Folgt auch der FCA-Coach einem Lockruf?

Guardiola und Weinzierl: Duell der Begehrten

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Ungleiches Auftreten – ähnliche Ziele: Weinzierl (r.) hat wie Guardiola viele Angebote.

München - Am Sonntag trifft Pep Guardiola nun ein letztes Mal als Bundesliga-Trainer auf seinen Kollegen Markus Weinzierl. Einen Mann, der im Sommer wohl wie Guardiola dem Ruf des großen Geldes folgen dürfte.

Vielleicht sind Markus Weinzierl und Pep Guardiola in gewisser Weise doch ähnlich gestrickt. Nicht unbedingt in Bezug auf ihre Ansprüche oder ihre Art Fußball spielen zu lassen, und optisch gleich drei Mal nicht. Aber womöglich bei der Gewichtung von Auswahlkriterien, die mögliche neue Arbeitgeber aufweisen sollten. Guardiola geht im Sommer zu Manchester City, das ist bekannt. Und es wäre keine Überraschung wenn auch Weinzierl, jener Coach, auf den Guardiola mit dem FC Augsburg am Sonntag trifft, ab Juli nicht mehr beim FC Augsburg wäre. Schalke, Gladbach und Stuttgart hat der umgarnte 41-Jährige in den letzten Jahren bereits Absagen erteilt. Red Bull Leipzig aber soll ihn reizen.

Dem Ruf des Geldes folgen – das macht auch Guardiola, der bei City finanziell alle Freiheiten haben wird. Sollte Weinzierl, der in Augsburg noch einen Vertrag bis 2019 besitzt, nach Leipzig gehen, hat er – zumindest auf Bundesliga-Niveau – ähnliche Möglichkeiten. Rund 200 Millionen Euro sollen im Falle des Aufstieges des Brausenklubs in neue Spieler investiert werden. Eine Stange Geld, die der FC Augsburg niemals wird bieten können. Man munkelt, dass Weinzierl seine Mission bei den Schwaben nach der ersten Saison in der Europa League ohnehin als beendet ansieht. Es ist Zeit für etwas Neues.

Natürlich blockte der FCA-Coach kurz vor dem Spiel gegen die Bayern ab. „Ich habe mit den Spielen gegen Bayern und Liverpool so interessante Aufgaben vor mir, dass ich mich mit nichts anderem beschäftige“, sagte er mit Blick auf die beiden Saisonhighlights im eigenen Stadion. Auch da unterscheidet er sich nicht von Guardiola, der seinen Kollegen am Freitag als „Trainer von großer Qualität“ bezeichnete. Über die Zukunft reden beide nicht gerne. Es geht ums Hier und Jetzt – also zunächst um die Partie am Sonntag (17.30 Uhr).

Guardiola war sogar an seinem freien Tag an die Säbener Straße gekommen, um sich routinemäßig vor einem Spiel den Medien zu stellen. Gute Laune sieht anders aus – das Motto: schnell rein, schnell raus und wenn möglich keine Fragen, die sich nicht um den Fußball drehen. Das ist an Tagen, an denen Carlo Ancelotti in München gastiert, nicht ganz einfach.

Guardiola wurde natürlich auf die Stippvisite seines Nachfolgers angesprochen, wollte das Thema aber schnell beenden. In Bochum sei er gewesen, und dann „bei meiner Familie“, sagte er, fügte aber immerhin an: „Was passiert, ist normal.“ Übersetzt: Er habe kein Problem damit, dass sich unter anderem Karl-Heinz Rummenigge bereits mit dem „Neuen“ getroffen haben soll. „Der Verein arbeitet für heute und für die Zukunft“. Wann immer er dem FC Bayern helfen könne, sei er da. Auch, um sich mit Ancelotti vor seinem Abgang in Richtung England über den Kader zu unterhalten. Das darf man ihm glauben.

Guardiola mag den Austausch mit anderen Trainern, sei es an einem Tisch mit ein paar Salz- und Pfefferstreuern (Thomas Tuchel), auf dem Trainingsplatz in Katar (unter anderem André Villas-Boas) oder auch mal am Telefon. Weinzierl allerdings ist ihm eher ein Begriff, weil er in den vergangenen zweieinhalb Jahren gleich zwei Mal gegen ihn verloren hat. Auch das Hinspiel in München wurde erst spät (durch einen Elfmeter in letzter Sekunde) zugunsten der Bayern entschieden. Guardiolas einfacher Wunsch: „Wir müssen es besser machen.“

Ob ihm mehr Spieler zur Verfügung stehen als beim 3:0 in Bochum, konnte der Spanier noch nicht sagen. Mario Götze und Franck Ribery aber sind bald so weit, auch Serdar Tasci dürfte das erste Mal zum Kader gehören. Ersetzen müssen die Bayern in jedem Fall den gesperrten Xabi Alonso. Aber wie, das hatte Guardiola „noch nicht entschieden“.

Guardiola wirkte fast erleichtert, als ihn ein britischer Journalist zum Schluss ganz allgemein nach seinen Zielen fragte. „Win the next game, and the next and the next“, sagte er lachend. Im Rhtythmus der kommenden englischen Wochen kommt der Sommer schneller, als man denkt. Für Guardiola genauso wie für Weinzierl.

Hanna Schmalenbach

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