Trainerfrage beim Rekordmeister

Heynckes-Nachfolge: Entscheidet es sich nun zwischen diesen drei Kandidaten?

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Ein Job beim FC Bayern München bedeutet auch ein Aufstieg auf der Karriere-Leiter. Wer wird Nachfolger von Jupp Heynckes. 

Wer wird Trainer? Es ist die große Frage, die beim FC Bayern offenbar bald geklärt sein soll. Drei Kandidaten dürften dabei in der engeren Auswahl sein. Eine Übersicht:

Update vom 12. April 2018: Der Nachfolger von Jupp Heynckes steht offenbar fest. Laut einem Medienbericht soll Niko Kovac (Eintracht Frankfurt) neuer Trainer des FC Bayern München werden.

München - Beim FC Bayern gibt es offiziell immer noch keine Anzeichen dafür, wer den Trainer-Job nach Jupp Heynckes übernehmen wird. Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist der Trainerfrage auch in Freiburg ausgewichen. Die Bayern-Bosse lassen nichts von sich hören, auch wenn sie nichts gegen eine Verlängerung von Jupp Heynckes‘ Vertrag hätten. Doch der Aushilfstrainer hat schon mehrere Male, direkt oder indirekt, betont, dass er nicht weiter machen wird. Nun stellt sich also noch immer die Frage, welcher Coach den 72-Jährigen beerben soll. Und das will der FC Bayern offenbar schon in den nächsten Wochen bekannt geben.

Gebetsmühlenartig wurden gefühlt alle Trainer der Bundesliga einmal ins Gespräch gebracht und als zukünftiger Coach des Rekordmeisters gehandelt. Doch mittlerweile haben sich einige Namen zerschlagen.

Das Tuchel-Gate und seine Folgen

Nach dem Tuchel-Theater und dem Chaos um den Ex-BVB-Coach fokussiert sich Suche des FC Bayern vermutlich noch auf drei Namen, auch wenn von offizieller Seite vom Verein noch immer nichts zu hören war. So gelten aktuell Niko Kovac, Ralph Hasenhüttl und Lucien Favre nach dem Tuchel-Gate als die Favoriten auf den Trainerposten beim FC Bayern.

Wer im Gespräch war und ist, und welche beiden Namen im Endeffekt übrig bleiben, haben wir für Sie zusammengefasst.

Backt to the roots: Kehrt ein Bundesliga-Trainer „heim“?

Niko Kovac: Zwei junge Übungsleiter haben sich einen Namen gemacht und dazu noch eine Vergangenheit in München - einer davon ist Niko Kovac. Der spielte für die Münchner unter anderem mit Hasan Salihamidzic zusammen. Dazu hat der Kroate die Eintracht sensationell auf Champions-League-Kurs gebracht. Auch das Pokal-Finale können die Frankfurter zum zweiten Mal in Folge erreichen. Fakt ist daher, dass Kovac überragende Arbeit leistet - und dass das natürlich auch in der Eintracht-Führung nicht unbemerkt blieb. Sein Vertrag läuft noch bis 2019 und Sportdirektor Bruno Hübner gab vor kurzem einem Journalisten die Hand darauf, dass der Trainer diesen Vertrag auch erfüllen wird. Außerdem orakelte Fredi Bobic schon, dass er wüsste, wer neuer Trainer beim FC Bayern werde. Und das sei nicht Kovac. Daher ist es - Stand März - doch eher unwahrscheinlich, dass Kovac schon in wenigen Wochen als Trainer des FC Bayern verkündet wird.

Update vom 25. März

Im CHECK24-Doppelpass verriet Moderator Thomas Helmer nun, dass er Kovac am Sonntagmorgen im München zufällig getroffen habe. Wird er jetzt also doch Trainer beim FC Bayern? 

Thomas Tuchel hatte dem deutschen Rekordmeister abgesagt, weil er offenbar neuer Trainer beim FC Arsenal wird. 

Hasan Salihamidzic und Niko Kovac. 

Julian NagelsmannJulian Nagelsmann ist in Bayern geboren und hat beim TSV 1860 München in der Jugend gespielt. Mit 30 ist er 42 Jahre jünger als Heynckes und hat noch genügend Zeit, Erfahrung zu sammeln. Der junge, moderne Übungsleiter führte seine TSG Hoffenheim im vergangenen Jahr in die Qualifikation für die Champions League. Doch die Doppelbelastung Europa/Bundesliga hat Nagelsmann mit seinem Team noch nicht so gut hinbekommen. Auch wenn sich die Verantwortlichen im Kraichgau mit forschen Saisonzielen zurückhalten, ist die Erwartungshaltung höher als nur ein Platz im Mittelfeld der Tabelle. Solange er sich nicht wieder mit roter Jacke in der Allianz Arena zeigt, bleibt der Herd in der Gerüchteküche aus. An der Seitenlinie in der Allianz Arena wird Nagelsmann in der kommenden Saison stehen - allerdings nur vor der Gästebank. Das Trainer-Talent wird Trainer in Hoffenheim bleiben. 

Die internationale Bühne: Kommt ein alter Bekannter oder ein Überraschungskandidat?

Lucien Favre: War bei Borussia Mönchengladbach sehr erfolgreich und führte die Fohlen von der Abstiegsrelegation in die Champions League. Der Schweizer gilt als Taktikfuchs, allerdings ist er wohl auch menschlich nicht ganz einfach. 

Nach Informationen von Sport1 steht Favre beim FC Bayern ebenfalls auf der Liste und könnte nach der Tuchel-Absage nun sogar zum Favoriten werden.

Jürgen Klopp: Mit Trainern aus dem Ausland haben die Münchner eine Achterbahnfahrt an Erfahrungen hinter sich. Während mit Pep Guardiola wohl der schönste Fußball in der Geschichte des FCB gespielt wurde, gab es mit Carlo Ancelotti zum Ende hin eher Probleme. Beide Trainer hatten einiges gemeinsam. Sie gewannen schon europäische Titel mit anderen Teams und waren zum jeweiligen Zeitpunkt die prominenteste Option auf dem Markt. Beide waren auch mit dem FCB erfolgreich. Allerdings nur national. Eine bestimmte Personalie würde Sinn ergeben, bei der auch die Sprachbarriere umgangen sein könnte: Jürgen Klopp. Der Deutsche trainiert aktuell den FC Liverpool. Anscheinend war er auch in der Vergangenheit schon Gesprächsthema an der Säbener Straße. Klopp selbst sieht seine Mission aber in England noch nicht beendet. Eine Verpflichtung des 50-Jährigen scheint unwahrscheinlich, da sein Vertrag bis 2022 läuft und der ehemalige Dortmunder auf der Insel für einen Verteidiger so viel Geld ausgeben darf, wie der FC Bayern für eine komplette Viererkette. Klopp und der FC Bayern - klingt schön, wird aber 2018 höchstwahrscheinlich nichts. 

Jürgen Klopp mit Virgil van Dijk. Für den Innenverteidiger zahlte Liverpool 80 Millionen Euro. 

Andre Villas-Boas: Kommt ein Außenseiter nach Bayern? Andre Villas-Boas hat nach überragender Arbeit beim FC Porto im Jahr 2011 den Schritt nach England gewagt. Doch seine Zeit beim FC Chelsea und den Tottenham Hotspur war nicht von anhaltendem Erfolg gekrönt. Nach den Stationen in St. Petersburg und Shanghai hat der Portugiese erst einmal eine Pause eingelegt. Vor kurzem sagte er dem TV-Sender Sky, dass er die Bundesliga interessant fände und sogar die Sprache lernen würde. Der 40-Jährige wäre nach seiner Auszeit wieder für vieles bereit. Doch eine Verpflichtung wird wohl wegen Mangels an Erfolg in der jüngeren Vergangenheit eher nichts werden. 

Christian Streich: Dass Christian Streich vom SC Freiburg wirklich gehandelt wurde, war wohl eher der Wunsch von Hollywood-Machern als von Fußball-Experten. Auch wenn die Pressekonferenz nach dem Freiburg-Bayern-Spiel filmreif war, wird es wohl eher nur die romantische Anekdote bleiben. Der charismatische Freiburg-Trainer hatte nach seinem Dementi und den Lobeshymnen von Heynckes Tränen in  den Augen. Der Bayern-Coach attestierte dem Breisgau mit Freiburg ein tolle Stadt, mehr Harmonie gab es wohl nach einem 0:4 selten. Streich ist aber dennoch ein Streich-Kandidat auf der Liste der Nachfolger. Er bleibt in Freiburg.

Wer wird Trainer? Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten

Ralph Hasenhüttl: Einer der Kandidaten, die sich nach wie vor realistische Hoffnungen auf den FCB-Trainerposten machen dürfen, heißt Ralph Hasenhüttl. Aus dem großen Potpourri an Trainern, die in Frage kommen, hat er sich herauskristallisiert. Klar, auch hier könnte das Argument aufkommen, dass Hasenhüttl einen ähnlichen Vertrag hat wie Nagelsmann oder Kovac und er in Leipzig etwas aufbauen könnte. Das stimmt auch - aber es gibt immer ein „aber“. In letzter Zeit kriselt es nämlich ein wenig zwischen RB-Sportdirektor Ralf Rangnick und Hasenhüttl. Der Vertrag des Trainers läuft bis 2019 und sollte dieser nicht vorzeitig verlängert werden, spekuliert das Sportmagazin kicker über eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses - und zwar schon im Sommer 2018. Laut Sport1 sollen der Österreicher und die Münchner schon lange in Kontakt stehen. Er soll sogar der Favorit von Uli Hoeneß sein. Er selbst spielte für die Bayern-Amateure und lernte sein Trainer-Handwerk bei der SpVgg Unterhaching. Mit seiner Art, Fußball spielen zu lassen, würde er in die Fußball-Hauptstadt Deutschlands passen. Eine Verpflichtung von Hasenhüttl hängt also vom Erfolg Leipzigs und der Beziehung zwischen dem Trainer und Rangnick ab. Doch genau deswegen ist er unter den Top-Kandidaten und sicherlich noch in aussichtsreicher Position um den begehrten Trainerposten beim FC Bayern. 

Lesen Sie auch: Wann kann der FC Bayern frühestens Deutscher Meister 2018 werden?

Thomas Tuchel: Seine Art Fußball zu spielen ist ebenfalls beeindruckend und hat auch schon in der Allianz Arena funktioniert: die Rede ist von Thomas Tuchel. Im Pokal-Halbfinale siegte der ehemalige Dortmunder mit den Schwarz-Gelben beim FCB und holte am Ende den Pott an den Borsigplatz. Vielleicht steht er schon bald mit der Meisterschale auf dem Rathausbalkon am Marienplatz? Denn eigentlich wäre er die perfekte Lösung, da gleich mehrere Dinge für Tuchel sprechen. Er ist ablösefrei, jung, lässt modernen Fußball spielen und spricht Deutsch. Im Anforderungsprofil können da einige Eigenschaften abgehakt werden. Doch er hat seinen eigenen Kopf, der ihm in Dortmund zum Verhängnis wurde und am Ende rollen musste. Und genau hier könnte das Problem liegen, denn eine eigene, starke Meinung ist in München zwar durchaus angesehen - doch ein Alleingang ist selten erwünscht. 

Update vom 25. März

Thomas Tuchel hat dem FC Bayern offenbar abgesagt und über nimmt den deutschen Rekordmeister nicht im Sommer. Stattdessen will der kicker erfahren haben, dass Tuchel Trainer des FC Arsenal wird. Bild wiederum berichtet, dass er bei PSG der Top-Favorit sein soll.

AnK/fs

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