tz-Kolumne

Heinrich heute: Das Adeln ist zu tadeln

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Auch David Alaba (r.) wird regelmäßig geadelt.

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich betrachtet in der Rubrik "Heinrich heute" die Sportwelt. Diesmal schreibt er über die Adelungswelle im deutschen Sport.

Wer geglaubt hat, dass der Adel in Deutschland abgeschafft ist, sieht sich getäuscht. In letzter Zeit wird geadelt, dass der Hosenbandorden rotiert. Und schuld sind wir Journalisten, die jeden Tag den gleichen royalen Unfug schreiben. Neururer adelt den FC Bayern. Vlado Stenzel adelt Sigurdsson. Pep adelt Alaba. Jogi Löw adelt Philipp Lahm, nachdem er seinerseits von Lahm geadelt wurde, den Thomas Müller dann prompt zurückgeadelt hat. Und Maria Höfl-Riesch adelt Lindsey Vonn, die sich damit Lindsey von Vonn schreiben darf. Sind wir wirklich so einfallslos? So sehr hat der Adel seit Fürst von und zu Guttenberg nicht mehr genervt. Das ständige Adeln ist zu tadeln. Wir rufen all diesen Schein-Adlern zu: „Kommst du mit dem Adel, tret ich dir ins Wadl.“ Wir wollen sie nicht mehr lesen, die öden Schlagzeilen à la „Ja, mia san mim Adel da“.

Jörg Heinrich

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