Ex-Bayern-Spieler macht sich Sorgen um Pep

Auf Erfolg gepolt: Überdreht FCB-Trainer Guardiola?

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Hat sich für seine dritte Saison beim FC Bayern eine Menge vorgenommen - zu viel? Pep Guardiola agiert derzeit sehr dünnhäutig.

München – Pep Guardiola ist im Sommer 2015 kaum wiederzuerkennen. Schon vor dem Ligastart legt sich der Bayern-Trainer mit Schiris und Gegnern an. Setzt er sich zu sehr unter Druck?

Die Saison des FC Bayern hat mit dem Pokal-Aufgalopp in Nöttingen gerade erst begonnen. Doch Pep Guardiola fährt schon seit Wochen im höchsten Gang. „Der Trainer ist noch mal ehrgeiziger und akribischer geworden. Statt 110 Prozent gibt er nun 130 Prozent“, lobt Sebastian Rode den Katalanen im „kicker“. Für seinen Traum vom Champions-League-Triumph mit den Roten ackert Guardiola wie ein Besessener. Auch Jerome Boateng stellt fest: „Der Trainer hat noch mal eine Schippe draufgelegt. Man merkt das in jedem Training, gerade auch nach der letzten Saison, die nicht einfach war, aber auch in der Vorbereitung, wo es schon wieder viel Kritik gab.“

Transfer-Ticker: Was tut sich beim FC Bayern?

Pep Guardiola unzufrieden

Guardiola will es in seinem dritten Jahr an der Säbener Straße allen Kritikern zeigen. Mit zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg gibt er sich nicht zufrieden. Dabei begehrt er nicht nur die Silberware für den Trophäenschrank, sondern auch die Goldschätze im FCB-Kader. Bayern-Experte Raimund Hinko von der „Sport Bild“ vermutet, der 44-Jährige wolle „offensichtlich mit aller Gewalt einen jungen Spieler einbauen, damit es nicht heißt, er könne nur mit fertigen Spielern arbeiten.“

Indizien dafür gibt es zuhauf: So stand der aus Stuttgart geholte Joshua Kimmich zuletzt mehrmals in der Startelf, die Eigengewächse Gianluca Gaudino und Fabian Benko bekamen in den Testspielen trotz der großen Konkurrenz ihre Einsatzchancen. Guardiolas Vorgänger haben's vorgemacht: Louis van Gaal brachte Thomas Müller und Holger Badstuber hervor, unter Jupp Heynckes avancierte David Alaba zum Profi. Mittlerweile sind zumindest Müller und Alaba Weltstars, Pechvogel Badstuber hat das Potenzial für eine große Karriere. Doch was bleibt von Guardiola, wenn er in einem Jahr tatsächlich seine Koffer packen sollte?

Guardiola gibt in Coaching Zone Gas

Um nicht zum Übergangstrainer zu verkommen, setzt sich Guardiola anscheinend selbst mehr unter Druck, als es die Öffentlichkeit jemals könnte. Sein gesten- und wortreiches Spiel in der Coaching Zone hat in diesem Sommer noch mal eine neue Dimension erreicht. Während der Testwochen drängte sich der Eindruck auf, Guardiola würde während der 90 Minuten mehr Meter machen als so mancher Spieler der Bayern-Gegner.

Von de Jong bis Mourinho: Peps krasseste Ausbrüche

Pep Guardiola aufgebracht

Doch der neue Power-Pep könnte schnell zum Bumerang werden – für ihn selbst und in der Konsequenz auch für den FC Bayern. „Momentan wirkt Guardiola sehr gereizt. Sein ständiges Gestikulieren am Spielfeldrand lässt ihn unzufrieden erscheinen. Alles sieht sehr stressbelastet aus“, schlägt Oliver Kahn im „kicker“ Alarm. Bestes Beispiel: Nach Nigel de Jongs übler Attacke auf Kimmich beim Audi Cup forderte Guardiola zunächst vehement Gelb für den Milan-Abräumer. Auf dem Weg in die Kabine leistete sich der in seinen ersten beiden FCB-Jahren so besonnen agierende Trainer mit dem Niederländer ein heftiges Wortgefecht.

Auch beim Spiel gegen den FC Nöttingen in Karlsruhe marschierte Guardiola mehrmals aufgebracht zum Vierten Offiziellen. In der Vergangenheit blieb dies noch Sportchef Matthias Sammer vorbehalten. Der Trainer gab sich für solche Nebenkriegsschauplätze nicht her. Jetzt ist das anders. Dabei war durchaus damit zu rechnen, dass die Feierabendkicker aus der Oberliga gegen einen der größten Klubs der Welt eine härtere Gangart an den Tag legen würden. Hinterhältige Fouls begingen die Badener dabei nicht. Nach den 90 Minuten stand jeweils eine Verwarnung pro Mannschaft in der Statistik.

Heynckes als gutes Vorbild?

Kahn hat Guardiolas Auftritte registriert und sorgt sich sogar um die Gesundheit des früheren Mittelfeldmotors: „Pep wirkt unausgeglichen, als stehe er unter extremem Druck, den er sich zum größten Teil selbst macht. Wenn er diesen Schritt zu mehr Gelassenheit nicht schafft, wird er der Dauerbelastung irgendwann nicht mehr standhalten. Man kann nicht jeden Tag mit höchster Drehzahl fahren.“ Wer sollte das besser wissen, als der „Titan“.

3:1 in Nöttingen: So lief Bayerns erstes Pokalspiel der Saison

Vielleicht erweist sich für Guardiola am Ende ein deutsches Sprichwort als Königsweg: „Weniger ist manchmal mehr.“ Eine gewisse Lockerheit schadet im Fußball nie. Frag' nach bei Don Jupp, dem einzigen Triple-Trainer in der ruhmreichen Geschichte des FC Bayern.

Video & Bilder: Hoeneß beobachtet Bayern-Training

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