Verletzungs-Misere

Großes Lazarett beim FC Bayern: Wer kommt wann zurück?

Sechs Spiele haben die Bayern noch bis zur Winterpause - unter anderem gegen Paris und Dortmund. Eine schwere Aufgabe mit einer Rumpfmannschaft und zahlreichen Verletzten. Wer kommt wann zurück? Ein Überblick:

München - Nach dem Heynckes-Lauf scheint den Bayern nun die Luft auszugehen: In der Champions League gegen Anderlecht konnten die Münchner nicht überzeugen, im Gladbacher Borussia-Park setzte es nun die erste Niederlage unter dem neuen-alten Trainer. Einer der Gründe: die schier endlose Verletztenliste. Wir geben den Überblick über das Bayern-Lazarett und verraten, welcher Spieler wann wieder einsatzfähig ist.

Manuel Neuer - Mittelfußbruch

Die Nummer Eins fehlt bereits seit Anfang der Saison und aktuell nur drei Bundesligaspiele absolviert. Besonders ärgerlich: Neuer verletzte sich zum zweiten Mal in Folge an der gleichen Stelle, schon in der Vorsaison fiel er wegen eines Mittelfußbruchs aus - damals waren es 123 Tage. Dieses mal wird es sogar noch etwas länger sein: Sein Comeback wurde immer weiter nach hinten verschoben, aktueller Stand: Anfang März soll der Nationaltorhüter wieder auf dem Feld stehen. Nur gut, dass ihn Sven Ulreich gebührend ersetzt.

Ein gewohntes Bild: Neuer mit Krücken.

Rafinha - Probleme im rechten Knöchel

Immer dann, wenn die Verletzungs-Epidemie ausbricht, können die Münchner froh sein, ihren Rafinha zu haben. Der ehrgeizige Brasilianer, der nachts schon mal Extraschichten einlegt, um seinen Traum von einem Stammplatz zu verwirklichen, kann links wie rechts in der Abwehr eingesetzt werden. Problematisch wird es allerdings, wenn bei ohnehin schon dünner Personaldecke auch noch Rafinha fehlt. So wie letztes Wochenende gegen Mönchengladbach. Am kommenden Spieltag gegen Hannover wird der 32-Jährige aber wieder dabei sein.

David Alaba - Rückenprobleme

Schon am Anfang der Saison musste der gebürtige Wiener pausieren. Nun hat sich Alaba erneut verletzt - er habe sich den „Rücken verdreht“, teilte der Rekordmeister mit. Eine baldige Rückkehr ist aber absehbar, Alaba steht zumindest schon wieder auf dem Trainingsplatz.

Juan Bernat - kleinere Blessur

Auf die Rückkehr des Spaniers warten die Bayern gefühlt schon die gesamte Saison. Ein Syndesmosebandriss zwang Bernat dazu, die Hinrundenspiele seiner Mannschaft vom Fernsehen und der Tribüne aus zu beobachten. Nachdem er gegen Augsburg nach dreimonatiger Pause sein erstes Spiel machte, gab es eine Woche später den nächsten Schock: In Gladbach musste Bernat kurz vor der Pause ausgewechselt werden, es zog im Oberschenkel. Dann die Entwarnung - es ist wohl nur eine leichte Blessur, ein längerer Ausfall droht Bernat nicht.

Thiago Alcántara - Muskelverletzung

Thiagos Krankenakte liest sich wie ein Roman von Stephen King - eine Chronologie des Grauens. Seit er 2013 zu den Bayern kam, fiel er insgesamt schon fast 500 Tage aus. Nun kommt ein weiteres unrühmliches Kapitel hinzu: Beim 2:1-Auswärtssieg gegen den RSC Anderlecht humpelte das einstige Barcelona-Talent vom Feld, Diagnose: eine schwere Muskelverletzung. Dieses Jahr wird der Spanier nicht mehr auf dem Feld stehen. 

Immerhin: Der Unterstützung durch seine Teamkollegen kann sich Thiago sicher sein: Vor dem Spiel gegen Mönchengladbach kamen alle Spieler des FC Bayern in einem Trikot Thiagos mit der Nummer 6 auf den Platz - aus Solidarität mit ihrem Mittelfeldstar.

Franck Ribéry - Außenbandriss im Knie

Auch beim Franzosen könnte man den Eindruck bekommen, dass er in den letzten Jahren enger mit dem Ärzteteam zusammenarbeitete, als mit der Mannschaft im Training. In der Saison 2014/2015 fiel Ribéry sage und schreibe 263 Tage aus (Probleme mit dem Sprunggelenk), seitdem laborierte immer wieder an leichten bis mittelschweren Verletzungen. Nachdem sich der mittlerweile 34-Jährige, der seit mehr als zehn Jahren in München Fußball spielt, im Oktober am Knie verletzte, wurde bereits über sein Karriereende spekuliert. Doch Ribéry zeigt sich gewohnt kämpferisch, kündigte an, wieder zurückkehren zu wollen. Und tatsächlich konnte man ihn schon Mitte November wieder im Mannschaftstraining beobachten. Die Chancen stehen gut, dass Ribéry noch in der Hinrunde wieder auf dem Feld stehen wird.

James Rodríguez - Gehirnerschütterung

Als diesen Sommer bekannt wurde, dass James zu den Bayern wechseln würde, war die Aufregung groß. Bei der WM 2014 in Brasilien wurde der Kolumbianer Torschützenkönig, wechselte anschließend für 75 Millionen Euro vom AS Monaco zu Real Madrid. Zwar war James in der spanischen Hauptstadt zum Schluss keine Stammkraft mehr, doch die Strahlkraft seines Namens ist noch immer sehr groß. Der Start in München war eher holprig: Die ersten Spiele verpasste der 26-Jährige aufgrund einer Oberschenkelverletzung, danach spielte er nur selten über 90 Minuten. Gegen Gladbach stieß James bei einem Kopfball-Duell mit Borussen-Verteidiger Tony Jantschke zusammen, wusste zur Halbzeitpause den Spielstand nicht - ein klares Zeichen für eine Gehirnerschütterung. Der Kolumbianer kann nun vorerst nicht trainieren. Die Pause dürfte aber demnächst beendet sein.

Thomas Müller - Muskelfaserriss

Arjen Robben sagte mal über Müller, "Der Thomas verletzt sich nie. Er hat keine Muskeln, er hat nur Knochen und Haut" - ein freundschaftlicher Seitenhieb auf den oft schlacksig wirkenden Oberbayern. Und tatsächlich gibt es wohl kaum einen Bayern-Profi, der so selten ausfällt wie Müller. Dafür sind die sieben Spiele, die Müller nach seinem Muskelfaserriss pausieren musste, eine gefühlte Ewigkeit. Im Heimspiel gegen Hannover kommenden Samstag wird Müller voraussichtlich aber wieder einsatzbereit sein.

Ende der Zwangspause: Thomas Müller wird gegen Hannover wieder dabei sein können.

Arjen Robben - Muskelfaserriss

Eine Saison ganz ohne Beschwerden - ob sich Robben daran noch erinnern kann? Dabei lief es diese Saison bisher sehr gut für den niederländischen Flügelflitzer, aufgrund eines grippalen Infekts verpasste er im September lediglich eine Partie. Gegen Anderlecht musste Robben wegen eines Muskelfaserrisses allerdings in der 48. Minute verletzt ausgewechselt werden, fehlte anschließend im Spiel gegen Gladbach. Eine längere Pause droht Robben wohl nicht.

bah/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © MIS

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