose und Lukas Podolski aufnehmen. Blöd nur, dass Hermann Gerland Donovan damals sogar die Qualität absprach, im zweiten Team der Münchner mithalten zu können.

Donovan verließ die Bayern nach einem viermonatigen Leihgeschäft wieder in Richtung Heimat, Klinsmann folgte nach seiner Entlassung kurz darauf. Im Nationalteam war der mehrfache Torschützenkönig der MSL nun erneut Liebling des Trainers. Bis Freitag. Bis Julian Green ihm vorgezogen wurde.

Tatsächlich hat es das 18 Jahre alte Mittelfeld-Talent des FC Bayern (in US-Medien: „Das Fußball-Wunder“) zur WM geschafft. Klinsmann sprach dem Debütanten bei seiner überraschend frühen Nominierung am gestrigen Freitag zu, „nicht so viel nachzudenken. Er ist sehr intuitiv. Wenn er eine Chance hat, zu schießen, dann schießt er.“ Diese Unbekümmertheit soll dem US-Team, das in Gruppe G auf Portugal, Ghana und Deutschland trifft, eine Außenseiter-Chance bescheren. Sieben Spieler im 23-köpfigen Kader sind 24 Jahre oder jünger.

Die letzten Monate des 18-Jährigen verliefen rasant. Erst im März entschied er sich, für die US-Nationalmannschaft (und nicht für Deutschland) aufzulaufen. In Bayern-Kreisen sah man das nicht gerne, aber Green witterte seine WM-Chance. Im April stand er beim Test gegen Mexiko zum ersten Mal im Kader, seit zehn Tagen ist er nun in Stanford im Trainingslager. „Ich habe hart gearbeitet, um mir diesen Traum zu erfüllen“, sagte Green nach der Nominierung.

Ob er bei der WM eine große Rollen spielen wird, ist unklar, aber man traut Klinsmann durchaus zu, weitere unkonventionelle Entscheidungen zu treffen. Schon als deutscher Nationalcoach war er für diese bekannt, Oliver Kahn etwa wurde vor der WM 2006 überraschend durch Jens Lehmann ersetzt. Nun hat es Donovan getroffen (Klinsmann: „härteste Entscheidung der Trainerkarriere“), den Mann, der jahrelang für den Aufschwung des US-Fußballs stand.

Green übrigens steht für den Aufschwung des Regionalliga-Teams der Bayern: 15 Treffer in 18 Spielen. Hermann Gerland ist ein Fan von ihm.

Hanna Schmalenbach

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