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Uli Hoeneß: Sein Appell bei der JHV

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Uli Hoeneß, spricht auf der Jahreshauptversammlung. Der FC Bayern ist mit etwa 150.000 Mitgliedern der drittgrößte und mit einem Jahresumsatz von etwa 300 Millionen Euro einer der wirtschaftsstärksten Sportvereine der Welt. © dpa

München - Um 21.04 Uhr wurde es spannend am Dienstagabend. Da nahm Uli Hoeneß seine Lesebrille ab, schritt zum Pult und begann seine Rede. Er lobte Trainer van Gaal, Bastian Schweinsteiger und hatte auch für die Löwen ein paar Worte übrig.

"So", setzte der Präsident an – und wurde erst einmal bejubelt. Ein langgezogenes „Uuuuli“ hallte durchs Rund, die 2807 anwesenden Mitglieder feierten den Mann, den Karl-Heinz Rummenigge kurz zuvor als „die Seele des Vereins“ bezeichnet hatte. Zwei Stunden lief die harmonische Versammlung des FC Bayern in der Olympiahalle schon, bis Hoeneß seine ganz persönlichen Ansichten verkündete – selbstredend ohne Skript. Der Grundtenor seiner Rede: Aufbruch statt Ärger, Zusammenhalt statt Zwist!

Wie in der vergangenen Saison sollte die Jahreshauptversammlung einen Wendepunkt markieren. „2009 hatten wir alle ganz schön Muffe“, gab Hoeneß zu, „aber wir wurden nicht niedergemacht. Im Gegenteil: Es entstand eine Aufbruchstimmung.“ Auf die hofft der Präsident jetzt auch im Winter 2010. Emotional kündigte Hoeneß an, „bis zum letzten Blutstropfen“ um die Meisterschaft zu kämpfen: „Ich beschwöre euch alle, nicht aufzugeben.“ Und auch für Louis van Gaal gab es warme Worte. „Louis, du weißt genau, dass alle im Verein dir alle Unterstützung geben werden, um die Ziele zu erreichen.“ Später betonte der Präsident mit Blick auf seine deutliche Louis-Schelte zuletzt aber auch: „Ich meine, dass ich mit meiner Kritik richtig gehandelt habe.“

Die Bilder von der Bayern-JHV

Während der Veranstaltung gab es zwar ein paar Attacken – allerdings nur gegen die Konkurrenz. Die eigene Belegschaft erntete ganz viel Applaus. Kein Wunder: Auch wenn es sportlich nicht ganz rund läuft: Finanziell ist der Rekordmeister die Nummer eins in Deutschland. Bayern leuchtet!

Allein der Einmarsch van Gaals mit seinen drei Kapitänen Mark van Bommel, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger glich einem Triumphmarsch. Um 18.57 Uhr betraten die vier die Halle und wurden prompt bejubelt. Als Uli Hoeneß bei seinen Eröffnungsworten Trainer und Spielführer-Trio begrüßte, gab es für van Gaal gar stehende Ovationen. Der Held war aber Schweinsteiger – der Mann, der letztes Jahr noch ausgepfiffen wurde! „An Bastian ist wunderbar zu beobachten, wie sich alles drehen kann“, lobte Hoeneß – und erklärte zum Vertragspoker um den Star: „Für uns alle, für den FC Bayern, ist es unglaublich wichtig, dass du bei uns bleibst.“ Und in der Olympiahalle brach ein Jubel wie sonst bei den Rolling Stones aus.

Lauter wurde es dann nur einmal – als Hoeneß den Mitgliedern erklärte, er verstehe, „dass sie 1860 am liebsten in der fünften Liga haben wollen“. Doch auch beim Lokalrivalen war der Präsident nicht auf Konfrontation aus: „Wir hätten unser Stadion nie ohne 1860 bekommen. Wir werden im eigenen Interesse ein fairer Partner sein, auch wenn wir sie nicht lieben müssen.“

Der Harmonie tat es keinen Abbruch. Doch eines ist klar: Nur eine festliche Mitgliederversammlung reicht den Bossen nicht. „Egal wie, wir müssen die Champions-League-Qualifikation erreichen“, befahl Hoeneß: „Vergesst nicht: 2012 findet das Finale in der Allianz Arena statt – und da müssen wir dabei sein!“

tz 

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