Experte erklärt

Das ist Bayerns (offenes) Bankgeheimnis

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Franck Ribéry (l.) und Xherdan Shaqiri.

München - Der FC Bayern hat weit mehr als nur elf Top-Spieler - und auf der Bank heuer außergewöhnlich viel Qualität. Experte Dietmar Hamann erklärt gegenüber der tz das (offene) Bankgeheimnis.

"Ribéry, Ribéry!“ Es lief die 65. Minute, als das ganze Stadion seinen Liebling forderte. Pep Guardiola gehorchte, Franck Ribéry brannte. Ein kurzes Handshake mit dem vierten Offiziellen Markus Schmidt und dann gab der Coach seinem Filou laut Sky-Lippenleser folgende Anweisung: „Feuer frei, Franck!“

Zwanzig Minuten reichten dem Franzosen, um die Partie mit zwei Assists zu drehen. Dass die Bayern über eine bärenstarke Bank verfügen, ist ein offenes Geheimnis. Gegen Dortmund war sie der Schlüssel zum Sieg. „Pep Guardiola hat den Impuls noch rechtzeitig gesetzt“, meint Didi Hamann im Gespräch mit der tz. „Trotz so vielen Verletzten kann er mal eben einen Ribéry einwechseln. Das zeigt, aus welchem Holz der FC Bayern geschnitzt ist“, so der Sky-Experte anerkennend. Gegen die Borussia war die Bank der Bayern mit einem Marktwert von 92 Millionen Euro ausgestattet. Und mit Bastian Schweinsteiger, Javi Martinez und Thiago befinden sich derzeit noch weitere 97 Mio. Euro im Krankenstand.

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„Eine gute Bank ist das A und O, wenn du auf drei verschiedenen Hochzeiten tanzen willst“, sagt Hamann mit Blick auf die Dreifachbelastung der Münchner. Der BVB hatte am Samstag sogar einen Marktwert von 94 Mio. Euro am Rand sitzen und auch Leverkusen, Gladbach und Wolfsburg bescheinigt Hamann breite und ausgeglichen besetzte Kader, doch: „In der Dichte und der Qualität hat kein anderer Verein solche Möglichkeiten wie die Bayern.“ Das wurde gegen den Vizemeister einmal mehr deutlich, als Joker Ribéry den Sturmlauf in Halbzeit zwei mit der dringend benötigten Effizienz veredelte.

So lobte auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den FC Bayern am Sonntag im Doppelpass als „das Maß aller Dinge auf der Welt“. Auch die CL-Gruppengegner der Roten können da nicht mithalten. Die Reservebank des AS Rom hatte am Samstag bei der 0:2-Pleite in Neapel zwar einen Wert von 88 Millionen Euro, in Italien sitzen allerdings auch zwölf Spieler auf der Bank. Beim FCB sind es nur sieben. Die acht Einwechselspieler des ZSKA Moskau kamen Samstag beim 0:1 gegen St. Petersburg zusammen auf einen Marktwert von 44 Millionen Euro, die Bank von Manchester City war am Sonntag im Derby gegen United dafür 102,5 Mio. Euro wert. „In der Premier League ist der FC Chelsea derzeit das Nonplusultra. Aber da ist nichtmal die erste Elf gut genug für die Bayern“, analysiert Hamann, der nur eine Mannschaft sieht, die den Roten das Wasser reichen kann: „Real Madrid. Im Moment sehe ich da keine andere Mannschaft.“

Sven Westerschulze

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