Nach dem Tod der Stürmer-Legende

Beckenbauer nimmt Abschied von Müller - Eine Szene lässt den Kaiser heute noch lachen

Franz Beckenbauer (r) spricht über Gerd Müller.
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Franz Beckenbauer nimmt Abschied von seinem langjährigen Freund Gerd Müller.

Gerd Müller ist tot. Der ehemalige Bayern-Star und deutsche Nationalspieler verstarb im Alter von 75 Jahren. Franz Beckenbauer nimmt Abschied von seinem Freund - und denkt an gemeinsame Zeiten.

München - Eine traurige Nachricht machte am Sonntagnachmittag die Runde. Gerd Müller ist im Alter von 75 Jahren an den Folgen seiner Alzheimer-Erkrankung verstorben. Viele langjährige Weggefährten bekundeten offen ihre Trauer und nahmen Abschied von der Stürmer-Legende des deutschen Fußballs.

So auch Franz Beckenbauer. Der Kaiser schnürte über ein Jahrzehnt an der Seite des Bombers der Nation die Fußballschuhe für den FC Bayern München. Die beiden verbindet eine lange Freundschaft. Nun nimmt er Abschied von seinem ehemaligen Teamkameraden und erinnert an eine Situation, die in heute noch schmunzeln lässt.

Franz Beckenbauer nimmt Abschied von Gerd Müller - eine Szene lässt ihn heute noch lachen

Gerd Müller wechselte 1964 zum FC Bayern München. Nach einem schwierigen Start etablierte sich der gebürtige Schwabe beim damaligen Regionalligisten und wurde ein wesentlicher Bestandteil der Mannschaft, die in den folgenden Spielzeiten den deutschen Fußball beherrschen sollte. Zu dieser Zeit stand auch Franz Beckenbauer im Aufgebot des heutigen Rekordmeisters. Der Kaiser erinnert sich gerne an eine Szene bei den Bayern zurück, die ihn heute noch lachen lässt.

„Wir wohnten damals nur ein paar Kilometer voneinander entfernt. Er in Straßlach und ich in Grünwald. Er holte mich vor den Spielen ab und musste manchmal auf mich warten, weil ich rumgetrödelt habe. Als er mal ungeduldig sagte: ‚Franz, wir kommen zu spät, die Anderen fahren davon.‘ Da lachte ich: ‚Dicker – so nannte ich ihn – merke dir eines. Ohne uns fährt bei Bayern keiner ab.‘ Und ohne seine Tore wäre der FC Bayern niemals, was er heute ist.“

Franz Beckenbauer: Bewegende Worte für Gerd Müller - „Wir waren wie Brüder“

Auch wenn Gerd Müller bereits eine Weile unter den Auswirkungen seiner Erkrankung litt, zeigte sich Beckenbauer schockiert über die Nachricht seines Todes. In einem Interview mit der Bild-Zeitung findet der 75-Jährige bewegende Worte für seinen Freund und unterstreicht nochmal die besondere Verbindung, die die beiden Erfolgsgaranten des FC Bayern miteinander teilen.

„Auch wenn man schon seit Langem die Nachricht befürchten musste: Sie trifft mich wie ein Schock. Er war so ein feiner Kerl und viel feinsinniger, als viele dachten. Gerd und ich – wir waren wie Brüder“, so Beckenbauer. Es wird klar, dass die Zwei mehr als nur der Fußball verband. (men)

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