Bayern-Trainer vertröstet Fans

Pep: "Noch vier bis fünf Spiele bis zum ersten Sieg"

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Das Warten auf den Sieg: Pep Guardiola stellt die Fans auf eine längere Durststrecke ein.

München - Pep Guardiola findet den Stotterstart in die Liga nicht ungewöhnlich. Während Rummenigge langsam ungeduldig wird, stellt der Trainer den Bayern-Fans auf eine längere Durststrecke ein.

Nach seinem Fehlstart in die Rückrunde will Meister und Tabellenführer Bayern München im Südgipfel beim VfB Stuttgart endlich den ersten Sieg im neuen Jahr feiern. Pep Guardiola wollte an diesem Freitag wieder einmal einiges klarstellen. „Die Leute denken, dass wir nicht verlieren können“, sagte der spanische Erfolgscoach von Fußball-Rekordmeister Bayern München und schüttelte energisch mit den Kopf:"Aber: Wir können auch verlieren!"

Die herbe 1:4-Pleite in Wolfsburg, das enttäuschende 1:1 gegen biedere Schalker? „Ganz normal. Die Gegner haben auch Qualität“, fand Guardiola: „Aber die Bundesliga mit 25 Punkten Vorsprung zu gewinnen? Das ist nicht normal!“ Bereits zu Beginn der Woche, vor dem Spiel gegen Schalke 04, hatte Guardiola eindrücklich gewarnt.

Vier bis fünf Spiele bis zum ersten Sieg?

„Wenn wir verstehen, dass wir auch verlieren können, dann sind wir auf dem richtigen Weg“, hatte er gesagt. Auch am Freitag wollte der Trainer nicht ausschließen, dass es auch im dritten Anlauf im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr/Sky) nichts wird mit dem ersten Sieg im Jahr 2015. „Klar, das kann passieren“, sagte Guardiola und bekräftigte, es könnte sogar auch noch „vier oder fünf“ Spiele dauern.

Rummenigge ist ungeduldig

Schließlich hätten auch seine Superstars ab und an mal „einen schlechten Tag oder einen schlechten Abend“. Das sei „ganz normal“, sagte der 44-Jährige: „Das passiert auch den anderen großen Mannschaft in Europa.“ Deutlichere Worte fand dagegen Karl-Heinz Rummenigge. „Ich bin ein bisschen ungeduldig. Da mache ich keinen Hehl daraus. Es wäre schön, wenn die Mannschaft gewinnen würde“, sagte der Vorstandsvorsitzende auf einem Termin in der FCB-Erlebniswelt und richtete den Blick bereits auf die nahenden internationalen Aufgaben. „Wir müssen versuchen, in die Spur zu kommen, um uns auch hinsichtlich der Champions League in die beste Verfassung zu spielen. Es ist keiner nervös bei uns, aber wir wissen, dass wir uns verbessern müssen.“

Zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung war nach Guardiolas Ansicht die Partie gegen Schalke. Man dürfe nicht vergessen, dass „wir 70 Minuten lang mit zehn gegen elf gespielt haben. Wir haben eine Torchance zugelassen, nicht mehr. Das war gut, wir haben das gut gemacht und gut gespielt. Ich bin sehr, sehr zufrieden mit unserer Leistung gegen Schalke“. Weltmeister Jerome Boateng war nach einer Notbremse gegen Sidney Sam bereits in der 17. Minute des Feldes verwiesen worden, das DFB-Sportgericht belegte ihn daraufhin mit einer Sperre von drei Spielen.

Guardiolas Schiedsrichter-Umarmung: "Das ist menschlich."

Das Strafmaß sorgte bei den Verantwortlichen für Unverständnis. „Drei Spiele sind zu viel“, sagte Guardiola. Am Montag (15.00 Uhr) wird der Fall in Frankfurt verhandelt. „Ich verstehe den DFB nicht ganz. Eigentlich ist das, was man jetzt entschieden hat, ein Nonsens“, sagte Rummenigge: „Es hat in x Fällen in der Bundesliga nur eine Sperre für ein Spiel gegeben, warum man jetzt einem Weltmeister Boateng einen Malus mit drei Spielen geben muss, das verstehe ich nicht ganz.“

Die zuletzt diskutierten Ausflüge seines Trainers an der Seitenlinie außerhalb der Coaching Zone wollte Rummenigge hingegen nicht kritisieren. „Mir ist ein emotionaler Trainer lieber als jemand, der nur auf der Bank sitzt. Das ist menschlich, das sollte man im Fußball akzeptieren.“ Guardiola selbst zeigte sich dagegen reumütig. „Es tut mir leid, ich weiß, dass es nicht korrekt ist. Ich hoffe, dass das nicht mehr passieren wird in der Zukunft. Hier in Deutschland sind die Regeln für alle gleich. Ich bin katalanisch, manchmal sind wir ein bisschen emotional.“

SID

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