Meistertrainer ist heiß begehrt

Bayern oder DFB? Rätsel um Hansi Flick - Nur eins ist völlig klar: „Nach dieser Saison gehe ich erst mal ...“

Der FC Bayern steuert nach dem 1:0-Sieg in Leipzig auf den nächsten Meistertitel zu. Pünktlich zu Ostern sollte es also heißen: Friede, Freude, Eierkuchen. Doch weit gefehlt!

Leipzig - Auch nach dem bedeutenden Auswärtserfolg in Sachsen hielt sich Hansi Flick* bei der Frage nach seiner persönlichen Zukunft bedeckt.

„Nach dieser Saison gehe ich erst mal in den Urlaub“, sagte der Bayern-Trainer, als Sky-Experte Lothar Matthäus* ihn nach Abpfiff auf die Sommerplanung ansprach. „Alles, was danach kommt, da habe ich alles schon zu gesagt“, erklärte Flick weiter. Der 56-Jährige wand sich wie ein Aal, gab auch auf mehrfache Nachfrage kein klares Bekenntnis zum FC Bayern* ab. Zur Erinnerung: Erst vor ziemlich genau einem Jahr hatte Flick in München einen Vertrag bis 2023 unterschrieben.

Flick ist heißer Kandidat auf die Nachfolge von Löw

Doch jetzt könnte diese bisher so erfolgreiche Liaison schon im Sommer enden. Flick ist heißer Kandidat auf die Nachfolge von Joachim Löw* als Bundestrainer. Und zwar ungeachtet dessen, dass Bayern-Vorstand Oliver Kahn am Samstag bei Sky erklärte: „Ich habe in den vergangenen Wochen das eine oder andere Gespräch mit Hansi gehabt und konnte in diesen Gesprächen nicht feststellen, dass er da große Tendenzen hat, was die Nationalmannschaft anbelangt. Er ist voll auf den FC Bayern fokussiert.“

Der Club baut bislang darauf, dass der DFB keinen Trainer ansprechen wird, der über den Sommer hinaus vertraglich gebunden ist. Das ließ sich Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge* zuletzt sogar noch einmal in einem Telefonat von DFB-Präsident Fritz Keller versichern. „Wir wären ja verrückt, wenn wir jetzt unseren Trainer vorzeitig gehen lassen würden“, hatte Rummenigge außerdem erklärt.

Beim DFB arbeitete Flick von 2006 bis 2014 als Löws Assistent

Aber was ist, wenn Flick – mit mindestens einem weiteren Titel im Gepäck – am Vorstandszimmer an der Säbener Straße anklopft und um Freigabe für seinen Traum-Posten als Bundestrainer bittet? Schwer vorstellbar, dass die Münchner Macher ihrem Erfolgscoach dann tatsächlich Steine in den Weg legen und auf Einhaltung des Vertrags bis 2023 pochen. Flick soll dem Vernehmen nach jedenfalls nicht abgeneigt sein, zum DFB zurückzukehren. Dort arbeitete er von 2006 bis 2014 als Löws Assistent und anschließend noch zweieinhalb Jahre als Sportdirektor.

Hansi Flick: Bayern-Trainer zum DFB? Nagelsmann als möglicher Ersatz in München gehandelt

Voraussetzung dafür, dass die Bayern Flick ziehen lassen, wäre freilich, dass ein geeigneter Ersatz gefunden wird. Julian Nagelsmann (33) wäre so einer. Der Trainer von RB Leipzig* stellte auch am Samstagabend im direkten Duell mit den Münchnern mal wieder unter Beweis, dass er ein hervorragender Trainer ist. Problem nur: Das Arbeitspapier des Landsberger in Leipzig läuft ebenfalls noch bis 2023. Vor dem Spitzenspiel eierte allerdings auch er herum. „Ich habe Vertrag bis 2023. Das sind die Parameter, die gelten“, meinte Nagelsmann. „Alles andere dazu brauchen wir nicht besprechen.“

Man merkt: Die Aussagen in München und Leipzig gleichen sich. Viel Hinhalten, wenig Aussagekräftiges. Kahn erklärte übrigens auch noch: „Hansi möchte sich auf die aktuelle, auf die laufende Saison konzentrieren.“ Vielleicht ja deshalb, weil Flicks Zeit in München danach wirklich schon abgelaufen ist. Eine Riesen-Überraschung wäre das jedenfalls nicht mehr. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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