Rassistisches Verhalten einzelner Anhänger

Geisterspiele und Co.: Fans wehren sich gegen Kollektivstrafen

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Auch der FC Bayern musste in Moskau 2014 schon mal vor leeren Rängen spielen.

München - Alle Fans nach rassistischem Verhalten einzelner Anhänger zu einer Kollektivstrafe zu verdonnern, empfinden Tausende Fans als unfair. Deshalb schickten zig Dachverbände einen offenen Brief an die UEFA.

Die organisierten Fans in Europa machen Front gegen Kollektivstrafen und fordern von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) eine Änderung ihrer Disziplinarpolitik bei Rassismus-Sanktionen. Rund 100 nationale Dachverbände aus 18 Ländern, die nach eigenen Angaben 100.000 Anhänger repräsentieren, haben einen offenen Brief an die Mitglieder des UEFA-Exekutivkomitees veröffentlicht. Auch der Club Nr. 12 und die Löwenfans gegen Rechts unterstützen die Initiative.

In dem Schreiben fordern die Dachverbände vor allem die „sofortige Abschaffung der Regelungen, die einen Ausschluss unschuldiger Auswärtsfans“ bedeuten. Die Fan-Organisationen beziehen sich damit auf die sogenannten „Geisterspiele“. Ein Heimspiel vor leeren Rängen ist eine gängige UEFA-Strafe für rassistische Vorfälle.

In dem Brief steht weiter, dass natürlich alle Unterzeichner "die 'Null-Toleranz-Politik' der UEFA in Bezug auf Rassismus begrüßen", und dass gegenseitiger Respekt ein integraler Bestandteil der Kernwerte im Fußball sei. 

Hunderttausend Fußballfans aus ganz Europa schreiben der UEFA einen offenen...

Posted by Club Nr. 12 on Dienstag, 16. Februar 2016

Dennoch sei die Bestrafung unschuldiger Fans respektlos. "Besonders die Auswärtsfans, die nichts falsch gemacht haben und alle ihre Reisen gebucht haben, sind diejenigen, die den höchsten Preis zahlen, wenn von der UEFA eine Sanktion gegen einen anderen Verein für das Verhalten einer anderen Fangruppe gegenüber allen verhängt wird."

Zuletzt hatte die UEFA Dynamo Kiew und seine Fans mit zwei Geisterspielen bestraft, nachdem es zu rassistischen Beleidigungen und Handgreiflichkeiten auf den Zuschauerrängen gekommen war. Doch nun wurde die Strafe auf ein Spiel reduziert - und das fand bereits am 9. Dezember statt. Auf seiner Seite schreibt Club Nr. 12 dazu: "Obwohl sie (die Dachverbände, Anm. d. Red.) den Sinneswandel der UEFA in diesem Fall als Schritt in die richtige Richtung begrüßen, zeigt sich hier das Problem mit der Handhabung der UEFA-Sanktionen durch Kollektivstrafen im Falle rassistischen Fanverhaltens. Deshalb fordern die Anhänger eine gründliche Überprüfung der UEFA-Politik."

dpa/tz

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