Sauer trotz Final-Einzugs

Aus dem Nichts: Bayern-Trainer Flick teilt gegen Ex-Arbeitgeber DFB aus - „Keiner kommt auf die Idee“

Trainer des FC Bayern München: Hansi Flick.
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Trainer des FC Bayern München: Hansi Flick.

Trotz des Einzugs ins DFB-Pokal-Finale ist Hansi Flick sauer. Der Trainer des FC Bayern München kritisiert den DFB scharf - seinen Ex-Arbeitgeber.

München - So hat man den Münchner Trainer sehr selten, vielleicht noch gar nicht gesehen.

Nach dem 2:1 (1:0) des FC Bayern im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt * verschaffte der 55-jährige Badener am späten Mittwochabend einem Ärgernis Luft, das er offenbar schon länger mit sich herum schleppte. Seine Kritik vor Millionenpublikum in der ARD richtete sich gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

FC Bayern: Hansi Flick macht sich Sorgen wegen Münchner Kader

„Es ist schwierig. Lewy und Thomas (Robert Lewandowski und Müller, d. Red.) fallen für Samstag aus. Wir hoffen natürlich, dass Serge Gnabry noch dazukommt. Aber die Situation ist einfach die ... ich bin ja auch von Anfang an so gewesen, dass ich die Spielansetzung normalerweise wenig diskutiere, weil man eh nichts tun kann“, sagte Hansi Flick * nachdenklich: „Aber ich finde es unglücklich, dass man das Pokalspiel zwischen zwei so wichtigen Spielen macht.“

Was er meint: Am Samstag hatten die Bayern in der Bundesliga* das starke Bayer Leverkusen 4:2 bezwungen. Am Mittwoch mussten sie dann im Cup-Semifinale gegen die Eintracht vom Main ran. 

Und schließlich geht es für die Münchner am Samstag gegen die unbequemen Gladbacher (18.30 Uhr, hier im Live-Ticker). Robert Lewandowski und Thomas Müller* sind dann gelbgesperrt, Gnabry könnte verletzt wegen einer Rückenprellung ausfallen.

Hansi Flick: Bayern-Trainer kritisiert den DFB deutlich

„Ich glaube, dass die Spieler nach der (Corona-)Pause viele Spiele haben, die sie machen müssen. Nicht nur wir, sondern alle. Da hätte man so ein Pokal-Halbfinale vielleicht auch nach der Runde machen können, um sich erst einmal komplett auf die Meisterschaft und die Bundesliga zu konzentrieren. Ähnlich, wie es die Champions League macht“, referierte Flick in der ARD weiter.

Im Bayern-Trainer brodelte es ob des engen Terminplans sichtlich - und offenbar nicht nur deshalb. Wurde er in seinen Sorgen nicht gehört?

„Das sind Dinge, die ich von Anfang an so intern gesagt habe. Aber leider ist beim DFB keiner auf die Idee gekommen, das umzusetzen. Es ist so“, meinte er weiter: „Das muss man letztendlich hinnehmen. Wir sind weitergekommen. Jetzt müssen wir uns zwei Tage gut erholen, dann kommt der nächste Brocken mit Gladbach am Samstag. Wir müssen schauen, dass wir dann wieder alle Kräfte mobilisieren.“

FC Bayern München: Hansi Flick passt der Terminplan nicht

Als er davon sprach, dass seine Mannschaft nun zwei Tage Zeit zu Regeneration habe, musste er schmunzeln. Ironie? Sarkasmus?

Markant: Zwischen 2006 und 2014 war Flick Co-Trainer von Bundestrainer Joachim Löw bei der deutschen Nationalmannschaf t, nach dem WM-Triumph in Brasilien arbeitete er bis 2017 als Sportdirektor für den DFB.

Jetzt ließ er richtig Dampf ab - in einer Art und Weise, wie sie eher ungewöhnlich ist für den empathischen Mann an der Seitenlinie des FC Bayern München*.

pm

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