Neuer, Zorniger und Wormuth wundern sich

Gegenwind für Scholl nach Rundumschlag

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Nicht nur Manuel Neuer (li.) wundert sich über die Kritik von Mehmet Scholl.

FC Bayern München II - Mit seiner Kritik an der neuen Trainergeneration sorgte Ex-U21-Coach Mehmet Scholl für Verwunderung. Nun haben sich Manuel Neuer und Alexander Zorniger zu Wort gemeldet - und Scholls Kritik gekontert.

Zu taktikorientiert, zu wenig Praxiserfahrung, zu wenig individuell - Mehmet Scholl hat am vergangenen Samstag im Interview mit dem Spiegel zum verbalen Rundumschlag gegen die neuen Generation an "Laptop-Trainern" ausgeholt.

Eine Kritik, die in der Branche für Unverständnis sorgt. "Ich wundere mich ein wenig über die Aussagen von Mehmet, denn vor nicht allzu langer Zeit war er einmal bei uns externer Referent. Er hat dabei auch unsere Ausbildung in höchsten Tönen gelobt. Seine Kritik ist mir ein Rätsel", meinte DFB-Chefausbilder Frank Wormuth zu Scholls verbaler Spitze.

Auch Nationaltorhüter Manuel Neuer sieht in der starken Taktik-Fokussierung kein Problem - im Gegenteil. "Es ist ein klarer Vorteil, wenn sich ein Trainer auf den Gegner einstellt. Deswegen sind wir als Spieler für jede Information dankbar, die Spieler sind hungrig und wollen wissen, wie sie agieren sollen", so der 29-Jährige. "Wir sind immer top vorbereitet beim FC Bayern und bei der Nationalmannschaft. Da finden auch Dinge am Laptop statt." Alexander Zorniger, Trainer des VfB Stuttgart, reagiert im Gespräch mit der Bildderweil gelassen auf Scholls Kritik.  "Das ist eben Mehmet. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte er auch immer einen Laptop im Unterricht dabei."

Am vergangen Samstag hatte Scholl harsche Kritik an der heutigen Trainergeneration geübt, die er als "Laptop-Trainer" bezeichnete. Derzeit komme eine Trainerschwemme auf den Markt, "immer der gleiche Typus, der alles anders macht, als ich es machen würde. Die haben nie selbst oben gespielt“, monierte Scholl, „und auch keine Ahnung, wie ein Profi auf höchstem Niveau tickt." 

Trotz seiner missbilligenden Worte ist es weitherhin Scholls Ziel, ins Trainer-Geschäft zurückzukehren. "Ich brenne darauf", meinte der 44-Jährige im Spiegel. Für ihn sei klar, "dass ich spätestens nach Ende der TV-Tätigkeit meiner Leidenschaft als Trainer nachgehen werde. Auf welchem Niveau auch immer." Momentan arbeitet der Ex-Bayern-Profi aber noch als TV-Experte in der ARD. Sein Vetrag enthält jedoch eine Ausstiegsoption.

Text: Lukas Praller

Quelle: fussball-vorort.de

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