tz-Interview mit Ottmar Hitzfeld

"Hoffenheim ist keine Konkurrenz für Bayern"

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Ottmar Hitzfeld drehte in München einen Werbespot für Premiere.

Im Sommer verabschiedete sich Ottmar Hitzfeld als Double-Sieger vom FC Bayern und wurde Nationaltrainer in der Schweiz.

Am Samstag war er für einen Werbespot zurück in München – und nahm sich Zeit für ein tz-Interview.

Herr Hitzfeld, wie geht es Ihnen in der Schweiz?

Hitzfeld:In der kurzen Zeit habe ich schon Höhen und Tiefen erlebt. In den ersten zwei Quali-Spielen haben wir in der 94. Minute in Israel den Ausgleich kassiert und gegen Luxemburg verloren. Ein Schock. Ich habe für zwei Jahre unterschrieben mit dem Ziel, eine erfolgreiche Qualifikation zu spielen und dann steht innerhalb kurzer Zeit vieles auf der Kippe.

Aber sie haben die Kurve bekommen.

Hitzfeld:Ja, wir haben die richtigen Lehren gezogen und Ruhe bewahrt, was immer wichtig ist, wenn es brennt. Ich habe in allen Jobs in 25 Jahren immer versucht, sachlich zu bleiben und keine populistischen Entscheidungen zu treffen.

Wie sieht ein Tag von Ottmar Hitzfeld jetzt aus?

Hitzfeld:Ich habe viel mehr Zeit, um mal ins Ausland zu reisen, einen Spieler zu besuchen. Spiele anzuschauen ohne Stress. Das ist sehr angenehm, ein Traumjob.

Vermissen Sie München?

Hitzfeld: Natürlich. Die Zeit dort war toll, aber sie war abgelaufen. Ich hatte einen super Abschied und kann immer wieder zurückkommen. Jetzt wohnen wir in unserem Haus in Lörrach und das ist ein neues Gefühl wieder in der Heimat zu sein.

Sehen Sie die Spiele des FC Bayern?

Hitzfeld:Ja, ich verfolge, was dort passiert. Aber ich schaue auch die anderen Spiele in der Premiere-Konferenz. Ich muss ja sehen, was meine Spieler machen.

Uli Hoeneß hat gesagt, der heiße Atem des FC Bayern sei wieder zu spüren…

Hitzfeld:Ja, und es strahlt auf die anderen Teams aus, wenn Bayern ständig gewinnt. Die wissen genau, die Bayern kommen wieder…

Bayern wollte wohl Salihovic von Hoffenheim und hat ihn nicht bekommen. Ärgert das die Bayern?

Hitzfeld:Ich glaube nicht. Er hatte schließlich schon davor verlängert. Sie werden es verkraften.

Stars im Dunstkreis des FC Bayern - Legt der Meister im Winter nach?

Stars im Dunstkreis des FC Bayern - Legt der Meister im Winter nach? © 
Bayern München soll Interesse an Stürmer Pavel Pogrebnjak (r.) von Zenit St. Petersburg haben. © dpa
Den Angreifer dürften die Bayern in schlechter Erinnerung haben. Beim 0:4 im Rückspiel des UEFA-Pokal-Halbfinales im Mai 2008 erzielte der Russe zwei Treffer. Hier das 1:0 per Freistoß. © dpa
Im gesamten UEFA-Cup-Wettbewerb der Saison 2007/2008 erzielte der 24-Jährige in 13 Spielen elf Tore. © dpa
Selbst ein Lucio hatte mit dem wuchtigen Angreifer große Probleme. © dpa
Glaubt man spanischen Medien, so kann sich Pogrebnjak einen Wechsel zu den Bayern sehr gut vorstellen. "Bayern ist mein Lieblingsteam, seit ich ganz klein war. Mein Vater hat mir als Kind ein Trikot mit der Nummer 18 von Jürgen Klinsmann geschenkt", wird Pogrebnjak zitiert. © dpa
Der Vertrag des Zenit-Angreifers läuft noch bis Dezember 2009, angeblich sind die Bayern schon länger hinter ihm her. © dpa
Sollte der Russe zu den Bayern wechseln, wäre wohl der Abgang von Lukas Podolski besiegelt. © dpa
Bei der Europameisterschaft kam Pogrebnjak übrigens nicht zum Einsatz. © dpa
Der Stürmer hatte sich Ende der vergangenen Saison eine schwere Knieverletzung zugezogen. © dpa
Die Zuschauerrolle müsste Pogrebnjak bei einem Wechsel wohl zunächst nicht übernehmen. Doch noch ist ein Transfer des Stürmers ja nur ein Gerücht. © dpa
Pogrebnjaks Teamkollege bei Zenit, Anatoli Tymoschtschuk (rechts), soll ebenfalls ein heißer Kandidat bei den Bayern sein. Bei dieser Transferangelegenheit handelt es sich möglicherweise sogar um mehr als ein Gerücht.. © dpa
Im Internet tauchte jetzt jedenfalls eine mysteriöse Meldung auf, in der der FC Bayern auf seiner Webseite den Transfer des Ukrainers bekannt gab. Zitat: „Kurz vor Ende der Transferperiode hat der FC Bayern noch einmal personell nachgelegt. Anatoly Tymoshchuk verstärkt für die nächsten XYZ Jahre den FCB."... © dpa
Anscheinend musste nur noch die Laufzeit des Vertrages ausgehandelt werden. Die Mitteilung war am 29. August offenbar vorbereitet worden, dann online gestellt worden, ehe sie aus dem News-Archiv wieder entfernt wurde. Sehr mysteriös. © dpa
Dritter "Zenitler" im Dunstkreis der Bayern ist Andrej Arshavin. © dpa
Der Stürmer stand im Sommer kurz vor einem Wechsel zum FC Barcelona bzw. Tottenham Hotspur... © dpa
Beide schreckten jedoch vor den 25 Millionen Euro Ablösesumme zurück... © dpa
Arshavins Berater zur tz: „Wenn er in die Bundesliga geht, dann nur zu Bayern.“... © dpa
... Ein Angebot gäbe es derzeit aber nicht. Auffallend ist, dass Arhavins Formkurve seit seiner starken EM steil nach unten ging. © dpa
Ein weiterer Kandidat in der Gerüchteküche: Goran Pandev von Lazio Rom... © dpa
Der Mazedonier wird bereits seit geraumer Zeit mit den Bayern in Verbindung gebracht... © dpa
Bei dem Stürmer handelt es sich sprichwörtlich um einen "Sturmtank". Etwas graziler wäre dagegen... © dpa
... Miguel Veloso von Sporting Lissabon. Der 22-Jährige (l.) wäre eine Verstärkung für das defensive Mittelfeld... © dpa
... kann aber auch als linker Verteidiger eingesetzt werden. Was seine Verpflichtung unrealistisch erscheinen lässt: Seine Ablöse wurde auf 30 Millionen Euro festgelegt. Bis zur Öffnung des Transferfensters ist es noch eine Weile hin. Man darf gespannt sein, welche Namen bis dahin noch mit dem FCB in Verbindung gebracht werden. © dpa

Und Hoffenheim bis zum Schluss als Konkurrent auf den Fersen haben?

Hitzfeld:Das glaube ich nicht. Bei allem Respekt für Hoffenheim. Aber sie werden nicht bis zum Schluss oben stehen. Hoffenheim ist keine Konkurrenz für Bayern. Sie haben nicht genug Substanz in der Breite. Am Ende steht sicher Bayern oben.

Weil sie Toni und Ribéry haben?

Hitzfeld:In jedem Fall sind sie ganz, ganz wichtig.

Wird es schwierig, Ribéry zu halten?

Hitzfeld:Ich glaube schon, dass Bayern die Mittel hat, um ihn zu halten. Sie wissen, was sie an ihm haben, es ist also kein Risiko. Bei ihm wird Bayern finanziell an die Schmerzgrenze gehen.

Und Toni?

Hitzfeld:Der sollte noch fünf Jahre bei Bayern spielen.

Die wertvollsten Bayern-Spieler

Transfermarkt.de ist die renommierteste deutsche Webseite für Spieler-Transfers. Zu Beginn der Rückrunde haben die Experten wieder die Marktwerte der FCB-Spieler beziffert und u.a. Leistungsvermögen, Alter und Entwicklungsfähigkeit berücksichtigt. Demnach hat der Bayern-Kader insgesamt einen Marktwert (Stand: 04.02.2009) von rund 242 Mio. Euro. Sehen Sie hier die Rangliste des FCB. Auf Platz 22: Thomas Kraft (Marktwert 250.000 €) © dpa
Platz 21: Hans-Jörg Butt (1.250.000 €) © sampics
Platz 20: Andreas Ottl (2.000.000 €) © dpa
Platz 18: Christian Lell (3.000.000 €) © Fishing4
Platz 18: Landon Donovan (3.000.000 €) © dpa
Platz 17: José Ernesto Sosa (4.000.000 €) © sampics
Platz 16: Michael Rensing (4.500.000 €) © sampics
Platz 15: Massimo Oddo (6.500.000 €) © Fishing4
Platz 13: Daniel van Buyten (7.000.000 €) © sampics
Platz 13: Breno (7.000.000 €) © sampics
Platz 12: Tim Borowski (7.500.000 €) © Fishing4
Platz 11: Zé Roberto (8.000.000 €) © Fishing4
Platz 9: Hamit Altintop (11.000.000 €) © dpa
Platz 9: Mark van Bommel (11.000.000 €) © sampics
Platz 8: Lukas Podolski (12.000.000 €) © sampics
Platz 6: Bastian Schweinsteiger (16.000.000 €) © sampics
Platz 6: Martin Demichelis (16.000.000 €) © sampics
Platz 5: Lucio (18.000.000 €) © sampics
Platz 4: Miroslav Klose (20.000.000 €) © Fishing4
Platz 3: Luca Toni (24.000.000 €) © Fishing4
Platz 2: Philipp Lahm (25.000.000 €) © dpa
Platz 1: Franck Ribéry (35.000.000 €) © Fishing4

Im Vergleich zum Vorjahr war die Abwehr lange Zeit nicht sicher. Woran liegt’s?

Hitzfeld:Nicht an Michael Rensing! Der ist einer der besten Torhüter in Deutschland. Vielleicht lag es an den zwei Toren gegen Hamburg beim ersten Spiel und es wurde dann eine Kopfsache.

Was ist das Problem bei Lukas Podolski?

Hitzfeld:Das Problem von Lukas heißt Klose und Toni. Ich würde ihm aber nicht raten zu wechseln.

Zé Roberto und Mark van Bommels Verträge laufen aus…

Hitzfeld:Zé spielt so gut wie nie zuvor und Mark ist ein Leader. Es sind zwei sehr wichtige Spieler. Ich würde sie nicht gehen lassen.

Die Fans fordern Uli Hoeneß solle Manager bleiben…

Hitzfeld:Er wird auch als Präsident immer ganz nah am Geschehen sein, dem Verein seinen Stempel aufdrücken. Nur, dass die neue Aufgabe nicht ganz so stressig ist, wie die bisherige. Das tut ihm gut, er bekommt ein Stück mehr Lebensqualität.

Wäre Oliver Kahn ein guter Nachfolger?

Hitzfeld:Absolut. Er war eine der größten Identifikationsfiguren des Vereins. Er hätte das nötige Know-How, den Respekt der anderen und viele gute Kontakte.

Quelle: tz

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