Noten für Tor und Abwehr

Abschlusszeugnis: So schneiden Dante und Co. ab

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Meistens machte der Ball was Rafinha (l.), Manuel Neuer, Juan Bernat (M.) und Co. wollten.

München - Die Bayern-Spieler befinden sich längst im wohlverdienten Urlaub. Wir werfen aber noch einmal einen Blick zurück auf die abgelaufene Saison. Das großes Abschlusszeugnis für die Bayern-Stars. Heute: Torhüter und Abwehr.

Die abgelaufene Bundesliga-Spielzeit hat der FC Bayern mit dem Gewinn der 25. Deutschen Meisterschaft abgeschlossen. In Pokal und Champions League scheiterte der deutsche Rekordmeister jeweils erst im Halbfinale. Sport-Vorstand Matthias Sammer bewertete die Saison mit einer 2+. Wie schaut's mit den Noten der einzelnen Spieler aus? Nach dem Bayern Mittelfeld und Angriff haben wir nun die Leistung der einzelnen Defensiv-Akteure unter die Lupe genommen und benotet:

Manuel Neuer: 32 Bundesligaspiele hat der Nationalkeeper in der abgelaufenen Saison absolviert. In 20 davon behielt er eine weiße Weste. Rekord für ihn. Nur gegen Mönchengladbach patzte der 29-Jährige und leitete die Niederlage ein. Ansonsten bestach der Schlussmann mit starken Reflexen, gutem Stellungsspiel und seinen herausragenden fußballerischen Fähigkeiten. Auch in Champions League und Pokal war Neuer ein sehr sicherer Rückhalt. Note: 1,5

Pepe Reina: Zu drei Bundesligaeinsätzen kam die zu Saisonbeginn vom SSC Neapel verpflichtete neue Nummer zwei. Fehlte in der Vorrunde lange wegen eines Muskelbündelrisses in der Wade. Gegen Bremen und Frankfurt hielt der 32-Jährige seinen Kasten sauber und konnte überzeugen. Wegen einer Notbremse gegen Augsburg musste der Spanier bereits nach 13 Minuten zum duschen. Abgesehen davon war Reina ein guter Backup zu Manuel Neuer. Note 3+

Tom Starke: Zu Saisonbeginn wurde ihm Pepe Reina als neue Nummer zwei vor die Nase gesetzt. Dazu fehlte Starke länger wegen Sprunggelenksverletzungen. Kein Pflichtspieleinsatz in dieser Saison. Keine Bewertung

David Alaba: In der Hinrunde setzte ihn ein Innenbandriss im rechten Knie lange außer Gefecht und in der Rückrunde erlitt der Österreicher dasselbe Schicksal im linken Knie. Gesund ist der 22-Jährige aus der ersten Elf nicht wegzudenken. Als Linksverteidiger absolute Weltklasse, aber auch im zentralen Mittelfeld bärenstark. Ihm gehört die Zukunft. Konnte nur in den wichtigen Spielen sein Talent nicht unter Beweis stellen. Note 1,5    

Holger Badstuber: "Ich liebe dich", rief Pep Guardiola Badstuber noch in der Saisonvorbereitung zu. Doch das Verletzungspech blieb dem Nationalspieler auch in seiner Comeback-Saison nach zwei Kreuzbandrissen und rund 600 Tagen Pause treu. Ein Muskelsehnenriss im Oberschenkel am dritten Spieltag sorgte für das Vorrunden-Aus. Nach dem Rückspiel gegen Porto wurde beim Verteidiger ein Muskelbündelriss im Oberschenkel diagnostiziert. Saison-Aus. In seinen 16 Pflichtspielen überzeugte der etatmäßige Partner von Jerome Boateng in der Innenverteidiger durch Zweikampfstärke und seine herausragenden Fähigkeiten im Spielaufbau. Note 3+ 

Medhi Benatia: Der Neuzugang vom AS Rom wurde immer wieder durch Muskelverletzungen zurückgeworfen und fand daher nie richtig in den Spielrhythmus. Seine fehlende Grundschnelligkeit macht der Marokkaner weitestgehend durch gutes Stellungsspiel wett. Der 28-Jährige ist ruhig am Ball und kompromisslos in den Zweikämpfen. Als Innenverteidiger wie auch rechts in einer Dreierkette ist der Defensivspezialist flexibel einsetzbar. Schien in der Champions League gegen den FC Barcelona vorerst an seine Grenzen gestoßen zu sein, trotz des Kopfballtreffers im Rückspiel. Sollte sein Verletzungspech nachlassen, könnte er noch wichtiger werden. Note 3  

Juan Bernat: Der Neuzugang vom FC Valencia war die Überraschung der Münchner in der abgelaufenen Saison. Nach Manuel Neuer erhielt der Spanier die meiste Einsatzzeit in der Bundesliga. Der Linksverteidiger ist technisch hoch veranlagt und mit enormem Vorwärtsdrang ausgestattet. Seine Bilanz mit einem Tor und einer Vorlage in 31 Bundesligaspielen ist jedoch stark ausbaufähig. In den Duellen gegen Barcelona wurde dem 22-Jährigen aufgezeigt, dass ihm bis zur Weltklasse noch der letzte Schritt fehlt. Note 2-

Jerome Boateng: Seit der Weltmeisterschaft ist der Innenverteidiger mit neuem Selbstvertrauen ausgestattet. Mittlerweile zählt Boateng zu den besten Innenverteidigern der Welt. Der Nationalspieler patzt, wie beim 1:3 gegen Porto, nur noch sehr selten. In der abgelaufenen Saison erzielte er sogar drei Treffer in der Champions League. Dazu ist der 26-Jährige pfeilschnell und enorm zweikampfstark. Auch im Spielaufbau präsentierte sich Boateng in der abgelaufenen Saison stark verbessert. Münchens bester Verteidiger der abgelaufenen Spielzeit. Note 1-

Dante: Der Brasilianer ist zwar die Frohnatur der Bayern. Aber das desaströse Aus Brasiliens im Halbfinale der WM gegen Deutschland scheint Dante zugesetzt zu haben. Vor zwei Jahren noch die große Überraschung - in dieser Saison eine Enttäuschung in der Innenverteidigung. Dem 31-Jährigen fehlten nicht nur Spritzigkeit und Geschwindigkeit in Laufduellen, auch seine Unsicherheit im Spielaufbau war auffällig. Besonders in Erinnerung blieben jedoch die vielen groben Patzer, wie beispielsweise beim Gegentor zum 0:2 in Porto. Note 4

Javi Martinez: Der Spanier zog sich bereits im Supercup gegen Borussia Dortmund im vergangenen August schwere Knieverletzungen zu. Wegen der langen Ausfallzeit kam der Defensivallrounder lediglich zu einem Bundesligaspiel. Bei der Niederlage in Leverkusen spielte Martinez in der Innenverteidigung. Der 26-Jährige will nächste Saison wieder angreifen und zu alter Stärke zurückfinden. Keine Bewertung

Rafinha: Die Fußstapfen eines Philipp Lahm auf der rechten Abwehrseite sind für den Brasilianer zu groß. Rafinha ist zwar ein Kämpfer, geht aber teilweise zu ungestüm in die Duelle und ist daher immer mal wieder Gelb-Rot gefährdet. Zudem blieb der 29-Jährige ohne Treffer in der abgelaufenen Spielzeit und gab in der Bundesliga in 26 Spielen nur eine Torvorlage. Rafinha spielt solide und wäre der optimale Backup als Rechtsverteidiger. International hat Rafinha nicht das absolute Top-Niveau. Note 3+  

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