Uli Hoeneß: Mein Leben

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In einer Woche endet die Ära von Manager Uli Hoeneß bei Bayern

München - Eine Woche noch. Eine knappe Woche. Dann soll es auf der Jahreshauptversammlung ein offiziell beschlossenes Ende geben. Es ist das Ende einer Ära... Uli Hoeneß - mein Leben:

Eine Woche noch. Eine knappe Woche. Dann soll es ein offiziell beschlossenes Ende geben. Es ist das Ende einer Ära... Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern werden die Mitglieder am nächsten Freitag beschließen, dass Uli Hoeneß Nachfolger von Franz Beckenbauer im Amt des Präsidenten wird. Uli Hoeneß, der Mann, der 30 Jahre lang als Manager die Fäden des FC Bayern in der Hand hielt, soll künftig nur noch repräsentieren? Geht das überhaupt? Ein Uli Hoeneß in zweiter Reihe? Kaum jemand hat den Verein so geprägt wie der 57-Jährige.

Uli Hoeneß: Sein Leben in Bildern

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Wegen anhaltender Kniebeschwerden beendete Uli Hoeneß schon mit 27 Jahren seine Spielerkarriere, um anschließend der jüngste Bundesliga-Manager zu werden © Getty
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Hoeneß mit Gerd Müller, dem „Bomber der Nation“. Eine ganz so glorreiche Spielerkarriere war Hoeneß nicht vergönnt © dpa
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Uli Hoeneß stilsicher mit Lederhose und Paul Breitner ebenso stilsicher mit Afrofrisur © mzv
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Duell der Legenden: Hier grätscht Hoeneß Johan Cruyff ab © Getty
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Uli Hoeneß im Europapokal-Einsatz © Getty
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...und im DFB-Trainingsanzug © ap
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Da konnten sich 1860 und der FC Bayern noch besser leiden: Hoeneß mit Karl-Heinz Wildmoser © Schlaf
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TSV 1860 und FC Bayern: Gemeinsame Pläne fürs neue Stadion © Getty
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Stolz auf die Tochter: Sabine Hoeneß serviert ihren Eltern 1996 auf der Abschlussprüfung für Köche einen Gaumenschmaus © Kurzendörfer
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Nein, Hoeneß‘ Plakat ist NICHT auf sein Verhältnis zu Dauer-Rivalen wie Borussia Dortmund und Schalke 04 gemünzt. Es geht um Werbung für die Stadtzeitung BISS © mzv
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Hoeneß 1997 allein auf weiter Flur - erinnert ein wenig an Franz Beckenbauers WM-Spaziergang nach dem WM-Finale 1990 © mzv
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Die bangsten Momente in seinem Leben: Am 18. Februar 1982 überlebt Hoeneß den Absturz eines Propellerflugzeugs © dpa
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Hoeneß war der einzige Überlebende und hat an dieses schicksalhafte Ereignis bis heute keine Erinnerungen © ap
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Susi Hoeneß steht ihrem Mann im Krankenhaus bei © dpa
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Hoeneß ganz cool mit Sonnenbrille © mzv
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Hoeneß zupft am lichten Haupthaar © mzv
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Edmund Stoiber gratuliert Hoeneß zur Deutschen Meisterschaft 93/94 © Getty
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Hoeneß mit dem Maestro Giovanni Trapattoni © Getty
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Mit Siegerzigarre © Getty
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Sein vielleicht größter Spieler: Lothar Matthäus © Getty
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Hoeneß mit Lothar Matthäus © Getty
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Hoeneß und Ottmar Hitzfeld © Getty
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Hoeneß ist Gesellschafter HoWe Wurstwaren KG in Nürnberg. Im Oktober 1999 wird Hoeneß in der Böblinger Stadthalle zum „Botschafter der deutschen Wurst“ ernannt und streift sich gleich einen Metzgerskittel über © ap
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Als Verkäufer in einem Münchner Würstlstand. Wegen einer angeblich untauglichen Wurstsortiermaschine war Hoeneß vor Gericht gezogen © dpa
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„HoWe“ steht für Hoeneß und Weiß. Hier brutzelt Hoeneß mit seinem Geschäftspartner Werner Weiß auf dem Hof der Bratwurstfabrik © dpa
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Geschmackstest bestanden: Hoeneß testet seine Nürnberger Rostbratwürstl © dpa
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Mit Bayern-Pudelmütze © Getty
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Hoeneß‘ berüchtigte Gesichtsröte © Getty
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Sauberkeit muss sein: Das Brillenputztuch sorgt für Durchblick © Getty
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1999: Mit der Meisterschale auf dem Rathausbalkon © dpa
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Emotionen pur: Beim Spiel gegen Hannover 96 in der Saison 2004/05 © Getty
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Hoeneß mit Ballack im Vorfeld eines Hüttenabends am Tegernsee © Getty
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Mit Michael Ballack, der 2006 schließlich zum FC Chelsea wechselte © Getty
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Zum 54. Geburtstag bekommt er im Erfurter Steigerwaldstadion eine üppige Torte, die er erst mal in die Kabine schaffen muss © dpa
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Immer wieder startet Hoeneß die berühmt-berüchtigte „Abteilung Attacke“ gegen alles und jeden, der mit seiner Meinung nicht konform geht © Getty
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Hoeneß auf Michael Ballacks Hochzeit im Jahr 2008. © ap
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Die ein oder andere Grimasse hat ihm der FC Bayern im Laufe der Jahre schon abgetrotzt © Getty
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Zeit, die Beine hochzulegen, hatte Hoeneß in all den Jahren als Manager nur wenig © Getty
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Viele Schulterklopfer: Hoeneß hat die Schale mal wieder nach München geholt © Getty
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Lichtgestalten unter sich: Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß © Getty
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Erfolgsgespann: Uli Hoeneß gibt auf der Trabrennbann in Daglfing Karl-Heinz Rummenigge die Zügel in die Hand © Getty
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Hoeneß ganz stilecht im Sulky mit Helm und Schutzbrille © Getty
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Hoeneß auf der Trabrennbahn © Getty
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Hoeneß in der Saison 1987/88 mit Jupp Heynckes (r.) © Getty
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Erfolgsmanager Hoeneß hat in seiner Amtszeit viele Trainer kommen und gehen sehen. Hier 1994/95 mit Otto Rehhagel © Getty
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Zu größeren Interviews bat Hoeneß Reporter schon mal in sein Büro © Getty
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Bei der Arbeit - Hoeneß‘ Schreibtisch ist bestens organisiert © Getty
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Einer der wenigen Momente der Entspannung... © Getty
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Mit dem Kollegen Calli Calmund aus Leverkusen © Getty
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Christoph Daum gehörte jahrelang zu Hoeneß‘ Intimfeinden: Vor allem in der Koksaffäre um den damaligen Kandidaten auf den Job des Bundestrainers konnte Hoeneß nicht an sich halten © dpa
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Hoeneß ordnet seine Unterlagen im Fall Christoph Daum © ap
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Der Erfolg schafft nicht nur Freunde. Hoeneß wird im Cottbuser Stadion der Freundschaft von zwei Leibwächtern übers Spielfeld eskortiert  © ap
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In vielen Bundesliga-Stadien, hier in Dortmund, ist Hoeneß das Feindbild schlechthin. Manchmal überschreiten die gegnerischen Fans aber die Grenzen des guten Geschmacks © dpa
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2000: Die Pfiffe des Bremer Publikums verderben Hoeneß die Laune © dpa
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In den eigenen Reihen erfüllt er hingegen gerne Autogrammwünsche © Getty
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Bayern-Keeper Olveri Kahn wurde 2000 in Freiburg von einem Golfball getroffen und ist außer Rand und Band. Hoeneß hat Mühe, seinen Torwart in Zaum zu halten © ap
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Eine halbe Ewigkeit hatte Hoeneß seinen Stammplatz auf der Bayern-Bank. Seit der Saison 2009/2010 nimmt er neben Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner auf der Tribüne Platz © ap
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Hoeneß zeigte im Laufe der Zeit immer wieder Herz für andere Vereine. Mitte 2003 half er dem FC St. Pauli mit einem Benefizspiel auf die Beine © Getty
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Danke, Herr Hoeneß! Die Hamburger Fans schätzen Hoeneß‘ Engagement © Getty
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Hoeneß und Hitzfeld feiern den 1:0-Sieg über Dynamo Kiew im Champions-League-Halbfinale. Es folgte das Trauma im Finale von Barcelona © ap
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Hoeneß auf dem Gipfel des Erfolgs, als die Bayern 2001 gegen den FC Valencia die Champions League gewinnen © sampics
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Lass Dich knuddeln! Hoeneß herzt Ottmar Hitzfeld, als die Bayern 2000 im Olympiastadion die Meisterschat klar machen © dpa
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Ein Mann, der gerne Mal Hand anlegt. 2001 schippt Hoeneß das Trainingsgelände © dpa
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Hoeneß, der Mann am Steuer. Hier testet er 2008 den neuen Bayern-Bus © dpa
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Sehen Sie sich Karl-Heinz Rummenigge an: Hoeneß war an jenem Abend so stinksauer, dass sich der Bayern-Boss hinter vorgehaltener Hand ein Lächeln nicht verkneifen konnte © dpa
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Dieser Spieler dürfte Hoeneß einige Nerven gekostet haben: Mario Basler © Westermann
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Gemeinsame Freude, gemeinsames Leid: Hoeneß 2001 mit Ottmar Hitzfeld im Spiel gegen Unterhaching © sampics
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Die Manager-Brüder Uli und Dieter © ap
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Hoeneß mit seiner Frau Susanne, ein tolles Paar ohne Skandale © Getty
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Hier besuchen sie die FC-Bayern-Gala im Circus Krone 2008... © Getty
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...und bei der Premiere des Teatro Paradiso im Circus Roncalli © Jantz
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Wer mag Hoeneß diesen Blick über den Tellerrand verdenken... © Getty
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Die Tenöre vom Rathausbalkon: Hoeneß mit Franz Beckenbauer und den Meistersängern Ruggiero Rizzitelli und Giovanni Trapattoni 1997 © mzv
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Im Jubeln hat Hoeneß Übung: Kaum einer im internationalen Fußballgeschäft durfte so viele Erfolge feiern © ap
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Einer seiner emotionalsten Momente: Hoeneß rastet bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Jahr 2007 aus, als ihn ein Fan auf die eher mittelmäßige Stimmung in der Allianz Arena anspricht © ap
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Unzählige Oktoberfeste hat Hoeneß mit dem FC Bayern gefeiert © ap
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1997: Ganz entspannt am Spielfeldrand © Getty
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Wenn Hoeneß kommt, stehen auch die Scheichs Spalier © Getty
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Erfolgstrio: Hoeneß zwischen Michael Henke und Ottmar Hitzfeld © Getty
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Eine kurze Partnerschaft: Hoeneß mit Jürgen Klinsmann © dpa
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Hoeneß ist immer noch topfit © Getty
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Hoeneß, Manager der Superlative. Hier posiert er vor dem Burj Dubai © dpa
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Für Werbezwecke greift Hoeneß schon mal zum Burger © dpa
Immerhin verkauft er bei einer weltweit bekannten Fast-Food-Kette seinen "Nürnburger" mit Nürnberger Bratwürsten. © 
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Am 27. November 2009 wurde Hoeneß auf der Hauptversammlung zum Nachfolger von Präsident Franz Beckenbauer gewählt. © dpa
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Wohin führt der Weg des Vereins? Hoeneß wird auch als Präsident weiterhin dafür Sorgen, dass der FCB nie im Regen steht © sampics

Seine Entscheidungen, seine Wutausbrüche, sein Auftreten – Hoeneß war zu jeder Zeit Gegenstand von Analysen, immer wieder versuchten sogenannte Experten, das Phänomen Hoeneß zu deuten. Nun gibt es einen neuen Ansatz: Das SZ-Magazin hat dem scheidenden Manager ein Jahr lang über die Schulter geschaut. Herausgekommen ist eine lange Erzählung über den Spieler Hoeneß, den Manager und Unternehmer, den Freund und den Menschen. Der tz liegen exklusiv Auszüge aus der Geschichte über den Jungen aus Ulm vor. So auch zu seinen Anfängen als Fußballer, die Hoeneß im Nachhinein sehr kritisch betrachtet:

„Ich war kein herausragender Spieler in meiner Jugend“, sagt er, „auch von der Schnelligkeit her, später ja meine größte Stärke, war ich eher hinten dran. Aber mit 13 habe ich dann meinem Vater gesagt, er soll mich jeden Tag um halb sechs aufwecken, und dann bin ich vor der Schule noch laufen gegangen.“ Er schließt sich sogar einem Ulmer Leichtathletikverein an, um regelmäßiges Sprinttraining zu absolvieren: „Ich wollte unbedingt Profi werden“, sagt er, „ich war ein Tier damals.“

Hoeneß, das Tier! Wie besessen feilte der Junge an seiner Karriere. Im Magazin wird sein unbändiger Wille beschrieben, seine Zielstrebigkeit und sein Einsatz für den Verein – auch und gerade in seiner Manager-Laufbahn. Seine Akribie in dieser Funktion, sie resultiert aus der Niederlage gegen seine Verletzungen. Vielleicht hat er sie nie recht verkraftet. „Wenn mir in der Anfangszeit als Manager ein Arzt bestätigt hätte: Dein Knie hält noch zwei, drei Jahre“, sagt Hoeneß einmal, am Bürofenster stehend, mit Blick auf die trainierenden Bayern-Spieler unter ihm, „fünf Minuten später wäre ich in Trikot und Schuhen wieder auf dem Platz gestanden.“ Hoeneß, der Beißer! Aufgeben stand für ihn nie auf dem Tagesprogramm. Darüber verlor der Welt- und Europameister aber nie seine menschliche Seite, die er bereits als Spieler mit Sinn für das Unternehmerische vereinte, wie es im Magazin heißt. Er war früh als harter Verhandlungspartner bekannt, aber auch als fairer und anständiger Stratege. Diese Werte schätzten Kollegen und Gegner. Und so bekam er schon kurz nach seiner aktiven Laufbahn ein verlockendes Angebot:

Adolf Dassler, der knapp 80-jährige Gründer von Adidas, sucht nach einem Nachfolger für den Sportartikel-Konzern in Herzogenaurach. Hoeneß war schon länger sein Ansprechpartner gewesen, wenn es um die Zusammenarbeit von Adidas und dem FC Bayern ging. (...)Adolf Dassler will ihn enger an das Unternehmen binden – „und da der Alte natürlich in Dynastien dachte“, so Hoeneß, „versuchte er einzufädeln, dass ich auch sein Schwiegersohn werde. Ich lebte damals ein halbes Jahr lang von meiner Frau getrennt. Dassler hat mich regelmäßig nach Herzogenaurach eingeladen, um irgendetwas zu besprechen. Die einzige Person, die er auch zu den Konferenzen bestellte, war komischerweise seine Tochter … aber außer ein paar Küsschen hat’s nie was gegeben.“

Es gibt tatsächlich sehr persönliche Einblicke in die Vergangenheit des Uli Hoeneß. SZ-Magazin-Mitarbeiter Andreas Bernard hat intime Details erfahren – von den Verkupplungsversuchen des Adolf Dassler, über das erste Treffen von Heoneß mit seiner späteren Frau, die zwischenzeitliche Trennung und die Selbstfindung des Managers bis hin zu seinen schwärzesten Stunden. Eine dieser Stunden war ein Zwischenfall in der Luft im Jahre 1981. Vom Flugzeugabsturz ein Jahr später wurde viel geschrieben und erzählt. Von dem Ereignis im Herbst des Vorjahres wussten bislang aber nicht viele.

Zusammen mit seinem langjährigen Freund Werner Gegenbauer, dem heutigen Präsidenten von Hertha BSC und Gegenspieler seines Bruders Dieter, saß er in einem kleinen Privatflugzeug von Bologna nach München, als die Maschine in einem Hagelsturm zwanzig Minuten außer Kontrolle geriet. „Gegenbauer und ich haben uns an der Hand gehalten und wussten: Das war’s! Am Ende ist das sogar ein positives Gefühl: Wenn du merkst, du hast keine Chance mehr, dann geht’s dir plötzlich gut. An Bord war übrigens auch dieser Bluesbarde Willi Michl, ein Bekannter des Piloten. Der hat dann während der Turbulenzen angefangen zu singen. Der hat Arien geschmettert! Und ich hab mich nach hinten gedreht und gesagt: Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, bring ich dich um!“

Beinahe wäre es die letzte Arie gewesen, die Hoeneß in seinem bewegten Leben gehört hätte. Jetzt, 30 Jahre später, werden die Arien auf ihn gesungen. Und die Fans hoffen, dass Uli Hoeneß auch als Präsident weiter Geschichten schreibt – und davon erzählt…

tz

Uli Hoeneß – in 30 Jahren als ­Manager begleiteten ihn viele ­wichtige Persönlichkeiten. Im SZ-Magazin spricht Hoeneß über Weggefährten wie Bayerns Ex-Bosse Robert Schwan und ­Wilhelm Neudecker, über seinen Nachfolger Christian Nerlinger und das brisante Verhältnis zu Trainer Christoph Daum. Und über Jürgen Klinsmann und Louis van Gaal. Über den Ex-Trainer der Bayern sagt Hoeneß beispielsweise: „Er war ein hervorragender Fußballspieler – der es dann nicht geschafft hat.“ ­Gegenüber dem diktatorisch ­auftretenden Louis van Gaal, derzeit wenig erfolgreicher Nachfolger des Reformers Klinsmann, sagt Hoeneß: „Wenn ich mir die ­Trainingsspiele anschaue, dann ­sehe ich, dass ein Stratege auf dem Platz steht.“

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