Schiedsrichter entschuldigt sich

Gagelmann zu Elfer-Entscheidung: "Es tut mir Leid"

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Schiedsrichter Peter Gagelmann gab nach dem Spiel seine Fehlentscheidung beim Handspiel von Marcel Schmelzer zu.

München - Nach dem Pokal-Halbfinale der Bayern gegen den BVB gab es für die FCB-Fans vor allem ein Thema: Schiedsrichter Gagelmann. Der entschuldigte sich nach Schlusspfiff.

Zugegeben, auf ihre Schüsse vom Elfmeterpunkt konnten sich die Bayern an diesem denkwürdigen Pokalabend gegen Borussia Dortmund nicht verlassen. Hatten sie im Viertelfinale gegen Leverkusen noch die Maximalausbeute, wollte nach 120 Minuten vor der Südkurve so gar nichts gelingen. Dennoch drehte sich für viele Fans auch nach Schlusspfiff alles um das Thema Strafstoß.

Denn: Schiedsrichter Peter Gagelmann hatte in der 56. Minute ein Handspiel des Dortmunders Marcel Schmelzer übersehen. Und zwar eines von der Sorte "kann man gar nicht übersehen". Der Linksverteidiger des BVB drehte sich in einen Schuss von Thomas Müller hinein und wehrte die Kugel dabei mit dem Unterarm ab. Doch weder der Schiedsrichter, noch seine Kollegen an der Linie, noch der vierte Offizielle hatten anscheinend freie Sicht auf die Szene.

Es hätte die Vorentscheidung sein können, wenngleich die Bayern später vom gleichen Punkt zwei Mal nicht trafen. Doch ob sich die Dortmunder von einem 0:2 erholt hätten? Dessen waren sich wohl auch alle Bayern-Verantwortlichen bewusst, denn diese stürmten auf jeden sich gerade in der Nähe befindlichen Unparteiischen zu. Gagelmann sah sich nicht zum letzten Mal in diesem emotionalen Pokal-Halbfinale gezwungen, Pep Guardiola zur Räson zu rufen.

Gagelmann entschuldigt sich für Fehlentscheidung

Nach dem Spiel allerdings gab der Schiedsrichter sportlich fair seinen Fehler zu. "Das Handspiel habe ich eben im TV gesehen", berichtete er gegenüber dem Kicker. "Klar, wenn man die Bilder so sieht, dann ist das Handspiel. Es ist sehr ärgerlich, wenn man eine solche Handszene so nicht wahrnimmt." Und es bleib nicht beim Ärger über sich selbst, Gagelmann entschuldigte sich auch für den ausgebliebenen Pfiff: "Es tut mir leid."

Doch es gab noch eine zweite Szene, welche die Bayern-Fans zur Weißglut trieb: Als BVB-Keeper Langerak seinen Ex-Teamkameraden Robert Lewandowski kurz vor Ende der Verlängerung umräumte. Es soll Schiedsrichter geben, die solche Aktionen auch mal mit einem Strafstoß ahnden. Doch vielleicht wollte Gagelmann diese Partie nicht durch einen Elfmeter in der 117. Minute entscheiden lassen. Und bewerten wollte er sie nach der Partie auch nicht. Denn deren Wiederholung hatte er noch nicht gesehen.

Dieser Fehler war für Gagelmann erst recht ärgerlich, weil das Pokal-Halbfinale wohl sein letztes großes Spiel gewesen ist. Am 9. Juni erreicht der Angestellte im Verwaltungsmanagement die Altersgrenze von 47 Jahren. Zu den 210 Ligaspielen wird bis dahin noch die eine oder andere Partie hinzukommen. Dann ist Schluss.

Neuer nimmt es mit Humor, Rummenigge ärgert sich

Traurig über das nahende Karriereende des Schiedsrichters, der vor drei Jahren auch das 5:2 der Dortmunder im Berliner Pokal-Endspiel gegen den FC Bayern pfiff, ist man in München nicht. „Vielleicht ist es auch besser für die Bundesliga, dass das Kapitel Gagelmann dann erledigt ist“, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und spottete. „75 000 haben in der einen entscheidenden Szene alles gesehen. Wenn der eine das dann nicht sieht, dann kann ich ihm einen Optiker empfehlen.“

„Mit den Elfmetern haben wir heute kein Glück gehabt, insofern hätte das eh nicht funktioniert“, bemerkte Neuer mit Galgenhumor. Er hämmerte seinen Elfmeter an die Latte.

Von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge erntete Gagelmann für seine Fehlentscheidung indes Fall viel Kritik: "Wir haben heute gegen zwölf Mann gespielt", ärgerte sich der Vorstandsvorsitzende. Vor dem Spiel hatte er sich noch mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zum Friedens-Gipfel getroffen. Den Emotionen nach dem Ausscheiden tat dies aber keinen Abbruch.

Auch wenn die Bayern beim Elfmeterschießen vom Punkt das Tor bei drei Schüssen nicht mal getroffen hätten, wenn Mitch Langerak nicht dringestanden wäre: Diese zwei Chancen mehr während des Spiels hätten sie gerne gehabt. Denn: Beim ersten möglichen Strafstoß stand "Mister Cool" Thomas Müller noch auf dem Rasen.

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bix mit dpa

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