1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Vertragsverlängerung abgelehnt: Das steckt hinter dem Aus von Süle beim FC Bayern

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

Kommentare

Niklas Süle schlägt das Angebot des FC Bayern aus und wird den Klub verlassen. Es ist der dritte Abgang in der Defensive seit 2020. Wir erklären den Hintergrund.

München - Als FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer (67) am Sontag am Münchner Flughafen vor das Sky-Mikrofon trat, fand er klare Worte in Richtung Niklas Süle (26): „Wir haben Niklas ein Angebot gemacht. Jetzt liegt es an ihm, das zu akzeptieren oder nicht zu akzeptieren. Natürlich muss es in einem bestimmten Zeitraum sein, weil wir uns dann auch dementsprechend aufstellen müssen. Ich kenne jetzt nicht das genaue Datum, aber das wird sicherlich irgendwann in absehbarer Zeit so sein, dass er sich bekennt oder eben sagt, was seine Wünsche sind.“

FC Bayern: Süle verlässt den Rekordmeister - Als dritter Verteidiger seit 2021

Und der Abwehr-Star wünscht sich Veränderung. Darum schlägt er das vorliegende Angebot aus und wird er den FC Bayern nach tz-Informationen im Sommer verlassen. Zuerst berichtete die Bild darüber. Diese Entscheidung hat er bereits Anfang des Jahres getroffen und die Verantwortlichen darüber informiert. Darum überraschten die TV-Aussagen den Spieler durchaus.

Fakt ist: Nach David Alaba (29/Real Madrid) und Jerome Boateng (33/Lyon) verlässt nun der dritte Verteidiger aus dem Triple-Jahr 2020 den Rekordmeister ablösefrei. Dieses Szenario wollten die Bosse bei Süle eigentlich vermeiden. Nun ist es zu spät. Der Nationalspieler und sein Management dürfen seit Anfang des Jahres mit anderen Vereinen verhandeln, ohne den FC Bayern darüber zu informieren. Mehrere Premier-League-Klubs sollen bereits Interesse signalisiert haben. Die englische Liga war für Süle stets ein Traum. Fraglich allerdings, ob die dortige harte Spielweise für den vorbelasteten Abwehr-Hünen (zwei Kreuzbandrisse) ideal ist. Vielleicht also eher Spanien? In den nächsten Wochen dürfte es Klarheit darüber geben.

So ganz überraschend kommt der Süle-Transfer im Sommer nicht: Kürzlich nahm Julian Nagelsmann zu dem Thema Stellung:

FC Bayern: Die Gründe, warum Süle den Klub verlässt - Es liegt auch am Geld

Die Gründe für Süles Entscheidung sind vielfältig. Natürlich spielt auch das Gehalt eine Rolle. Dem Vernehmen nach sollen die Verantwortlichen ihrem Noch-Spieler eine Gehaltserhöhung mit einem Jahresverdienst von zehn Millionen Euro brutto angeboten haben. Problem: Süles Berater-Agentur Sports360 vertritt unter anderem auch Dayot Upamecano (23) und weiß sehr wohl über das Gehaltsgefüge an der Säbener Straße Bescheid - und darüber, dass man als Innenverteidiger deutlich mehr als „nur“ zehn Millionen verdienen kann. Und: Dass die Münchner trotz aller Finanz-Einbußen wegen der Corona-Pandemie trotzdem tief in die Gehaltstaschen greifen können, hat die Vertragsverlängerung von Flügelstürmer Kingsley Coman (geschätzt knapp 17 Millionen) bewiesen.

Was Süles Entscheidungsprozess ebenfalls beeinflusste, war die Haltung im Verein ihm gegenüber. Immer wieder gab es intern und auch öffentlich kritische Stimmen, was seine Arbeitseinstellung, Fitness und Professionalität anging. Was dem Spieler bei dieser Diskussion zu kurz kam: Keiner der Verantwortlichen gab ihm öffentlich Rückendeckung - immerhin hatte er sich in der ersten Hälfte der Triple-Saison das zweite Mal das Kreuzband gerissen.

Auch interessant

Kommentare