Mehr als nur ein touristischer Service

FC Bayern: Von oben herab auf Barcelona geschaut

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Zwei, die sich verstehen: Uli Hoeneß wünscht Pep Guardiola den Titel auch als ein Abschiedsgeschenk.

München - Pep Guardiolas Zeit beim FC Bayern neigt sich dem Ende zu. Ex-Präsident Uli Hoeneß äußert sich nun zur laufenden Saison und verspricht ein Ende mit einem großen Knall.

Über den Wolken knackte plötzlich das Bordmikrofon des Sonderfluges LH 2571. Durchsage des Piloten: „Wenn Sie jetzt links aus dem Fenster schauen, sehen Sie Barcelona.“ So, wie er es sagte, schwang da ein wenig mehr mit als nur der übliche touristische Service. Es hatte ja auch was: Oben, hoch in den Lüften, der FC Bayern auf dem Rückweg aus Lissabon. Und unten, am Boden: Der FC Barcelona.

Während für den Titelverteidiger die Reise im Viertelfinale geendet ist, werden die Münchner heute Mittag wieder einmal gespannt auf die Lostrommeln in Nyon blicken. Zum fünften Mal in Serie sind sie jetzt im Halbfinale der Champions League vertreten. „Das zeigt“, sagte Kapitän Philipp Lahm, „dass wir in der absoluten Weltspitze sind.“ Matthias Sammer warnt für sein Leben gerne. Am Mittwochabend aber sagte er, der fünfte Einzug in die Runde der letzten Vier sei „ein Gütesiegel“. Er sagte dann auch noch, man habe noch nichts in Händen, und als alle dachten, jetzt gehe es wieder los mit der Warnerei, meinte er: „Aber ich glaube, es ist möglich, dass wir etwas in Händen halten.“ Für Sammer ist so eine Aussage eine Art Quantensprung. Und er setzte noch einen drauf: „Bei der Mannschaft muss man nicht mehr warnen.“

Nun, man darf nicht davon ausgehen, dass der Sportchef bald beschäftigungslos auf der Straße sitzt, spätestens nach der Zuteilung des Halbfinalgegners wird er Grund zum Warnen finden, doch tatsächlich flogen gestern einige Bider mit nach München, die zusammengefügt ein imposantes Puzzle ergeben. Arturo Vidals Gewaltschuss zum Ausgleich etwa. Oder die Münchner Bank, die an der Außenlinie mitging, als stünden sie doch auch auf dem Platz. Oder auch Franck Ribery, wie er in der 83. Minute tief in der gegnerischen Hälfte eine entscheidende Grätsche setzte, ohne die es einen gefährlichen Konter gegeben hätte. War der Franzose, der sich im Herbst seiner Karriere gerade noch einmal neu erfindet, am Ende grün im Gesicht vor Anstrengung? Vielleicht. Aber er war vor allem: glücklich.

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Auch wenn sich die Bayern dagegen wehren – sie sind spätestens mit dem Aus des Titelverteidigers zum Favoriten auf den Champions League-Coup 2016 geworden. Atletico Madrid ist sicher unangenehm und nicht zu unterschätzen, Real Madrid ist bekannt dafür, in der entscheidenden Saisonphase in Form zu kommen, und Manchester City hat einen bemerkenswerten Selbsterhaltungstrieb – doch insgesamt genießen die Münchner im verbliebenen Quartett den besten Leumund. Pikant wäre freilich ein Duell mit den Briten, bei denen Pep Guardiola ab Sommer die Leitung übernimmt. Das hätte Reiz.

In Lissabon verzichteten die Bayern noch auf Ausschweifungen in die Zukunft – die Gegenwart war zu schön, und im Zentrum des Banketts, zu dem Journalisten nicht zugelassen waren, fand sich am Ende Uli Hoeneß wieder. Gute zwei Minuten wurde der ehemalige Präsident, der erstmals seit seiner Haftstrafe wieder zum Tross gehört hatte, von den Fans gefeiert, es gab „Uli, Uli“-Rufe, und nur, nachdem er beschwichtigend aufgestanden war, ebbte der Applaus ab. Man hatte es ihm angesehen in jeder Sekunde, wie sehr er diese Reise an der Seite seiner Frau Susi genossen hatte, er war mit Abstand das begehrteste Foto-Motiv der mitgereisten Fans – und auch der beliebteste Ansprechpartner in der Führungsetage. Vor allem mit Guardiola war er sehr vertraut, und an den Trainer dachte er auch, als er gegen Mitternacht das Bankett verließ. „Ich habe mich für die Mannschaft, den Verein und den Trainer gefreut, denn er hat jetzt gute Chancen, München durch das ganz große Tor zu verlassen – das hat er auch verdient“, sagte er der „tz“. Was in dem Jahr geleistet wurde, sei „sensationell“.

Dennoch ist der Weg noch lange nicht zu Ende. Die Route beim Heimflug führte nicht nur über Barcelona, sondern auch knapp an Mailand vorbei, wo am 28. Mai das Finale der Königsklasse angepfiffen wird.

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