Er geht dahin, wo es weh tut

Badstuber: Trotz blutender Wunde hat er sich durchgekämpft

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Hingehen, wo es weh tut: Holger Badstuber (r.) scheute sich auch mit Verband vor keinem Kopfball.

München - Holger Badstuber sind Gespräche über seine Gesundheit längst zuwider. Aber eines muss man sagen: Der Bayern-Verteidiger kämpfte trotz Kopfverletzung und blutigem Verband - und hielt durch. 

Die Interviewzone hatte sich schon merklich geleert, und irgendwann warteten die Reporter nur noch auf Holger Badstuber. Wenn ein Spieler dermaßen spät erscheint, kann das nur zwei Gründe haben: Probleme bei der Dopingkontrolle oder eine ausgiebige Nachbehandlung. Als Badstuber schließlich erschien, beantwortete sich die Frage nach dem Warum von allein: Seine Stirn zierte ein dickes Pflaster.

Das sah imposant aus, aber schon wieder viel undramatischer als in der Szene nach 15 Spielminuten. Da war Badstuber im Kopfballduell mit Lukas Hinterseer zusammengerasselt. Während sich der Ingolstädter bald wieder aufrappelte, verbrachte der Bayern-Verteidiger die nächsten Minuten am Spielfeldrand, wo ihm ein gewaltiger Verband angelegt wurde. Nach wenigen Minuten war der blutdurchtränkt, und als Badstuber zum wiederholten Male einen Kopfball fabrizierte, verrutschte die Bandage und musste auf Geheiß des Schiedsrichters erneuert werden. Von außen wirkte das aber schlimmer als für den Betroffenen selbst. Badstuber berichtete betont beiläufig, die Bayern-Mediziner hätten die Wunde „getackert während des Spiels, genäht jetzt, aber alles okay“.

Gespräche über seine Gesundheit sind ihm längst zuwider. Badstuber (26) will durch Taten und Titel Geschichten erzählen, nicht durch seine etlichen Verletzungen, die ihn von diesen Taten und Titeln abgehalten haben. Eine frühe Auswechslung wäre eine logische, wenn auch diesmal glimpfliche Fortsetzung gewesen. Aber als Pep Guardiola Mitte der zweiten Halbzeit tatsächlich einen Innenverteidiger vom Feld holte, entschied er sich für Jerome Boateng. Badstuber bestritt die volle Distanz.

Man musste im Bayern-Lager gar nicht zurückblicken bis zu Dieter Hoeneß und dem blutigen Turban 1982, der spektakulärsten Kopfverletzung der Klubgeschichte. Badstuber ist durch seine Biographie selbst eine markante Figur, wenn es ums Thema Gesundheit geht. Die Fans feierten schon während des Spiels mit Sprechchören den Mann, der durchhält. „90 Minuten“, sagte er später, „tun mir definitiv gut.“ Jede Minute zählt. Auch wenn danach der Kopf brummt.  

mb

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