"Er wird 2016 noch weiter nach vorne kommen"

Hoeneß und Vogel glauben an Greens Durchbruch

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Eine Generation: Green (r.) ist sogar ein Jahr älter als Coman – muss sich aber noch beweisen.

FC Bayern München II - Natürlich hat man als junger Mann daran zu knabbern, wenn ein Platz im Profi-Kader frei ist und man trotzdem nicht mitfahren darf. Vor allem, wenn man Julian Green heißt und es ausgerechnet um das Auswärtsspiel beim Hamburger SV geht.

Es wäre übertrieben zu sagen, dass der 20-Jährige noch eine Rechnung offen hat mit dem Klub, bei dem er als Leihspieler eigentlich den nächsten Schritt in Richtung Bundesliga-Profi hatte gehen wollen. Aber es war ein Jahr, das ihn rückblickend betrachtet nicht unbedingt weiter gebracht hat.

Fünf Spiele, kein Tor, wenig Entwicklung – das war Greens Bilanz in Hamburg. Seit seiner Rückkehr im vergangenen Sommer ist er wieder da, wo er auch vorher war: In der zweiten Mannschaft des FC Bayern. Und deshalb am vergangenen Wochenende auch nicht beim Bundesliga-Auftakt in Hamburg – sondern beim Testspiel bei Austria Salzburg.

„Seine Zukunft hat er selbst in der Hand“, sagt sein Trainer Heiko Vogel über den US-Nationalspieler, der bei der WM in Brasilien bei seinem ersten Einsatz auch gleich sein erstes Tor erzielt hatte. Man weiß um das Talent von Green, dem Jungen aus Miesbach, von dem Beobachter sagen, der FC Bayern sei seine DNA. Green, mit einem Vertrag bis 2017 ausgestattet, will alles geben für den Klub, bei dem ihm der nächste Schritt in den letzten beiden Jahren nicht so recht gelingen wollte. Er liebt das rote Trikot, ist eine wichtige Stütze der zweiten Mannschaft und hat in der laufenden Regionalliga-Saison bereits acht Mal getroffen. Bei den Profis aber steht bisher lediglich ein Einsatz zu Buche. Immerhin in der Champions League, beim letzten Gruppenspiel in Zagreb.

Ein Fünkchen Hoffnung? Immerhin hat Green mit dem Auftritt in der Königsklasse seinen beiden (ehemaligen) Mitstreitern Sinan Kurt (jetzt bei Hertha BSC) und Gianluca Gaudino (St. Gallen) etwas voraus. Sein Umfeld – und vor allem er – glaubt daran, dass seine Chance irgendwann kommen wird. Im Trainingslager in Katar hat Sportvorstand Matthias Sammer seine Akribie gelobt, auch Uli Hoeneß hat ihn bereits mehrfach darin bestärkt, seinen Weg weiter zu verfolgen. Der Schritt zurück zu den Amateuren hat ihm gut getan, sagt Vogel, „er hat dadurch definitiv wieder einen Schritt nach vorne gemacht“. Green habe nach seiner Rückkehr aus Hamburg „Zeit gebraucht, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Und er wird 2016 noch weiter nach vorne kommen.“ Der Flügelspieler sei nicht mehr so verkopft wie noch vor wenigen Monaten: „Die Automatismen sind wieder da.“

Das Transferfenster schließt am Sonntag – ein Wechsel Greens ist aber ohnehin ausgeschlossen. Bis zum Sommer bleibt er auf jeden Fall in München. Zum einen, weil er in der zweiten Mannschaft enorme Wertschätzung erfährt. Und zum anderen, weil er darauf spekuliert, in der Endphase der Saison, wenn die Bundesliga womöglich schon entschieden ist, im Profi-Team zu spielen. Sein Jugendtraum ist es, den Durchbruch zu schaffen. Wenn nicht unter Pep Guardiola, dann eben unter Nachfolger Carlo Ancelotti.

Rückendeckung seitens der Verantwortlichen spürt er. Und sollte es nicht klappen, machen sich drei, vier Einsätze in der ersten Mannschaft des FC Bayern als Referenz auf dem Transfermarkt doch ganz gut. Egal, ob in Hamburg oder eben woanders.

Text: Hanna Schmalenbach und Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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