Er bekommt nun wieder Gehalt

Warum ist er Freigänger? Die wichtigsten Fragen zu Hoeneß

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Uli Hoeneß am Freitag nach seinem Arbeitstag beim FC Bayern.

München - Offiziell ist Hoeneß trotz Freigangs noch Häftling. Wie geht es für ihn weiter? Wie sehen der Alltag und die Arbeit konkret aus? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen:

Monatelang hat Uli Hoeneß auf diesen Tag gewartet: Seit Freitag ist er Freigänger! Sein Vollzug wurde gelockert, offiziell ist Hoeneß aber noch Häftling. Wie geht es für ihn weiter? Wie sehen der Alltag und die Arbeit konkret aus? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen:

Wird Hoeneß bevorzugt?

Weihnachten und Silvester hatte Uli Hoeneß Hafturlaub. Nun ist er Freigänger – kurz vor seinem 63. Geburtstag. Für viele klingt das wie ein Geschenk der Justiz. Faktisch gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass Hoeneß im Vollzugsablauf gegenüber anderen Häftlingen bevorzugt wird. Denn: Laut dem Vollstreckungsplan für den Freistaat Bayern sind die ersten Vollzugslockerungen frühestens nach Ablauf von sechs Monaten möglich. Gleichzeitig darf das voraussichtliche Haft­ende nicht weiter als 18 Monate entfernt liegen. Bei Hoeneß geht diese Rechnung auf: Er rückte im Juni in die JVA Landsberg ein, nach sieben Monaten ist er nun Freigänger. Da er Ersttäter ist, seine Steuerschuld beglichen hat und sich gut führt, wird seine Haftstrafe wohl nach der Hälfte der Zeit zur Bewährung ausgesetzt: Demnach käme Hoeneß am 1. März 2016 wieder frei.

Warum ist Hoeneß Freigänger?

Als Häftling ist der Freigang Teil seiner Resozialisierung. Schrittweise soll Hoeneß nach seiner Verurteilung (3 Jahre und 6 Monate wegen Steuerhinterziehung) und dem siebenmonatigen Regelvollzug in der JVA Landsberg nun wieder in die Gesellschaft integriert werden. Ausgang und Urlaub hatte Hoeneß bereits, Freigang ist nun die größte Lockerungsstufe. Über seine Anwälte ließ Hoeneß die Änderung beantragen, die Gefängnisleitung hat zugestimmt – ein Beweis dafür, dass sich Hoeneß im Knast gut geführt hat. Voraussetzung war auch, dass Fluchtgefahr, die Begehung neuer Straftaten und sonstiger Missbrauchs „mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann“, sagt Justizsprecherin Ulrike Roider.

Was bedeutet Freigang konkret?

Dass Hoeneß die JVA Landsberg verlassen darf, um tagsüber ohne Aufsicht draußen zu arbeiten. Den Arbeitsablauf wird die Justiz regelmäßig überprüfen – für Freigänger gelten strenge Auflagen. Die Festanstellung beim FC Bayern ist zugleich Voraussetzung für den Freigang. Hoeneß darf auch an beruflichen und schulischen Bildungsmaßnahmen außerhalb der Anstalt teilnehmen. Nicht erlaubt sind Freizeit-Aktivitäten wie Kino oder Restaurant.

Wie lange muss Hoeneß arbeiten? Das regelt sein Arbeitsvertrag, den er mit dem FC Bayern geschlossen und dem die Justiz zugestimmt hat. Üblich sind bis zu 40 Stunden pro Woche. Hoeneß ist zwar noch Häftling, soll aber normal arbeiten. Morgens fährt er zur Arbeit und muss sich gegen 18 Uhr im Freigängerhaus zurückmelden. Als Häftling muss Hoeneß Ruhezeiten einhalten.

Bekommt Hoeneß jetzt wieder Gehalt?

Ja. Im Gefängnis verdiente er als Häftling nur rund elf Euro pro Tag. In dem freien Beschäftigungsverhältnis darf Hoeneß nun wieder so viel verdienen wie jeder andere Arbeitnehmer auch. Sicher ist: Auch der FC Bayern zahlt ihm ein Gehalt – das Geld wird auf ein Konto überwiesen, das die JVA überwacht. Wie viel er monatlich kriegt, ist bislang nicht bekannt. Nach tz-Informationen macht die Justiz in Sachen Gehalt aber keine Vorgaben.

Darf er private Kleidung tragen?

Ja – aber nur, während er arbeitet. Im Freigängerhaus muss Hoeneß Sport- oder Häftlingskleidung tragen.

Was ist nach der Arbeit?

Nach getaner Arbeit muss Hoeneß abends wieder einrücken. Über Nacht wird er eingeschlossen und schläft in einem Zimmer mit Holztür (größer als die Gefängniszellen). Nach tz-Informationen muss er jeden Monat einen Haftkostenbeitrag an die JVA zahlen – für Übernachtungen und Verpflegung. Bei vielen Freigängern liegt dieser Beitrag bei 350 Euro im Monat. In Andechs gibt es eine Laufgruppe, Kraftraum, Tischtennisplatte und zwei neue Küchen. Fernsehen ist erlaubt, PayTV (also auch Sky mit großem Fußball-Angebot) verboten.

Darf er am Wochenende nach Hause?

In der Regel nicht. Um die die JVA verlassen zu können, müsste Hoeneß Hafturlaub beantragen. Ansonsten zählt das Wochenende zu den Ruhezeiten, die die Häftlinge im Freigängerhaus verbringen müssen.

Welche persönlichen Gegenstände darf Hoeneß besitzen?

In der JVA musste er sogar seine Uhr abgeben, durfte nur Fotos behalten. Als Freigänger darf Hoeneß nun wieder Bargeld mit sich führen, auch Handy und Laptops sind theoretisch erlaubt – zu „Aus- und Fortbildungszwecken“.

Andreas Thieme

 

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