FCB im Viertelfinale gegen Porto

Her mit den Portugiesen! "Stimmung wird sehr heiß"

München - Porto ist es also! Der FC Bayern muss im Viertelfinale der Champions League nach Portugal reisen. Glückslos? Kann man so sagen!

In der Königsklasse sind die Borussen ja bekanntlich nicht mehr dabei, dafür durfte einer von ihnen am Freitag Losfee spielen. Karl-Heinz Riedle, der Dortmunder Held von 1997 (3:1 gegen Juve im Finale von München), durfte am Freitag in seiner Funktion als Finalbotschafter die Viertelfinalpaarungen ziehen. Und siehe da: Der Mann hat ein gutes Händchen! Für die Bayern zog er den FC Porto aus dem Topf. Glückslos? Kann man so sagen!

Kaliber à la Real, Barça oder Atlético hätten es schließlich auch sein können. Und so sagte Thomas Müller, der zwischen Training und Auslosung nicht mal kurz Zeit für einen flotten Sockentausch gehabt hatte: „Hätte schlimmer kommen können.“ Kapitän Philipp Lahm ergänzte: „Es gibt unangenehmere Gegner. Wir sind der FC Bayern, eines ist klar: Wir wollen ins Halbfinale.“

Machbar! Karl-Heinz Riedle loste den Bayern Porto zu.

Dortwill auch Matthias Sammer hin, doch vor dem Anpfiff gibt’s beim Sportvorstand bekanntlich den obligatorischen Anmahner – und bei Porto hatte er dafür noch schnell die Geschichtsbücher gewälzt. „Auch 1987 waren die Bayern Favorit“, so Sammer in Anspielung auf die Münchner 1:2-Pleite im Landesmeisterfinale gegen Porto. „Wenn du bei der Auslosung schon anfängst zu rechnen, kann das Ergebnis auf dem Spielfeld anders ausgehen. Man darf nicht meinen: Ach, das geht schon irgendwie!“

Sah Manuel Neuer ähnlich – obwohl ausgerechnet er wohl die besten Erinnerungen an den portugiesischen Traditionsklub hat. 2008 avancierte er zum Schalker Held, als er im Achtelfinale gegen Porto zwei Elfer hielt und S04 weiterkam. „Die Stimmung wird sehr heiß“, so Neuer zum Hinspiel im Estádio do Dragão, das am 15. April (Rückspiel am 21. April) stattfindet.

So weit will Pep Guardiola aber noch nicht denken – auch wenn er mit Porto-Coach Julen Lopetegui einst in Barcelona zusammen spielte und sich mit ihm am Dienstag gemeinsam die Leverkusener Elferpleite bei Atlético Madrid ansah. Der Blick des Trainers geht erst mal auf den Sonntagskracher (17.30 Uhr) daheim gegen Gladbach. „In diesem Moment ist es für mich das wichtigste Spiel“, so Guardiola. „Ein Sieg wäre eine sehr gute Entwicklung.“ Kann man so sagen, ja. Fast so gut wie die Auslosung am Freitag.

Bayern-Gegner Porto im Porträt: Gefahr im Sturm

Bayern-Gegner FC Porto im Porträt: Gefahr im Sturm

Die Fakten zum FC Porto

Erfolge: 27-mal Meister (zuletzt 2013), 16-mal Pokalsieger (2013).– Europacup-Siege: Europapokal der Landesmeister/Champions League 1987 (2:1 im Finale gegen den FC Bayern), 2004; UEFA-Cup/Europa League: 2003, 2011; UEFA-Supercup: 1987. – Weitere Erfolge: Weltpokal 1987, 2004

Stars: Alex Sandro (Brasilien/Linksverteidiger), Danilo (Brasilien/Rechtsverteidiger), Yacine Brahimi (Algerien/linkes Mittelfeld, Linksaußen), Ricardo Quaresma (Portugal/rechtes Mittelfeld, Rechtsaußen), Jackson Martinez (Kolumbien/Angreifer).

Trainer: Julen Lopetegui (48/Spanien/seit 2014)

Champions-League-Bilanz gegen den FC Bayern: Zwei Spiele (kein Sieg/ein Unentschieden/eine Niederlage): 1999/2000 Viertelfinale (1:1/1:2); dazu 1987 Finale im Landesmeister-Cup (2:1).

Der Weg des FC Porto ins Viertelfinale: Playoffs: OSC Lille (1:0/2:0), Gruppenphase: Bate Borissow (6:0/3:0), Schachtjor Donezk (2:2/1:1), Athletic Bilbao (2:1/2:0), Achtelfinale: FC Basel (1:1/4:0).

J. Carlos Menzel Lopez

Rubriklistenbild: © dpa

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