Rechtsverteidigerin will mit dem FC Bayern München ins Finale 

Hanna Glas über CL-Rückspiel: „Wir spielen in London auf Sieg“

Torfreude pur: Hanna Glas (M.) schaffte es mit ihrem Tor gegen Chelsea am Sonntag sogar in die Tagesschau.
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Torfreude pur: Hanna Glas (M.) schaffte es mit ihrem Tor gegen Chelsea am Sonntag sogar in die Tagesschau.

Hanns Glas steht mit dem FC Bayern vor dem Einzug ins Finale der Champions League der Frauen. Vor dem Rückspiel am Sonntag war die Matchwinnerin des Hinspiels im Interview.

München– Ein Tor, eine Vorlage: Hanna Glas war die Matchwinnerin der Frauen des FC Bayern beim 2:1-Sieg im Hinspiel des Halbfinales der Champions League gegen den FC Chelsea. Im Interview spricht die schwedische Nationalspielerin über das Rückspiel in London am Sonntag (13.30 Uhr/Sport1), Lob von Trainer Jens Scheuer und ein mögliches Finale gegen ihren Ex-Club PSG.

Hanna Glas, Ihr 2:1-Siegtor gegen Chelsea wurde am Sonntag sogar in der Tagesschau gezeigt. Haben Sie viele Anrufe und Nachrichten bekommen?

Ja, viele Freunde haben sich gemeldet. Mein Handy war voll mit Nachrichten.

Von rechts in die Mitte gezogen und mit links abgeschlossen – so hat Arjen Robben hier in München viele Tore geschossen. Sind Sie darauf angesprochen worden?

(lacht)Ich habe Arjen Robben immer sehr gerne zugeschaut, aber ich bin doch mehr ein Rechtsfuß.

Hanna Glas über Bayern-Trainer Scheuer: „Es ist schön und wichtig für mich, so viel Vertrauen von Jens zu bekommen“

Trainer Jens Scheuer hat Sie nach dem Spiel als eine der besten Rechtsverteidigerinnen der Welt bezeichnet. Haben Sie sich darüber gefreut?

Ja, klar! Das ist ein großes Kompliment. Es ist schön und wichtig für mich, so viel Vertrauen von Jens zu bekommen. Damit fühle ich mich noch besser. Ich habe eine gute Weltmeisterschaft 2019 gespielt, und auch bei Bayern läuft es gut. Ich weiß, dass ich eine sehr gute Spielerin bin. Aber es ist schön, die Bestätigung vom Trainer zu bekommen.

Zuletzt haben Sie mit dem FC Bayern im DFB-Pokal in Wolfsburg und in der Bundesliga in Hoffenheim verloren und in Potsdam einen knappen Sieg geholt. Wieso konnte die Mannschaft auf einmal gegen Chelsea die vielleicht beste Leistung der Saison zeigen?

Wir wussten immer, dass wir eine sehr gute Mannschaft sind. Wir haben uns zusammengesetzt und über ein paar Dinge gesprochen, die wir besser machen müssen. Wir haben die ganze Saison sehr gut gespielt und wissen, wie viel Qualität wir haben. Wenn wir so gut spielen wie gegen Chelsea, können wir jeden Gegner schlagen. Es war stark von uns, nach zwei, drei nicht so guten Spielen so zurückzukommen.

Hanna Glas: „Wir hatten eine so lange Siegesserie, irgendwann kommt dann einfach ein Spiel, wo es nicht funktioniert“

Woran lag es, dass es zwischendurch plötzlich nicht mehr so gut lief und die Mannschaft auch deutlich mehr Gegentore als zuvor hinnehmen musste?

Das ist immer schwer zu sagen. Es gibt viele Faktoren. Vor dem Spiel in Wolfsburg hatten wir so viele Spiele gemacht. Wir waren körperlich, aber auch im Kopf nicht bei 100 Prozent. Das musst du in solchen Spielen aber sein, sonst kriegst du Gegentore. Wir waren alle ein bisschen kaputt wegen der vielen Spiele in kurzer Zeit. Wir hatten eine so lange Siegesserie, irgendwann kommt dann einfach ein Spiel, wo es nicht funktioniert. Aber jetzt sind wir wieder auf dem richtigen Weg. Wir haben gutes Selbstvertrauen, aber wir wissen auch, dass es ein sehr enges Spiel wird am Sonntag in London. Wir brauchen noch mal eine solche Leistung, vielleicht sogar eine noch bessere, um ins Finale zu kommen.

Chelsea ist ja im Hinspiel ein Auswärtstor durch
Melanie Leupolz gelungen. Wird Bayern nun in London offensiv auftreten?

Ja, klar. Wir wären zwar mit einem 0:0 weiter, aber wir können nicht auf 0:0 spielen. Unser Ziel ist es, das Spiel zu gewinnen.

Hanna Glas über das Rückspiel: „Wenn wir ein Tor schießen, wird es sehr schwer für Chelsea“

Tatsächlich haben die Bayern-Frauen seit Sie im vergangenen Sommer nach München gekommen sind, noch kein einziges Mal Unentschieden gespielt. Am Sonntag wäre ein ganz guter Zeitpunkt, um damit anzufangen …

(lacht) Ja, aber wie ich schon gesagt habe, es ist immer schwer auf Ergebnis zu spielen. Und wenn wir ein Tor schießen, wird es sehr schwer für Chelsea.

Im Finale wäre ein Duell mit Ihren alten Verein Paris St. Germain möglich. Ist das schon ein bisschen im Hinterkopf?

Das wäre echt cool, gegen meine alte Mannschaft zu spielen. Aber das ist tatsächlich nur im Hinterkopf. Erst mal müssen wir natürlich gegen Chelsea gewinnen.

Es ist jetzt fast ein Jahr her, dass Sie aus Paris nach München gewechselt sind. Wie gefällt es Ihnen in der Stadt?

Ich liebe die Stadt, es gibt viele schöne Parks. Auch das Zentrum gefällt mir sehr gut und die Leute sind sehr nett. Ich bin sehr zufrieden, hier zu wohnen.

(Interview: Christian Stüwe)

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