Bayern-Star leidet an Demenz

Gerd Müller: Alzheimer! Das sagen Hoeneß und Beckenbauer

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Uli Hoeneß (links) und Franz Beckenbauer äußern sich in einem Buch zur Alzheimer-Erkrankung der FC-Bayern-Legende Gerd Müller.

München - Gerd Müller leidet an Alzheimer: Das sagen Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer und Jupp Heynckes zur Demenz-Erkrankung der Stürmer-Legende des FC Bayern München.

Die Nachricht schockt die Fußball-Welt: Gerd Müller, Rekordtorschütze der Bundesliga und des FC Bayern München sowie Weltmeister des Jahres 1974, leidet an Demenz. Am Dienstag gab der FC Bayern die Erkrankung in einer Pressemitteilung bekannt. "Der ehemalige Mittelstürmer des FC Bayern München, der von 1964 bis 1979 in 585 Pflichtspielen im Bayern-Trikot 535 Tore erzielte, leidet seit Längerem an einer Alzheimer-Erkrankung. Müller, als "Bomber der Nation" international einer der größten Fußballer der Geschichte, 62-maliger deutscher Nationalspieler, Weltmeister 1974, Europameister 1972 und mit 13 Titeln für den FC Bayern eine der Legenden unseres Vereins, wird schon seit Anfang Februar 2015 mit starker Unterstützung seiner Familie professionell betreut. 

Zudem teilte der FC Bayern mit, dass Gerd Müllers Frau Uschi aufgrund der Demenz-Erkrankung ihres Mannes um Verständnis dafür bitte, dass es zu seinem 70. Geburtstag keine offiziellen Termine und Besuche geben werde.

Buch berichtet ausführlich über Alzheimer-Erkrankung von Gerd Müller

Im Buch "Gerd Müller - Der Bomber der Nation" von Patrick Strasser und Udo Muras (erscheint im Herbst 2015) schreiben die Autoren ausführlich über den schlechten Zustand von Gerd Müller: "Es ist still geworden um Gerd Müller in den vergangenen Jahren. Das hat einen traurigen Grund: Gerd Müller leidet unter Demenz aufgrund einer Alzheimer-Erkrankung. Seit Herbst 2014 kann er seinem Job als Assistenztrainer des FC Bayern - seiner Leidenschaft und Berufung - nicht mehr nachgehen. Gedächtnis- und Sprachstörungen setzte ihm immer häufiger zu, sein Zustand verschlechterte sich von Woche zu Woche." 

Weiter schreiben die Autoren im Buch, das bei "Google Books" bereits in Teilen zu lesen ist: "Nach eingehenden Untersuchungen im Rahmen eines General-Checks im Klinikum rechts der Isar stellten die behandelnden Ärzte im Dezember 2014 fest, dass Müller aufgrund der fortgeschrittenen Erkrankung nicht wieder nach Hause zurückkehren könne. Selbst Alltagsroutinen wie die körperliche Hygiene oder kleine Besorgungen stellen ihn vor zu große Schwierigkeiten. In seiner Wahrnehmung verlieren Zeit und Ort Kontur und Sinn. An schlechten Tagen erkennt Müller niemanden mehr außer seiner Frau Uschi. So weit ist seine Krankheit Wochen und Monate vor seinem 70. Geburtstag am 3. November 2015 fortgeschritten."

Gerd Müller leidet an Alzheimer- Uli Hoeneß: "Es ist furchtbar."

Zudem kommt auch Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Buch im Kapitel "Die Leiden des Bombers" zu Wort. Er berichtete den Autoren im Sommer 2015 zum Gesundheitszustand von Gerd Müller: "Es ist furchtbar. In den letzten Jahren kam er noch regelmäßig an die Säbener Straße, ließ sich von den Physiotherapeuten behandeln, fuhr zu den Spielen der zweiten Mannschaft mit, dann aber kam die Demenz."

Auch Franz Beckenbauer, ehemaliger Mannschaftskamerad von Gerd Müller beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft, äußert sich betroffen gegenüber den Buchautoren: "Vor ein paar Jahren habe ich ihn als Co-Trainer der zweiten Mannschaft erlebt, wie er noch voller Tatendrang war. Wir haben uns immer gefreut, wenn wir uns gesehen haben."

Das sagen Jupp Heynckes und Hermann Gerland zu Gerd Müllers Alzheimer-Erkrankung

Schockiert zeigt sich auch Jupp Heynckes, ehemaliger Teamkamerad in der Nationalelf über den schlechten Gesundheitszustand von Gerd Müller infolge der Demenz-Erkrankung: "Es ist tragisch, wenn man sieht, dass sich solch ein wunderbarer Mensch nicht mehr selbständig versorgen kann. Diese Krankheit ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann."

Hermann Gerland, Co-Trainer des FC Bayern, erzählt in dem Buch auch von einem emotionalen Besuch beim dementen Gerd Müller: "Als ich Gerd letztens wieder einmal besucht habe, hat er mich erkannt. das habe ich gespürt." Weiter berichtet Gerland, dessen Assistent Müller einst bei den Bayern-Amateuren war: "Ich habe ihm dabei Grüße von seinen ehemaligen Spielern ausgerichtet, speziell von Thomas Müller, David Alaba und Bastian Schweinsteiger. Da kamen Gerd die Tränen. Er hat geweint."

Vermutlich kommen auch vielen Fans des FC Bayern die Tränen, wenn sie Hermann Gerlands Worte lesen.

Gerd Müller hat Alzheimer - Pressemitteilung im Wortlaut

fro 

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