Hoeneß: "München ist nicht Samoa!"

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Etwas verregneter als Samoa, aber eine Weltstadt: Uli Hoeneß will Heimweh-Stürmer Lukas Podolski das schöne München schmackhaft machen.

Im tz-Interview spricht der Bayern-Manager über Lukas Podolskis Geheimklausel und das Heimweh des Stürmers.

Nach 16 Tagen Urlaub kehrten auch die Vize-Europameister zurück: Am Donnerstag trafen die sechs deutschen Nationalspieler in München ein. Und sofort ist wieder einer im Blickpunkt: Lukas Podolski. Der ­kicker berichtet von einem Vorkaufsrecht für Köln in Poldis Vertrag. Zusätzlich sollen bei einem Transfer zu einem anderen Verein von jedem Euro über zehn Millionen (soviel zahlte Bayern einst an Köln) 30 Prozent an den FC fließen. In der tz bezieht Manager Uli Hoeneß Stellung zu den Gerüchten um Podolski.

Transferbörse des FC Bayern München - Zugänge, Abgänge, Spekulationen

Transferbörse des FC Bayern München - Zugänge, Abgänge, Spekulationen © sampics
Zugang: Nationalspieler Tim Borowski (28) von Werder Bremen streift sich nach seinem EM-Urlaub das Bayern-Trikot über und nimmt den Kampf um die Mittelfeld-Plätze auf. © dpa
Zugang: Hans-Jörg Butt (34) soll nach seinem Wechsel von Benfica Lissabon als routinierter Ersatztorwart die Bank hüten. © sampics
Zugang: Thomas Kraft (19) rückt als dritter Torhüter von den Amateuren auf. © sampics
Soll kommen: Mario Gomez (22) bleibt Wunsch-Stürmer der Bayern. © dpa
Karriere beendet: Der Torwart-Titan Oliver Kahn (39) steht nur noch ein allerletztes Mal im Kasten - bei seinem Abschiedsspiel am 2. September 2008 in der Allianz-Arena. © dpa
Karriere beendet: Stand-By-Torhüter Bernd Dreher (41) hängt endgültig seine Torwarthandschuhe an den Nagel. © dpa
Abgang: Jan Schlaudraff (24) spielt jetzt für Hannover 96. © dpa
Abgang: Der gescheiterte Julio dos Santos (25) versucht jetzt bei Atletico Paranaense in Brasilien sein Glück. © sampics
Abgang: Talent Sandro Wagner (20) war beim FC Bayern höchstens Ergänzungsspieler und versucht jetzt, sich beim MSV Duisburg in der zweiten Liga durchzusetzen. © sampics
Will weg: Lukas Podolski (l., 23) zieht's zurück zu seinem alten Club 1. FC Köln. Auch Werder Bremen zeigt Interesse. Doch die Bayern lassen ihn nicht ziehen. © sampics
Ungewisse Zukunft: Bastian Schweinsteiger (23) könnte es in der neuen Saison noch schwerer haben. Laut italienischen Medienberichten soll Juventus Turin Interesse haben. Unwahrscheinlich jedoch, dass die Bayern ihn ziehen lassen. © sampics

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Neuer Wirbel um Podolski

Seit Donnerstag ist Poldi wieder in München. Jetzt wurde eine pikante Klausel veröffentlicht, die von einer Art Vorkaufsrecht für Köln handelt. Was sagt der FC Bayern dazu?

Hoeneß:Vorkaufsrecht kann man das sicher nicht nennen. Tatsache ist, dass der 1. FC Köln nur ein Optionsrecht hat. Nehmen wir mal an, Manchester bietet 20 Millionen für Lukas und wir wollen ihn abgeben. Dann müssen wir ihn Köln auch für 20 Millionen anbieten. So können die dann sagen: Gut, wir nehmen ihn für 20 Millionen.

Aber es ist Fakt, dass der FC Bayern nicht eigenmächtig über einen Transfer entscheiden kann?

Hoeneß:Die Kölner müssen dann den selben Preis anbieten, den wir wo anders kriegen. Wenn der Spieler dann sagt, dass er lieber nach Köln geht, greift die Klausel. Aber das ist ja für uns kein Nachteil. Die Klausel ist doch gar nichts wert. Wenn Köln jederzeit auf den Spieler zurückgreifen könnte, wäre es eine Gefahr. Aber hier geht es ja nur um den Fall, wenn wir den Spieler abgeben.

Ist der Abgang irgendwo im Hinterkopf noch ein kleines Thema?

Hoeneß:Nein. Man muss nur zwei und zwei zusammenzählen. Sollen wir mir zwei Stürmern in die Saison gehen? Bei Mario Gomez gibt es im Moment überhaupt keinen Weg. Die Wechselgerüchte müssen endlich aufhören.

Werden Sie mit ihm jetzt noch selbst sprechen?

Hoeneß:Nein, warum müssen wir mit ihm sprechen? Wir haben doch unsere Haltung zu dem Thema längst erklärt. Lukas wird sicherlich mit Jürgen sprechen. Und Jürgen kennt meine Meinung und die von Karl-Heinz Rummenigge. Wir haben fest vor, Lukas dazubehalten und dann sollte das Thema auch erledigt sein.

Poldi beschwerte sich jedoch, dass er aus München zu wenig Wärme spüre, sich niemand bei ihm meldet.

Hoeneß:Die Türe bei Uli Hoeneß war noch nie für einen Spieler geschlossen. Wenn ein Spieler mit mir sprechen will, braucht er nicht einmal anrufen. Wenn er da ist, ist er schon gleich drin bei mir. Wir freuen uns doch, dass er da ist. Beim Mittagessen kommen wir zusammen und sehen uns. Aber es gibt keinen offiziellen Termin. Ein Gespräch wird sich schon irgendwann ergeben.

Sind Sie überzeugt davon, dass er es jetzt in München packt?

Hoeneß:Was ist unter „es packen“ zu verstehen? Es muss ja immer einer draußen sitzen, Klose, Toni oder Podolski. Die Rückrunde der letzten Saison war doch schon ziemlich okay.

Können Sie sein Heimweh verstehen?

Hoeneß:Natürlich verstehe ich das. Aber der FC Bayern ist ja nicht auf der Samoa-Island. Wir sind hier in München, in einer mitteleuropäischen Weltstadt. Hier kann man genauso gut leben wie in Köln.

Quelle: tz

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