Guardiola-Position gestärkt

Nahe an der "Pepfektion": Gala sorgt für Pluspunkte

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Pep Guardiola.

München - Das, was der FC Bayern am Dienstagabend in Wolfsburg auf den Platz zauberte, war nahe an der Perfektion. Das stärkt die Position von Trainer Pep Guardiola.

Philipp Lahm war nach dem Spiel fast mehr gefordert als in den 90 Minuten zuvor. Der Kapitän des FC Bayern marschierte von einem TV-Studio zum nächsten und musste anschließend auch noch den anderen Journalisten erklären, weshalb seine Mannschaft derzeit so unaufhaltsam marschiert. Weshalb bereits zum zweiten Mal in dieser Saison eine Halbzeit reichte, um den Vizemeister und noch amtierenden Pokalsieger aus Wolfsburg regelrecht auseinanderzunehmen. Denn viel beeindruckender als das Ergebnis beim 3:1 (3:0)-Sieg in der Autostadt war der Auftritt der Roten, vor allem in den ersten 45 Minuten. Da spielten die Münchner nicht gegen, sondern mit den Wölfen und zelebrierten nahezu jeden Spielzug mit einer selten gesehenen Präzision und Konzentration. Das war nahe an der Pepfektion.

„Wir haben wenig Fehler gemacht und unser Positionsspiel perfekt aufgezogen. Das war wichtig, weil der Gegner dann nicht in die Zweikämpfe kommt“, erklärte Lahm. Nicht mal ins Spiel kam der VfL, der dem neutralen Beobachter fast schon leid tun konnte. „Wir haben nicht gegen Blinde gespielt, sondern gegen eine sehr gute Mannschaft“, ergriff Lahm Partei für die überforderten Wolfsburger, stellte dann aber eben auch ziemlich schnell fest: „Nur ist es im Moment natürlich schwer, gegen uns zu bestehen.“ Und wessen Verdienst das war, daraus machten die Spieler keinen Hehl. „Wir wurden von unserem Trainerteam wieder sehr gut eingestellt auf den Gegner, haben ein bisschen was geändert. Und das hat Früchte getragen“, ließ Lahm wissen und auch Torwart Manuel Neuer richtete ein Lob an den Trainer: „Wir waren sehr gut vorbereitet.“

Seit dem Wochenende betonen die Stars immer wieder, wie sehr sie die Arbeit von Pep Guardiola schätzen. In Wolfsburg lieferten sie dem Spanier auch stichhaltige Argumente, die für eine Vertragsverlängerung sprechen würden. Die Leistung in der ersten Hälfte kam Guardiolas Vorstellungen vom perfekten Fußball in der Tat ziemlich nahe – seine Stars erlaubten sich fast keine Fehler und degradierten die Wölfe zu Zuschauern ihrer Ballstafetten. Trotzdem sieht Neuer seine Truppe noch nicht am Limit: „Er kann uns noch viel beibringen. Wir lernen immer noch dazu.“ Auch Doppeltorschütze Thomas Müller betont, dass „wir mit dem Trainer weiterarbeiten wollen. Aber ich finde die ganzen Fragen zu dem Thema langsam doof.“ Gut möglich, dass sich das Thema bald von selbst erledigt. Laut Sport Bild wollen die Bayern-Bosse in der Länderspielpause Mitte November das Gespräch mit Pep suchen und wissen, ob der Spanier seinen Vertrag verlängern will. Langsam brauchen die Verantwortlichen Gewissheit. Denn auch ihr Plan B könnte ins Wanken geraten. Carlo Ancelotti ist schon beim FC Chelsea im Gespräch.

Sven Westerschulze

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