Bayerns Ami-Frau erklärt US-Fußball

Lewandowski: "Bei mir daheim kennt jeder Bayern"

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Gina Lewandowski spricht über Fußball...

München - Gina Lewandowski ist Amerikanerin – Grund genug, um mit ihr über das Reiseziel ihres Namensvetters Robert Lewandowski und seiner Kollegen zu sprechen, die am Mittwoch in die USA aufbrechen.

Es war Anfang Mai 2012, als eine Meldung die Runde machte und für Aufruhr sorgte: Lewandowski wechselt zu Bayern! Dabei hatte dieser Neuzugang nicht viel mit dem Mann zu tun, der nun vor dieser Saison aus Dortmund kam. Es handelte sich um Gina Lewandowski! Die heute 29-Jährige ist zu den FCB-Frauen gewechselt, spielt nicht im Sturm und kommt auch nicht aus Polen. Sie ist Amerikanerin – Grund genug, um mit ihr über das Reiseziel des Herrn Lewandowski und seiner Kollegen zu sprechen, die morgen in die USA aufbrechen.

Gina, der FCB goes USA, Sie haben den anderen Weg genommen. Was können Sie uns aus der Heimat erzählen?

Gina Lewandowski: Ich komme aus einer ganz kleinen Stadt in Pennsylvania, aus Coopersburg. Geboren bin ich ein paar Kilometer weiter, in einer noch kleineren Stadt: Bethlehem – wie in Israel! Ein Dorf mit einem Berg, auf dem wir gewohnt haben und von wo ich immer mit dem Auto in die Schule gefahren werden musste.

Und dort haben Sie Fußball spielen gelernt?

Gina Lewandowski: Genau, da war ich sechs Jahre alt. Am Anfang habe ich auch andere Sportarten ausprobiert: Basketball, Softball, Volleyball und so. In den letzten zwei Jahren auf der Highschool habe ich dann gemerkt, dass Fußball mir einfach am meisten Spaß macht.

Was haben die Jungs dazu gesagt: Wurde und wird Fußball in den USA als Mädchensport abgetan?

Gina Lewandowski: Nein, das kann man so nicht sagen, das war auch damals nicht so. Natürlich haben die meisten Jungs Basketball, American Football oder Baseball gespielt, aber sie haben den Fußball nicht als Frauensport abgetan. Es gab genauso ein Herrenteam bei uns in der Schule, mit dem man an Turnieren teilnahm. Der Unterschied zu damals ist, dass sie auch qualitativ zugelegt haben. Fußball ist populärer geworden, die Spieler besser.

Hat die WM einen neuen Boom ausgelöst?

Gina Lewandowski: Wenn wir von meiner Familie ausgehen, auf jeden Fall – sie haben jedes Spiel angeschaut (lacht). Aber im Ernst: Es wurde sehr viel berichtet und sehr genau verfolgt, was in Brasilien passiert ist. Aber das wird sich auch wieder legen, das Interesse wird zurückgehen. Hoffentlich nicht allzu sehr.

Was ist das Problem? Fehlt es den Ligen an Attraktivität?

Gina Lewandowski: Die Liga könnte mit Sicherheit mehr Spieler brauchen, die auch bei einer WM dabei sind. Aber ich bin hoffnungsvoll, nicht zuletzt Jürgen Klinsmann macht einen guten Job für den Fußball in Amerika.

Was schaut sich der Amerikaner an, wenn er europäischen Fußball sehen will?

Gina Lewandowski: In erster Linie die englische Liga, Manchester United. Dann kommt schon Deutschland. Danach erst Spanien.

Was ist mit Bayern?

Gina Lewandowski: Jeder kennt Bayern München!

Auch durch Sie?

Gina Lewandowski: Ja klar (lacht). Wen man aber tatsächlich durch die WM sehr gut kennt, ist Thomas Müller. Aber auch Schweinsteiger ist sehr bekannt, zudem Lahm und Neuer. Ich war zuletzt zu Hause und habe viele Bayerntrikots gesehen – und das lag nicht daran, dass ich sie mitgebracht habe. Nur mein Vater hat eines bekommen mit Lewandowski hinten drauf. Allerdings mit der Nummer zwei, nicht mit der neun (lacht).

Bilder: Das sind Münchens große Stadien

Die Welt- und Sportstadt München kann gleich mit mehreren Stadien aufwarten: Von traditionsreichen Kampfbahnen bis hin zur modernen Arena. © Marcus Schlaf
Das traditionsreichste ist wohl das Grünwalder Stadion auf Giesings Höhen. Hier gewann der TSV 1860 im Jahr 1966 seine einzige deutsche Meisterschaft. © Marcus Schlaf
Im Volksgargon hat es viele Namen: 60er Stadion, Hermann-Gerland-Kampfbahn, Grünwalder - aber der offizielle Name lautet "Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße". © Klaus Haag
Nostalgie pur: Die alte Hauptribüne des Grünwalder Stadions mit den Reporterkabinen unter dem Dach. © Klaus Haag
Bis 1995 spielte der TSV 1860 in seiner Heimat. Zur Saison 2004/2005 kehrten die Löwen nochmals für ein Jahr zurück. Bis zu 21.272 Zuschauer konnten die Blauen hier anfeuern. © Marcus Schlaf
Blick von der Haupttribüne auf die von den Fans geliebte Gegentribüne, die "Stehhalle". © Klaus Haag
Besten Blick auf das Geschehen auf dem Platz haben die Anwohner an der Grünwalder Straße. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Nachdem die Kapazität zwischenzeitlich auf 10.240 gesunken und die Zulassung für die 3. Liga durch den DFB in Gefahr geraten war, baute die Stadt das Stadion in der Saison 2012/2013 um. Die Ostkurve, sowie Teile der Südtribüne wurden komplett abgerissen und neu gebaut. © Klaus Haag
Auch die Gegentribüne, besonders unter den Löwen-Fans besser als Stehhalle bekannt, erhielt neue Sitzschalen. Zudem wurde die Bänke der sogenannten Vortribüne entfernt und die Zäune erneuert. © Klaus Haag
Die Hauptribüne erhielt einen neuen Innenbau sowie ebenfalls neue Sitze. Außerem erhielt das Stadion eine Rasenheizung, das Grün wurde bis in die Westkurve verlegt (zuvor war dort nur Asche als Belag) und es wurde eine neue Flutlichtanlage installiert. © Klaus Haag
Ab der Spielzeit 2013/2014 werden hier wieder die zweiten Mannschaften des TSV 1860 und des FC Bayern antreten. Zudem wird das Grünwalder Heimat der Löwen-A-Junioren sowie der Bundesliga-Damen der Bayern sein. Etwa 12.000 Zuschauer können diese Spiele dann verfolgen. © Klaus Haag
Als München 1966 den Zuschlag für die Olympischen Spiele 1972 erhielt, musste ein neues Stadion her. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Das Olympiastadion und der Olympiapark wurden auf dem Oberwiesenfeld im Norden Münchens errichtet. Es ist weltberühmt für seine Zeltdachkonstruktion, die sich auch über die Halle und die Schwimmhalle erstreckt. © picture-alliance / dpa
Anfangs bot das Stadion Platz für 80.000 Zuschauer. Die Kapazität wurde aus Sicherheitsgründen kontinuierlich nach unten geschraubt. © dpa
Auch die Umwandlung von Steh- in Sitzplatzbereiche sorgte dafür, das heute "nur" noch 69.000 Zuschauer das Olympiastadion füllen können. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Während der TSV 1860 im geliebten Grünwalder Stadion blieb und nur vereinzelt seine Spiele in der neuen Arena austrug, zog der FC Bayern komplett in den Olympiapark. Die Löwen taten dies erst 1995 nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Die Bayern-Fans in der Südkurve des Olympiastadions. © dpa/dpaweb
Im Norden war die Heimat der Löwen-Fans. Hier ist Benny Lauth auf dem Weg in die Kurve. © dpa/dpaweb
Als die Fußball-WM 2006 nach Deutschland vergeben wurde, war klar: München braucht ein neues Stadion. Zuerst sollte das Olympiastadion umgebaut werden, doch dieser Plan wurde gestoppt. Dieser hätte eine Überdachung der Gegengerade, den Wegfall der Laufbahn und den Einbau eines zweiten Ranges vorgesehen. © dpa
Stattdessen wurde per Bürgerentscheid der Bau eines neuen Stadions im Münchner Norden beschlossen. Innerhalb von nur drei Jahren (2002-2005) wurde die Arena errrichtet. © dpa/dpaweb
Der Versicherungskonzern Allianz sicherte sich die Namensrechte an der neuen-Fußball-Arena. © dpa/dpaweb
Charakteristisch ist ihr Aussehen. Die Hülle aus Kunstoff konnte zunächst in drei Farben beleuchtet werden: rot, blau und weiß. © dpa/dpaweb
Aufnahme vom Beleuchtungstest während der Bauphase. © dpa/dpaweb
Diverse Farbkombinationen sind möglich. Für jeden sollte hier etwas dabei sein. Seit 2015 sind aber durch die neue LED-Technologie 16 Millionen Farben möglich. © dpa/dpaweb
Die Löwen spielten nach dem Abstieg 2004 nur noch fünfmal im Olympiapark und verabschiedeten sich mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Köln (0:0) am 3. April 2005 aus dem Olympiastadion. © 
Der FC Bayern verabschiedete sich am 14. Mai 2005 mit dem letzten Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (6:3). © dpa/dpaweb
33 Jahre feierte der FC Bayern seine Titel unter dem Zeltdach, nun ging es ins Schlauchbott nach Fröttmaning. © dpa/dpaweb
Doch die Sonne ging nicht komplett unter für das Olympiastadion. Andere Ereignisse fanden Einzug unter das Zeltdach. © dpa
Das Olympiastadion ist seither Schauplatz von Open Air Konzerten (hier Robbie Williams), Messen, Public-Viewings (Fußball-WM oder -EM) und vielen anderen Großveranstaltungen. © dpa
Tosende Eröffnungsfeier in der Allianz Arena. Mit insgesamt drei Eröffnungsspielen wurde der 280 Millionen Euro teure neue Fußball-Tempel im Sommer 2005 eröffnet. Zuerst spielte 1860 gegen Nürnberg (3:2) ... © picture-alliance/ dpa
... dann die Bayern gegen die deutsche Nationalmannschaft (4:2) und schließlich kam es zum Derby zwischen FCB und 1860 (0:1). © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Seither feiern die Bayern in Fröttmaning ihre Siege und Titel... © MIS
.. während die Löwen hier noch immer zweite Liga spielen und (bislang) vergeblich um den Wiederaufstieg kämpfen. © MIS
Allerdings sind die Fans des TSV 1860 gegen die Arena. Der Grund: Heimweh nach Giesing ins Grünwalder, dazu die horrenden Mietbeträge, die 1860 seit dem Verkauf der Stadion-Anteile an den FC Bayern zu zahlen hat. © MIS
71.137 Plätze hat die Arena. Zu internationalen Spielen stehen durch die Umwandlung der Steh- in Sitzplätze 67.812 Plätze zu Verfügung. Weitere Pläne zur Kapazitätserweiterung laufen aber bereits. © MIS
Münchens viertgrößtes Sportstadion befindet sich derweilen im Stadtteil Gern: Das Dantestadion, oder offiziell "Städtisches Stadion an der Dantestraße". © Marcus Schlaf
Das Dante, wie es oft nur genannt wird, verfügte früher über 32.000 Plätze, wovon heute noch 12.000 erhalten sind. © Klaus Haag
Eine Besonderheit des Stadions ist die trapezförmige und daher einmalige Tribüne, in der sich auch eine Turnhalle und Waschräume befinden. Außerdem existieren eine 400-m-Tartanbahn und eine elektronische Anzeigetafel. © Marcus Schlaf
Das Dante war zur NS-Zeit für Aufmärsche geplant. Für die Marschkolonnen wurde damals die Gegengerade durchbrochen. © Klaus Haag
Das Dantestadion ist Heimat des American Football-Teams der Munich Cowboys. Außerdem trugen hier der FC Wacker München (1963-72), die Frauenmannschaft des FC Bayern sowie der Türk SV 1975 München, der unter seinen früheren Namen SV Türk Gücü München in der Fußball-Bayernliga spielte, hier seine Heimspiele aus (jeweils bis 2006). © Klaus Haag
Mittlerweile halb abgerissen ist das Olympia-Reitstadion in Riem. Heute exisitieren nur noch die unüberdachten Tribünen, die ein Halbrund um das Reitfeld bilden. © Marcus Schlaf
Die baufällige Haupttribüne und der marode Richtertum mit Anzeigetafel von 1972 wurden abgerissen. Heute finden hier vor allem Flohmärkte statt. Highlight war das Konzert der US-Rockband Linkin Park im Juni 2008, als 25.000 Zuschauer nach Riem kamen. Seit Mitte 2012 dürfen allerdings auch keine Open-Air-Konzerte mehr hier stattfinden. © Marcus Schlaf
Im Großraum München gibt es nur ein größeres Stadion, das Profi-Sport beherbergt: der Alpenbauer Sportpark in Unterhaching. Die SpVgg trägt dort ihre Spiele aus. © MIS
Bis zu 15.053 Fans fasst das Stadion. Den Namen wechselte der Sportpark übrigens schon einige male. Bis 2003 sowie von 2011 bis 2013 hieß die Arena schlicht Stadion am Sportpark. Von 2003 bis 2011 hieß sie Generali Sportpark, seit Sommer 2013 heißt sie nun Alpenbauer Sportpark. © Robert Brouczek
Charakteristisch für das Schmuckkästchen ist das Vereinsheim der SpVgg Unterhaching, das sich direkt hinter der Südtribüne, der Hachinger Fankurve, befindet. Zudem parkt in der Ecke zwischen Südtribüne und Gegentribüne stets der mannschaftsbus der Gäste. © Christina Pahnke / sampics

Sie meinen, Robert Lewandowski ist noch nicht angekommen in den USA?

Gina Lewandowski: Nein, noch nicht. Ich habe ihn übrigens auch noch nicht getroffen. Dabei wäre das sicher witzig. Als bei meinem Wechsel vor einiger Zeit die Meldung aufkam, „Lewandowski wechselt zu Bayern“ und alle dachten, der Star von Dortmund kommt, musste ich schmunzeln und meinte: Sorry, es ist nur die Frau (lacht).

Vielleicht kommt es ja mal zu einem Duell auf dem Platz.

Gina Lewandowski: Ja, vielleicht. Er ist Stürmer, ich bin Abwehrspielerin. Da würde ich doch mal versuchen ihn zu stoppen. Aber im Ernst: Ich war letztes Jahr viermal verletzt, ich will endlich fit bleiben.

Haben Sie noch einen Rat für Robert & Co.? Was wird die Bayern-Männer erwarten?

Gina Lewandowski: Rein sportlich gesehen glaube ich nicht, dass man einfach von zwei klaren Siegen ausgehen sollte. Taktisch und spielerisch sind europäische Teams unseren USA-Jungs mit Sicherheit noch einen ganzen Schritt voraus, aber in den USA läuft die Saison bereits, körperlich müssten sie also schon weiter sein.

Ist die Grundausbildung in den USA generell etwas, was man sich in Deutschland abschauen könnte?

... und beißt vor dem Grünwalder Stadion in den „Ausnahme“-­Burger.

Gina Lewandowski: Das glaube ich schon, ja! In der Schule habe ich sehr früh an meiner Kraft gearbeitet. Als ich nach Deutschland kam, hatte ich schon das Gefühl, dass wir amerikanischen Spielerinnen einen Schritt weiter waren. Hier legt man viel größeren Wert auf die taktische Ausbildung.

Und wie steht es mit der Ernährung?

Gina Lewandowski: Sagen wir mal so: Für euch beiße ich heute mal in einen Burger, ansonsten ist das nicht so meine Spezialität. Höchstens, wenn wir ein paar Spiele Pause haben (lacht).

Interview: Michael Knippenkötter

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