Heftiger Zwist in München

Flick-Entscheidung gefallen? Bayern-Beobachter wittert listigen Plan - „Kann sie so zur Weißglut bringen“

Der Zwist zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic beim FC Bayern ist laut Experten nicht mehr zu kitten. Ein Beobachter der Szenerie in München wird drastisch.

München - Es rumort beim FC Bayern München. Gewaltig. Und das, obwohl der Bundesliga-Riese vor der neunten Meisterschaft in Folge steht. Anfang April steht der deutsche Rekordmeister aber auch vor der Frage, ob es angesichts anhaltender Querelen zwischen Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Hansi Flick über diese Saison hinaus mit dem erfolgreichen Trainer an der Säbener Straße in München weitergeht.

Hansi Flick versus Hasan Salihamidzic: Zwist beim FC Bayern spitzt sich zu

Geht es nach einem Bayern-Kenner, ist die Entscheidung über Flicks Zukunft bereits gefallen. „Jetzt noch diese Pressekonferenz obendrauf. Für mich ist klar, dass er ab der kommenden Saison kein Trainer mehr beim FC Bayern sein wird“, sagte Reporter Torben Hoffmann von Sky Sport News HD an diesem Freitag (9. April) in einer Schalte: „Man wird im Sommer einen Weg finden, um diesen Vertrag aufzulösen.“

Denn: Der Kontrakt des 56-jährigen Badeners, der die Bayern in der Vorsaison zum Sextuple inklusive Champions-League-Sieg geführt hatte, läuft noch bis 2023. Eigentlich.

Doch der Zwist mit Salihamidzic wirkt nach jüngsten Aussagen festgefahren. „Das fing schon im Januar 2020 in Katar an, als es um die Kader-Zusammenstellung ging. Dann hat es sich weiter durchgezogen“, erzählte Hoffmann, der die Münchner für den Bundesliga-Rechte-Inhaber Sky auf Schritt und Tritt verfolgt.

So wollte Flick seiner Kenntnis nach etwa Sven Ulreich als Ersatzkeeper behalten. Jüngst hatte der FCB-Trainer selbst bekräftigt, dass er gerne Timo Werner und Kai Havertz (beide FC Chelsea) verpflichtet hätte - und dass er mit dem Transfer von Torhüter Alexander Nübel dagegen nichts zu schaffen hatte.

Hansi Flick versus Hasan Salihamidzic: Münchner Insider erwartet Abgang des FCB-Trainers im Sommer

Flicks Uneinigkeit in Personalfragen mit Salihamidzic ziehe sich laut Hoffmann wie ein „roter Faden durch. Das sind Dinge, mit denen Hansi Flick nicht zurechtkam“. Mehr noch: Scheiden die Bayern im Viertelfinale der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain (2:3 im Hinspiel) aus, werde eine Trennung für Sommer seiner Meinung nach „schneller und klarer“ kommuniziert.

Das ist nicht mehr zu kitten.

Ein Mediator über Flick und Salihamidzic

„Das ist nicht mehr zu kitten. Den Protagonisten geht es jetzt nur noch darum, mit heiler Haut da raus zu kommen und sich zu retten“, meinte der Kommunikationsexperte Michael Cramer in derselben Schalte von Sky Sport News HD. Der ausgebildete Mediator, der oft zu Streitthemen in der Bundesliga befragt wird, ging sogar einen Schritt weiter.

Hansi Flick versus Hasan Salihamidzic: Will sich der Bayern-Coach für den Bundestrainer-Job freimachen?

Cramer wähnt eine listige Finte hinter Flicks jüngsten Spitzen gegen Boss Salihamidzic. „Er kann die Bayern-Verantwortlichen so zur Weißglut bringen, dass diese sagen: ‚Jetzt ist Schluss!‘ Und dann kann der Hansi ablösefrei zum DFB gehen“, meinte Cramer harsch und stellte damit eine spektakuläre These auf.

Der Hintergrund: Flick hatte ein Interesse am Bundestrainer-Job nie dementiert, Joachim Löw stellt diesen nach der Fußball-EM 2021 zur Verfügung. Auch Salihamidzic kommt in der Bewertung des Mediators derweil alles andere als gut weg.

Zur Einordnung: Der 44-jährige Bosnier hatte sich vor der Niederlage gegen Paris im Interview mit Sky nicht verbindlich zum Verhältnis mit Flick geäußert. Stattdessen wirkte der FCB-Sportvorstand laut Cramer schlecht vorbereitet. Das TV-Interview sei geradezu „peinlich“ und „unfassbar“ gewesen.

Der Kommunikationsexperte sieht schon bald große Probleme auf den FC Bayern zukommen. „Wie lange wollen die das so durchhalten? Wie lange soll das so gehen?“, fragte Cramer: „Die werden das Thema nicht los. Dann geht es endlos so weiter.“ (pm)

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