Verteidiger spricht über Verletzungspause

Holger Badstuber: "In mir war es leer"

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Holger Badstuber über die Diagnose des zweiten Kreuzbandrisses: "Es war wie ein Hammerschlag."

München - Holger Badstuber spricht über seine lange Verletzungspause und wie er auf den zweiten Kreuzbandriss in Folge reagiert hat. Mit dem DFB-Team hat er noch viel vor.

629 Tage. Über eineinhalb Jahre. So lange dauerte die Zwangspause von Holger Badstuber. Zwei Kreuzbandrisse in Folge setzten den Innenverteidiger außer Gefecht. Vier Operationen folgten. Besonders die Diagnose des zweiten Kreuzbandrisses binnen kurzer Zeit sei ein harter Schock für den 25-Jährigen gewesen, wie er nun der Sport Bild erzählte. "Das war wie ein Hammerschlag. In mir war es zunächst leer", berichtet Badstuber. "Auf einmal weißt du: Alles geht von neuem los." Er habe sich gefragt: "Warum ich? Warum muss ich jetzt in die Verlängerung?"

Reha. Krücken. Wiederaufbautraining. Und langes Warten. Alles noch einmal. Doch davon hat sich der Nationalspieler nicht verrückt machen lassen, denn: "Im nächsten Moment dachte ich: Ich habe die Kraft, ich weiß, was auf mich zukommt. Und ich wusste, dass mein Knie wieder zu 100 Prozent funktionieren wird - und das auf Jahre hinaus."

Vor der vierten OP wurde der Innenverteidiger mit der Frage konfrontiert, sich das Kreuzband eines Toten einsetzen zu lassen. Badstuber lehnte strikt ab. "Aus ethischen Gründen", erklärt er. "Ich wollte nichts in meinem Körper haben, was nicht mir gehört." Stattdessen entschied er sich für ein Stück einer Patellasehne von der linken Seite als Ersatz.

Die WM in Brasilien habe der 25-Jährige eher mit einem weinenden Auge vor dem Fernseher verfolgt. Schließlich stand der Innenverteidiger bis zu seiner Verletzung bei DFB-Coach Joachim Löw hoch im Kurs. Doch Badstuber ist davon überzeugt, auch selbst noch einmal in den Genuss eines WM-Titels zu kommen. "Die Chancen, dass diese Mannschaft noch einmal Weltmeister wird, sind da", beteuert er. Zunächst einmal gehe es aber darum, "vom Bundestrainer wieder beachtet und eingeladen zu werden". Denn bei der EM 2016 möchte der 25-Jährige mit einem lachenden Auge dabei sein. Auf dem Platz. Nicht vor dem Fernseher.  

mg

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