Platzverweis gegen Jung als „Knackpunkt“

Hamburger wettern: „Hummels oder Boateng hätten nicht Rot gesehen“

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Früher Feierabend: Schiri Marco Fritz (im hellblauen Dress) schickt Gideon Jung (Nummer 28) mit Rot in die Kabine.

Beim Hamburger SV sitzt der Stachel nach der Niederlage gegen den FC Bayern tief. Die Hanseaten fühlen sich vom Schiedsrichter benachteiligt. Ein Profi nimmt die Roten mit ins Boot.

Hamburg - Vor dem Auftritt des FC Bayern beim Hamburger SV wurde öffentlich fast nur über die Höhe des Sieges diskutiert. Nach dem 1:0 der Roten erhitzt vor allem eine Szene aus der weitgehend mauen ersten Hälfte die Gemüter. Denn die Hanseaten fühlen sich schwer benachteiligt, weil Schiri Marco Fritz den nicht vorbelasteten HSV-Youngster Gideon Jung nach dessen Grätsche gegen Kingsley Coman schon sechs Minuten vor der Pause zum Duschen schickte.

„Uns wurde eine große Chance genommen zu gewinnen“, wetterte der U21-Europameister laut Bild. Und weiter: „Für mich war die Entscheidung unterm Strich zu hart. Es hat dem Team geschadet, weil wir mit einem Mann mehr echt etwas hätten reißen können.“ Einen Schritt weiter ging Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier, der sich dem Boulevardblatt zufolge zu einem gewagten Vergleich hinreißen ließ: „Hummels oder Boateng hätten für die Szene keine Rote Karte gesehen.“

Diese Szene sorgt für Diskussionen: Hamburgs Gideon Jung (r.) grätscht Bayerns Kingsley Coman in vollem Lauf um.

Holtby: „Kontroverse Rote Karte“

Der Frust saß tief bei den Hamburgern, die den haushohen Favoriten über weite Strecken vor überraschend große Probleme stellten. Deshalb ärgerte sich auch der nimmermüde Lewis Holtby: „Wir haben sehr stark gekämpft und alles reingeworfen. Leider kam die kontroverse Rote Karte dazwischen, die in meinen Augen nicht berechtigt war.“ Für Aaron Hunt war die Entscheidung des Referees „der Knackpunkt“.

Dem stimmte indirekt auch Jupp Heynckes zu. Der Bayern-Trainer monierte: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu behäbig gespielt und keinen richtigen Rhythmus gefunden. Die Pässe waren nicht so präzise, wie wir es gewohnt sind, und das Spieltempo war nicht hoch.“ Erst nach dem Seitenwechsel  - und damit auch nach dem Platzverweis - hatte er eine Steigerung festgestellt: „Da haben wir besser gespielt und in der Endphase sehr viele hochkarätige Torchancen gehabt, die wir leider nicht genutzt haben.“

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Zugleich nahm der 72-Jährige den Unparteiischen, der sich bei der folgenschweren Entscheidung mit seinem Assistenten abgesprochen hatte, in Schutz: „Das ist ein sehr hartes Einsteigen, das kann man mit Rot bestrafen. Aus meiner Sicht hat der Schiedsrichter nicht falsch gelegen.“ Somit gibt aber auch der Bayern-Trainer zu: Jungs Attacke hätte nicht zwingend mit Rot bestraft werden müssen. Für die Gastgeber dürfte das nur ein schwacher Trost sein.

mg

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