Drei Fragen nach dem Pokal-Aus

Hätte das Elfer-Drama verhindert werden können?

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Ärger über das Pokalaus: Der wütende Pep.

München - Viele Fragezeichen bleiben beim FC Bayern nach dem bitteren Pokal-Aus gegen Borussia Dortmund übrig. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Pokal-k.o.

Es lief die 68. Minute, als sich die komplette Allianz Arena erhob. Arjen Robben war nach fünfeinhalb Wochen Verletzungspause bereit für sein Comeback. Doch warum nahm Pep Guardiola ausgerechnet Thiago vom Feld? Und warum wenig später mit Thomas Müller den etatmäßigen Elferschützen der Roten? Hätte das Drama verhindert werden können, und was sagt FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge zum tragischen Aus? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Pokal-k.o. der Bayern.

Verletzt? Nicht doch. Thiago dementiert die von Bayern verbreitete Verletzung. Nach 68 Minuten musste er für Robben raus.

Hat Pep falsch gewechselt? Nach 68 Minuten nahm Guardiola seinen Landsmann Thiago vom Feld – im Gefühl des sicheren Sieges? Verletzt war der Spanier nicht. Nachdem der FCB auf seiner Homepage direkt nach dem Spiel um den Zauberfuß bangte, sah dieser sich wohl noch in der Nacht zu einer Richtigstellung gezwungen. „Ich habe keine Verletzung“, twitterte er. Knapp zehn Minuten später nahm Pep Thomas Müller aus der Partie – unmittelbar nach dem 1:1-Ausgleich. Ohne ihn fehlte dem FCB nicht nur eine wichtige Anspielstation in der Offensive, sondern auch der sicherste Elferschütze. Auch wenn der Wusler kein überragendes Spiel machte, ist er immer für einen brillanten Moment gut. Fakt ist: Ohne Thiago und Müller mangelte es den Bayern in der Verlängerung an Kreativität und Durchschlagskraft. Aus dem Spiel heraus gab es nur noch eine Chance durch Schweinsteiger (114.). So genial Guardiola auch sein mag, mit seinen Wechseln bewies er am Dienstag kein glückliches Händchen.

Hätte das Elfer-Drama verhindert werden können? Ja! Der FCB hätte das Spiel schon nach 90 Minuten entscheiden müssen. „Wir haben es verpasst, das 2:0 zu machen“, meinte Müller. Daran hatte auch Schiri Gagelmann seinen Anteil, der den Hausherren einen klaren Handelfer verweigerte (55.). Nach dem Spiel gab er seinen Fehler ehrlich zu: „Ich muss ganz klar sagen, dass es eine Fehlentscheidung war. Es tut mir leid, das ist sehr ärgerlich.“ In der Verlängerung versäumte Schweinsteiger den K.-o.-Punch (114.). Dass im Elferschießen mit Lahm und Alonso gleich zwei Spieler wegrutschten, gab es so wohl auch noch nie. Ebenso wie ein Shootout der Roten ohne einen eigenen Treffer. „Ich habe mich nicht freiwillig hingelegt", meinte Lahm zu seinem Fauxpas, auch für Alonso war der Boden schuld. Schämen müssen sie sich nicht – Götze und Neuer vergaben selbst bei festem Stand.

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Wie reagierte Karl-Heinz Rummenigge auf das bittere Aus? Der Bayern-Boss war enttäuscht, gratulierte dem BVB aber fair. Seiner eigenen Mannschaft attestierte der 59-Jährige eine „großartige Leistung. Wir haben alles getan, um ins Pokalfinale zu kommen“. Einzig mit Gagelmann haderte er. Zur Elfer-Szene mit Schmelzer sagte er: „Wenn einer das dann nicht sieht, kann ich ihm einen Optiker empfehlen. Er hatte nicht seinen besten Tag.“

sw, lop, thi

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