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Lahm: "Wir müssen nachlegen"

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Philipp Lahm © dpa

München - Nach dem spektakulären Doppelpack-Comeback von “Robbery“ ist bei den Krisen-Bayern die Welt (fast) wieder in Ordnung.

Nachdem Arjen Robben zusammen mit Franck Ribéry die Bayern zurück an die Bundesliga-Spitze geschossen hatte, kämpfte der lange verletzte Niederländer mit den Tränen. “Das ist eine schwere Zeit, das darf man nicht unterschätzen. Entschuldigung“, sagte er ergriffen. Nach dem richtungsweisenden 2:1-Führungstreffer beim 4:1 (1:0) der Münchner gegen Werder Bremen küsste der nach 60 Minuten eingewechselte Robben erst den abgetapten Ringfinger. Dann entlud sich der Frust vieler Wochen in einem lauten Jubelschrei Richtung Tribüne, wo seine Liebsten saßen. Befreiung nach zwei Niederlagen für die Bayern - und vor allem für sich selbst.

Glatte 1 für Robbéry - und für die anderen? Bilder und Noten vom Bayern-Sieg gegen Werder

Mit dem 4:1 (1:1) gegen Angstgegner Werder Bremen und der geschenkten Tabellenführung hatten die Bayern-Stars bei den Weihnachtsfeiern der Fanclubs am Sonntag das perfekte Geschenk im Sack.

Sonderlob für Robben

“Nach zwei Niederlagen in Folge wird beim FC Bayern alles infrage gestellt, umso wichtiger war dieser Sieg. Die Tabellenführung ist dazu schmückendes Beiwerk“, sagte ein erleichterter Trainer Jupp Heynckes nach dem für ihn ersten Sieg gegen Bremen seit über 24 Jahren. Ein Sonderlob verteilte er an Matchwinner Robben: “Nach der Einwechslung von Arjen hat die Mannschaft eine Klassereaktion gezeigt. Man hat gesehen, dass mit ihm einfach noch mehr Potenzial da ist.“

Nach einer Stunde war Robben als Joker beim Stand von 1:1 eingewechselt worden, neun Minuten später schnappte er sich nach einem Elfmeterpfiff entschlossen die Kugel und schoss knallhart zum vorentscheidenden 2:1 ein. Danach schickte er einen Kuss an seine Ehefrau Bernadien ins Publikum und entlud seinen ganzen Frust in einer aggressiven Jubelgeste.

“Bin noch lange nicht da, wo ich sein muss“

“Ich bin noch lange nicht fit und noch lange nicht da, wo ich sein muss. Für mich ist jetzt eine sehr schwere Zeit. Ich habe noch immer manchmal Schmerzen, das ist für mich ganz schwierig“, sagte der Matchwinner bei Sky und freute sich über “seinen“ Sieg: “Heute konnte ich wieder ohne Schmerzen spielen. Das war für mich eine Freude.“

Nach seiner wochenlangen Verletzung, Operation und schwachen Leistungen bei den ersten Comeback-Versuchen war eine öffentliche Diskussion ausgebrochen, ob Bayern Robben wirklich braucht. Die dürfte nach dem Elfmeter-Doppelschlag - in der 83. Minute verwandelte der Flügelflitzer auch den zweiten Strafstoß sicher - beendet sein. Schon beim bedeutungslosen letzten Champions-League-Gruppenspiel am Mittwoch bei Manchester City hat Robben seinen Platz in der Stammformation wieder sicher.

Das zumindest verkündete Jupp Heynckes: “Wir können froh sein, dass er so cool beide Elfmeter verwandelt hat.“ Und Kapitän Philipp Lahm befand, dass “Arjen gezeigt hat, dass er ein wichtiger Spieler für uns ist“.

Vor allem aber funktionierte erstmals in dieser Saison die schon aus den vergangenen Jahren in ganz Europa gefürchtete Flügelzange “Robbery“. Denn wie Robben steuerte auch Franck Ribery zwei Tore (22. und 77.) zum ersten Heimsieg gegen die Bremer seit dem 5. November 2005 bei. Den zweiten Treffer hatte er dabei ganz schlitzohrig Torjäger Mario Gomez (“Vielleicht muss ich ihm ein Getränk ausgeben“) geklaut.

Ein Loblied auf “Robbery“ wollte der überragende Franzose deshalb trotzdem nicht singen, auch wenn er Arm in Arm mit Robben vom Feld ging: “Das ist nicht die Frage. Egal wer, egal wo - wir müssen alle Gas geben.“ Genau das war bei den Pleiten gegen Borussia Dortmund und Mainz 05 nicht immer der Fall gewesen.

“Müssen nachlegen“

Deshalb wollte Kapitän Lahm auch noch nicht das Ende der Mini-Krise bei den Bayern verkünden: “Das wird man erst in der Winterpause sehen. Wir müssen jetzt nachlegen.“ Auch Jupp Heynckes befand, “dass wir aus den letzten beiden Spielen lernen müssen. Nur mit hundertprozentigem Einsatz und Motivation können wir bestehen.“

Genau die hatte der frustrierte Werder-Trainer Thomas Schaaf bei seinen Spielern nur an der falschen Stelle gesehen. Claudio Pizarro hätte nach einem Ellenbogen-Tätlichkeit gegen Holger Badstuber (42.) schon mit Rot von Platz gehen müssen, blieb aber unbestraft und durfte so noch den zwischenzeitlichen Ausgleich von Markus Rosenberg (52.) vorbereiten.

Zwtl: “Wir haben unseren Platz zurück“

Den roten Karton sah dann Aaron Hunt nach einem brutalen Foul an Toni Kroos (81.). Schaaf räumte ein: “Das war absolut dumm und darf nicht vorkommen. Ich bin sehr enttäuscht, weil wir ein dankbarer Gegner für die Bayern waren.“ Die, zumindest laut Daniel van Buyten, jetzt wieder dort sind, wo sie hingehören - an der Tabellenspitze: “Wir haben unseren Platz zurück.“

dapd

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