Bayern-Coach nicht in München

Heynckes gönnt sich Auszeit: So verbringt er die Länderspielpause

Während zehn Bayern-Profis mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind, gönnt sich Cheftrainer Jupp Heynckes eine kleine Auszeit.

München – Für Jupp Heynckes war die Reise nicht weit. Um genau zu sein: Gerade mal 104 Kilometer. Eine gute Stunde Fahrt, schon war der Bayern-Trainer da, wo er lange nicht mehr war. Daheim, auf seinem Bauernhof in Schwalmtal, warteten unter anderem Frau Iris und Hund Cando, die ihren Mann bzw. ihr Herrchen seit knapp einem Monat nicht mehr gesehen haben. Telefonate, ein paar Videobotschaften, die gab es schon; und auch auf dem TV-Gerät im Hause Heynckes flimmerte das vertraute Gesicht ja ab und an mal über den Bildschirm. Aber live, 3D, echt und in Farbe war Heynckes eben nicht zu sehen.

Da traf es sich ganz gut, dass Dortmund nur einen Katzensprung entfernt und in der Länderspielpause genügend Zeit ist. Heynckes kann sich ein wenig Entspannung gönnen.

Die Geschicke in München lenken in dieser Woche nach dem 3:1 gegen den BVB, das die makellose Heynckes-Bilanz krönte, die Co-Trainer Hermann Gerland und Peter Hermann. Da in Abstellperioden ohnehin meist nicht allzu viel los ist an der Säbener Straße, gibt der Chef seine Aufgaben ohne schlechtes Gewissen ab. Nicht verletzt und nicht auf Reisen sind aus dem Profi-Kader nur die beiden Torhüter Sven Ulreich und Tom Starke, zudem trainieren Juan Bernat, Rafinha, Javi Martinez, Arturo Vidal und – nach seinem Rücktritt aus der niederländischen Auswahl – auch Arjen Robben in München. Der Rest ist seit Beginn der Woche auf Reisen – und zwar deutlich größeren als jener, die Heynckes nach Schwalmtal unternommen hat.

Rekordhalter ist in dieser Länderspielpause zweifelsohne James, der in der kommenden Woche rund 33.000 Flug-Kilometer zurücklegen wird. In Kolumbien trifft der 26-Jährige auf seine Mannschaftskollegen, von dort aus geht es nach Südkorea und China, wo – wohlgemerkt – zwei Freundschaftspartien anstehen. Heynckes sieht diesen Reiseplan nicht allzu gerne, sagt: „Das ist der Wahnsinn mittlerweile. Man verlangt den Spielern Dinge ab, die unmöglich sind.“ Ihm blieb aber nichts anderes übrig, als dem Trip zuzustimmen. Dass immerhin Vidal nach der verpassten WM-Qualifikation derartige Strapazen nicht mehr auf sich nimmt, ist eine Erleichterung. Der Chilene kam regelmäßig angeschlagen, müde und matt zurück und fiel in der Folge nicht selten länger aus.

Auch Robben ist erstmals zu Hause geblieben und freut sich auf eine Pause, die andere Stammspieler nicht bekommen. In Jerome Boateng, Mats Hummels, Joshua Kimmich, Niklas Süle und Sebastian Rudy stehen gleich fünf Bayern im DFB-Aufgebot, das am Freitag in London auf England und am Dienstag in Köln auf Frankreich um ihre Mannschaftskollegen Kingsley Coman und Corentin Tolisso trifft. Außerdem sind Thiago (mit Spanien gegen Costa Rica und in Russland) und Robert Lewandowski (mit Polen gegen Uruguay und Mexiko) unterwegs. David Alaba sagte seinen Trainingslager-Trip mit Österreich aufgrund muskulärer Probleme kurzfristig ab.

Mitte kommender Woche werden alle zurückerwartet, genau wie Heynckes. In alter Frische.

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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