Abschied nach drei Jahren

Die möglichen Hintergründe: Darum verlässt Reschke den FC Bayern

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Michael Reschke (l.) im Gespräch mit Carlo Ancelotti

Die Meldung sorgte für Aufsehen: Michael Reschke soll den FCB verlassen und heuert wohl in Stuttgart an. Schaut man sich seine Arbeit genau an, fällt das Ergebnis ernüchternd aus.

München - Von diesem Schwaben-Beben bleibt selbst der FC Bayern nicht verschont! Kaderplaner Michael Reschke wird den deutschen Rekordmeister verlassen. Grund: Der VfB Stuttgart hat gestern seinen Sportvorstand Jan Schindelmeiser entlassen und Reschke soll diesen Posten übernehmen. Überraschend: In München hielt sich der 59-Jährige am liebsten im Hintergrund, beim VfB arbeitet er nun an vorderster Front!

Reschke war als Technischer Direktor 2014 von Leverkusen nach München geholt worden. In seiner Funktion als Chef-Scout des deutschen Rekordmeisters beobachtete der 59-Jährige Spieler und Talente auf der ganzen Welt. In Fachkreisen wurde er gerne als „Super-Nase“ oder „Gehirn“ bezeichnet.

Seine Transfer-Bilanz in München fällt ernüchternd aus

Allerdings: Seine Transfer-Bilanz bei Bayern fällt eher ernüchternd aus. Transfer-Flops wie Medhi Benatia, Sinan Kurt und Serdar Tasci gingen auf seine Kappe. Die Reschke-Männer Douglas Costa (mittlerweile bei Juventus Turin) und Renato Sanches schlugen nicht wie erhofft ein. Kingsley Coman lockte der Kaderplaner ebenfalls an die Säbener Straße. Dessen Talent ist unbestritten, richtig gezündet hat der junge Franzose aber ebenfalls noch nicht.

Reschkes Glanz-Tat: Joshua Kimmich! 2015 holte ihn Reschke zusammen mit dem damaligen FCB-Sportvorstand Matthias Sammer für die Schnäppchen-Summe von 8,5 Millionen Euro von Leipzig nach München. Bei den Sommer-Verpflichtungen von Niklas Süle und Sebastian Rudy war er ebenfalls maßgeblich beteiligt, genauso wie beim bereits wieder nach Hoffenheim verliehenen Serge Gnabry.

Rummenigge stellte klar: Brazzo ist der Vorgesetzte von Reschke

Fakt ist: Ein glückliches Transfer-Händchen sieht anders aus, das dürften auch die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wahrgenommen haben. Das unterstrichen die Worte von Rummenigge bei der Vorstellung von Hasan Salihamidzic als Sportdirektor. „Er wird nur mir unterstellt sein und ist der Vorgesetzte von Michael Reschke“, stellte der Vorstandsboss am Montag klar. Fraglich, ob es dem Kaderplaner gefallen hat, dass die Bosse ihm einen Berufsanfänger vor die Nase gesetzt haben.

Brazzo rückt mit dem Reschke-Abgang nun noch mehr in den Fokus. Sein Aufgabengebiet sieht ihn nämlich nicht nur als Bindeglied zwischen Mannschaft, Betreuern, Trainern und Vorstand vor, sondern auch als Mitverantwortlichen für die Bereiche Nachwuchs und Scouting. „Es wird keine Vertragsverhandlungen geben, bei denen Hasan nicht mit am Tisch sitzt“, erklärte Bayern-Patron Hoeneß. „Ich werde 24 Stunden und 7 Tage die Woche für die Spieler da sein“, kündigte Brazzo an. Ein beeindruckendes Arbeitspensum. Mit dem Abgang von Reschke könnte das nun noch größer werden.

Lesen Sie auch: Hitzfeld überzeugt: Salihamidzic der richtige Mann für die Bayern

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