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Bayern löst blutiges Halbfinal-Ticket: „Jetzt wollen wir durchziehen“

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Von: Jonas Austermann, José Carlos Menzel López, Manuel Bonke

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Schmerz lass nach: Der reichlich lädierte Robert Lewandowski.
Schmerz lass nach: Der reichlich lädierte Robert Lewandowski. © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke

Der Triple-Traum lebt. Der FC Bayern steht im Halbfinale der Champions League, obwohl er nicht über ein Remis im Rückspiel gegen den FC Sevilla hinaus kam.

München - Olé, FCB! Jupp Heynckes und sein Team haben dem andalusischen Stier namens FC Sevilla gestern Abend Ketten angelegt. Ein selten spektakuläres 0:0 reichte den Münchnern zum ungefährdeten Einzug ins Champions-League-Halbfinale (der Spielverlauf zum Nachlesen im Live-Ticker). Für das siebte Semifinal-Ticket in den letzten neun Jahren musste der Jupp-Trupp ordentlich bluten – allen voran Sturmkante Robert Lewandowski.

Arjen Robben kritisierte: „Wir haben in der ersten Hälfte nicht den Zugriff im Mittelfeld bekommen. Aber du musst in der Champions League zu Null spielen – und das haben wir gemacht!“ Der Holländer weiter: „Jetzt sind wir einen Schritt vom Finale weg, aber es wird schwieriger, nicht leichter.“

Auf eine böse Überraschung à la FC Barcelona hatte Jupp mal gar keinen Bock. Matador Heynckes hatte sich einen neuen Plan zurecht gelegt, wie der andalusische Stier namens FC Sevilla gezähmt werden sollte. Erster Teil des Plans: Vollgas in der Anfangsphase! Und die FCB-Stars erhörten Don Jupp. Nach Foul an Lewandowski schnibbelte James einen Freistoß nur knapp über den spanischen Kasten (2.). Robben legte gleich nach, jagte das Leder nach Dribbling links daneben (5.).

FC Bayern mit druckvoller Anfangsphase

Sevilla überstand das anfängliche rote Feuerwerk mit einem blauen Auge, aber auch Lewy holte sich ein Veilchen ab. Den Kopfball drückt der Pole neben das Tor, den Hinterkopf von Mercado traf er aber voll (7.). Mull reichte Eiswürfel, weiter ging’s. Problem nur: Der gesamte Jupp-Trupp kickte unterkühlt weiter.

Im Gegensatz zum wilden Hinspiel in Andalusien hatte der FCB aber stets die Kontrolle über das Geschehen. Sevilla spielte Tiki-Taka – auf Höhe der Mittellinie. Jupp hatte sein Team darauf eingestellt, die Offensivliebhaber Robben und Ribéry verteidigten geduldig mit. Es tat sich kaum eine Lücke im bayerischen Beton auf, nur Escudero grätschte einmal klar am Ulreich-Kasten vorbei (26.).

Der FC Bayern München feiert den Einzug ins Halbfinale.
Der FC Bayern München feiert den Einzug ins Halbfinale. © dpa / Sven Hoppe

Als sich die Spanier in der neutralen Zone ausgetobt hatten, zog der Deutsche Meister das Tempo wieder an. Erst packte Hummels nach Ecke ein Pfund aus, das hauchdünn drüber strich (34.), dann hatte die Arena den Jubelschrei schon auf den Lippen. Doch Ribéry machte einen Haken zuviel und schoss dann Sevilla-Keeper Soria genau auf die Doppelfaust (38.). Zwei Minuten später stand wieder der Monsieur frei, doch Jesus Navas rettete artistisch vor dem einschussbereiten Franzosen. Einmal musste die rote Defensive nach Martinez-Bock noch ran, Rafinha und Boateng schmissen sich voll rein – und ließen den andalusischen Stier verzweifeln.

Zweite Hälfte, gleiches Muster. Wieder machte der FCB Dampf. Mit Pflaster über dem Veilchen ließ Lewy die erste Riesenchance liegen. Rafinhas Flanke drückte er aus spitzem Winkel nur ins Außennetz (49.). Einen James-Schuss aufs kurze Eck (52.) und Müllers Fernversuch entschärfte Soria.

Sevilla fehlt die Durchschlagskraft

Sevilla schüttelte sich kurz – und antwortete wütend! Erst nickte Correa einen Banega-Freistoß an den Querbalken (59.), dann setzte der Argentinier selbst einen Distanzhammer knapp neben Ulles Kasten. Was folgte war wieder viel Leerlauf. Fast schien es, als wollte Jupp seinem Gegenüber Vicenzo Montella sagen: Los, ihr müsst doch was tun. Und nicht wir.

Das andalusische Rind wuchs aber nicht mehr zum wilden Stier heran. Selbst als Montella mit Muriel und Sandro Ramirez zwei frische Offensivkräfte brachte, blieb der FCB standhaft und cool. Stattdessen sah Sevillas Correa nach böser Attacke gegen Martinez Rot (90.+3).

Thomas Müller: „Wir haben schon ein gutes Spiel gemacht, auch wenn man das dem breiten Publikum vielleicht nicht als Topspiel verkaufen kann. Und jetzt wollen wir durchziehen.“ Der Triple-Traum lebt.

Jonas Austermann, Manuel Bonke, José Carlos Menzel López

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