Auch DFL-Geschäftsführer hat Zweifel

Talente flüchten - Ten Hag kritisiert System

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Julian Green könnte nach einer guten WM in den Fokus anderer Vereine rücken.

München - Die kleinen Bayern stehen vor einem Umbruch. Viele Talente wollen ihre Chance bei einem anderen Verein suchen und stehen vor dem Absprung.

Der Aufstieg wäre das Sahnehäubchen auf einer gelungenen Saison. Kein Muss. Das hatte Erik ten Hag, Cheftrainer der Amateure des FC Bayern II, im Vorfeld der Drittliga-Relegation betont. „Es wäre das Optimale, aber keine Pflicht. Das sagt auch der Verein.“ Doch jetzt – nach dem an Fortuna Köln verlorenen Aufstieg (0:1 im Hin-, 2:1 im Rückspiel) – ist klar: Es wird einen Umbruch bei den kleinen Bayern geben! Denn die Talente sehen kaum eine Chance, von der Vierten in die Erste Liga zu wechseln. FCB-Star David Alaba ist der letzte Profi, dem 2010 dieser Sprung gelang.

Nun haben die Bayern-Amateure eine Flut an Abgängen zu beklagen: Der 20-jährige Schlussmann Lukas Raeder verlässt den Verein (Ziel unbekannt), ebenso Vladimir Rankovic (21, Hannover 96), Benno Schmitz (19, RB Salzburg) und Kevin Friesenbichler (20, Benfica Lissabon). Darüber hinaus ist eine Ausleihe von Kapitän Alessandro Schöpf zu Mönchengladbach denkbar. Der 20-Jährige selbst äußerte vor der Relegation den Wunsch, höherklassig spielen zu wollen. „Das wäre ein guter Schritt vorwärts“, so Schöpf. „Gladbach ist eine gute Adresse.“ Dass die bereits über Profi-Erfahrung Verfügenden Mitchell Weiser (20), Pierre-Emile Höjbjerg (18, im WM-Kader von Dänemark) und Julian Green (18, im WM-Kader der USA) ein weiteres Jahr in der Regionalliga spielen werden, ist unwahrscheinlich.

Doch es gibt auch einen Lichtblick! Tobias Schweinsteiger (32) trainiert weiter an der Säbener Straße. Auf Steven Ribéry (18, drei Einsätze), den kleinen Bruder von FCB-Star Franck, werden die Amateure wohl ebenfalls nach wie vor zählen können. Die Aufgabe von Erik ten Hag wird es nun sein, um Routinier Schweinsteiger eine neue Mannschaft zu formen – um erneut anzugreifen. Und einmal mehr die Relegation zu erreichen. Er ist zuversichtlich.

Trotzdem kritisiert der Niederländer das Aufstiegssystem, das verlangt, dass die fünf Meister der Regionalligen (und der Dritte der Regionalliga Südwest) am Saisonende die begehrten Plätze um die Dritte Liga unter sich ausspielen. Mit zwei Partien gerät so eine ganze Saison ins Wanken. „Es wäre viel einfacher, wenn es nur drei, statt fünf Regionalligen gebe“, so ten Hag. „Dann würden die Meister aufsteigen, und es bräuchte keine Relegation. Das ist ein Strukturfehler.“

Ob der Spielmodus in der Form Bestand hat, darf tatsächlich bezweifelt werden. Auch in den eigenen Reihen wird Kritik laut. „Das verträgt sich nicht mit unserem sportlichen Selbstverständnis“, äußert DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig in der Sportbild. „Und es ist eine Ungerechtigkeit.“

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